"Island of Fire" ist einer dieser Filme auf die Jackie Chan nicht gerade stolz ist. Weil sein Entdecker Lo Wei ihn unter Druck setzte weiter bei seiner Company zu arbeiten, schaltete sich Kung- Fu- Veteran Wang Yu ein und holte Jackie aus der Misere. Aus Freundschaftsgeste spielte Jackie für Wang Yu bereits in "Fantasy Mission Force". Eine zweite Zusammenarbeit folgte dann 1991 mit "Island of Fire". Wie beim Vorgänger taucht JC nur am Rande auf. Auf dem Regiestuhl nahm wieder Chu Yen Ping platz. Und die eigentliche Hauptrolle geht an Tony Leung Kar- Fai.
INHALT:
Sträflinge, die angeblich hingerichtet werden, tauchen jenseits der Gefängnistoren wieder auf, um bestimmte Leute zu eliminieren. Polizist Andy (Tony Leung) will der Sache auf den Grund gehen und schleust sich ins Gefängnis ein.
Hier wird kein Knastklischee ausgelassen. Alle Charactere sind auf stereo- type niveau. Bei dem einem oder anderen Schiksal wird auf die Tränendrüse gedrückt. Fast jede Figur hat einen tragischen Abgang. Chu Yen Pin's Knastbeitrag kann sogar einem Genrekollegen wie Ringo Lam's "Prison on Fire" bei weitem nicht das Wasser reichen. Zwar ist es eine genugtuung Chan in einer ernsten Rolle zu sehen,doch der um ihn entstehende Subplot scheint keinen Sinn zu machen.
Hier spielt er einen reichen Kauz, dem von Hintermännern gedroht wird das nächste Billiardspiel zu verlieren, andernfalls sieht es für ihn schwarz aus. Natürlich hält sich Chan daran nicht und gewinnt das Spiel. Prombt kommt es danach zur Schlägerei, wobei Jackie's Freundin durch einen Messerstich schwerverletzt wird. Um das nötige Geld für die Operation zu besorgen spielt er in einem Casino Poker. Hier taucht wieder ein Logikfehler auf. Warum kann er sich das Geld nicht leisten? Er hat doch das Billiardspiel gewonnen und außerdem ist seine Freundin ein Topmodel, daß für eine berühmte Modelagentur arbeitet.
Zurück zum Casino: Chan gewinnt beim pokern viel Geld und will mit der gewonnen Beute wieder gehen, da wird er für ein weiteres Spiel herausgefordert. Chan weigert sich und es kommt wieder zu einer Schlägerei und tötet aus Not einen der Spieler. Im Verlaufe des Films schwört der Bruder des Opfers, hier gespielt von Andy Lau, auf Rache und läßt sich durch korrupte Polizisten ins Gefängnis unterbringen.
Der eigentliche Reiz an "Island of Fire" ist das Finale. Alle angeblich hingerichteten Insaßen leben noch und bekommen eine letzte Chance, wenn sie per Auftrag bestimmte Leute umbringen. Zugegeben hier hat man sich vom Plot her an Luc Besson's "Nikita" bedient, was das Himmelfahrtskommando- Thema betrifft. Auch amerikanische Vorbilder wie "Bad Boys"(mit Sean Penn) und "Lock up" werden nicht verschont. Weil der Film seinem Image schaden könnte, soll Chan dessen Rechte gekauft haben, damit er im Kino nicht mehr gezeigt werden kann.
Mittelmäßiger Knastreißer, der nur für beinharte Chan- Fans zu empfehlen ist. Hier werden soviele Versatzstücke aus Amifilmen geklaut, daß es vom Trash nicht weit entfernt ist.
6 von 10 Punkten