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Eigentlich ist es ja sehr traurig, dass die Traumfabrik Hollywood anscheinend, so gut wie, gar nicht mehr, mit eigenen neuen Ideen glänzen kann. Wo man nur hinschaut gibt es hauptsächlich Sequels, Prequels, Videospiel- und Buchverfilmungen am laufenden Band, sowie vor allem ein Remake nach dem Anderen. Doch zumindest in der letzten Kategorie, hat man in letzter Zeit, doch einige nette Filmchen zu Tage befördert. So konnte das Remake zu "Dawn of the Dead" doch größtenteils auf ein positives Echo stoßen, trotz großer Skepsis im Vorfeld, und auch "Michael Bays Texas Chainsaw Massacre" hatte so seine Momente. Doch mit "The Fog - Nebel des Grauens" sollte nun wirklich ein Remake der Marke "extrem überflüßig" ins Kino gespült werden. Denn was aus Carpenters Nebel-Film hier gemacht wurde, ist die langweilige Teenie-Version, einer der größten Grusel-Klassikers überhaupt.

Von Anfang bis Ende haben wir es beim 2005-Fog mit einem 100% typischen Teenie-Schocker der neueren Generation zu tun, der aber, leider Gottes, größtenteils nur langweilt. Das fängt schon bei der Story an, die das Original noch einmal um ein ganzes Stück unterbietet. Schon Carpenters Original hatte in Sachen Story nicht wirklich etwas Tiefgängiges zu bieten, besaß aber dennoch genug Potenzial, um seine Zuschauer das Fürchten zu lehren. Beim aktuellen Fog gibt es das nun leider nicht mehr. Wie schon im Original, so sucht auch hier ein schauriger Nebel das Küstenstädtchen Antonio Bay heim. Merkwürdige Gestalten erheben sich aus der schaurigen Nebelsuppe und terrorisieren das Kleinstadtvölkchen. Nur der mutige Nick und seine Freundin Elizabeth nehmen den Kampf, gegen den Terror im Nebel, auf. Klingt auf den ersten Schlag 100% nach dem Carpenter-Film, doch nur im oberflächlichen Sinne kann man Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Filmen erkennen. Während sich das Skript des damaligen Streifens hauptsächlich auf das langsame Aufbauen des Terrors konzentrierte, so geht es beim aktuellen Fog eigentlich nur um einen Schockeffekt nach dem Anderen, verknüpft mit einer Erklärung die hanebüchener kaum sein kann. Dazu gibt es, wie so oft, allerhand Ungereimtheiten und Logikbrüche, die das Horror-Publikum aber noch am ehesten übersehen kann. Vielmehr schmerzt das Fehlen von Atmosphäre und Spannung, die das Original damals so genial machten.

Dabei fängt der Film noch recht verheißungsvoll an und kann in den ersten 20 Minuten doch durchaus überzeugen. Die Einführung der Charaktere funktioniert so weit ganz gut und zieht sich erst einmal auch nicht allzu sehr in die Länge. Zudem sitzen die ersten Schockeffekte auch recht gut und der Nebel kommt, vor allem auf dem Wasser, wunderbar schaurig rüber. Man könnte am Anfang fast meinen, das der Transport, des Klassikers in die Neuzeit, doch recht gut funktionieren könnte. Doch schon bald soll damit Schluss sein.

Denn nachdem der Nebel seine ersten Opfer gefunden hat, tritt Regisseur Rupert Wainwright plötzlich auf die Bremse und präsentiert uns plötzlich gut 50 Minuten pure Langeweile. Eine plausible Erklärung, für den Nebel und die mit ihm verbunden, mysteriösen, Vorkommnisse, wird gesucht und das passiert auf eine derart unspektakuläre und langweilige Art und Weise, dass man plötzlich das Gefühl hat, in einem ganz anderen Film zu sitzen. Langsam und träge kommen die Erklärungen auf den Zuschauer zu, die aber leider durchgehend hanebüchen und unglaubwürdig ausgefallen sind. Viel zu viel Blödsinnigkeiten wurden dazu gedichtet, immer wieder graut es einem vor schlechten Ideen, die absolut nicht passen wollen und kaum überzeugen mögen. Mir persönlich sind bei dem langweiligen Treiben manchmal fast schon die Augen zu gefallen.

Erst wenn sich der Showdown ankündigt, kriegt das müde Treiben wieder Leben in die Knochen. Doch leider entpuppt sich dann auch dieser als eine riesige Enttäuschung. Die Shocks des Finales kann man allesamt voraussehen und die grottigen Computereffekte zerstören jedes Quäntchen Atmosphäre, welches hier und da versucht aufzuflammen. Horror-Anfänger dürften sich zwar sicher ein ums andere Mal tüchtig erschrecken, doch wer das Original kennt, und auch sonst mit dem Schocker-Genre vertraut ist, der dürfte doch eher ins Gähnen verfallen, wenn er schon wieder genau weiss, wann das nächste Mal ein "Erschreckerli" auf den Zuschauer wartet.

Das Einzige was einem dann doch noch vorm Einpennen bewahrt, ist die famose Sounduntermahlung, die so ziemlich das einzige Detail darstellt, was den ganzen Film über funktionieren will. Der Score von Graeme Revell ist wunderbar schaurig geraten und läßt dann doch hier und da ein wenig Atmosphäre aufflammen, die dann aber, durch bereits weiter oben erwähnte Misstände, schnell wieder erstickt wird. Zudem sind auch die Soundeffekte aller erste Sahne, allen voran das bedrohliche, wenn auch auf die Dauer leicht nervige, Geklopfe der "Nebelbewohner".

Was die Darsteller angeht, so hat sich hier eine Riege von eigentlich guten B-Stars zusammen getan, die leider allesamt recht müde agieren. Allen voran Selma Blair, die hier eine der müdesten Leistungen ihrer Karriere abgibt. Ihr trantütiges Agieren vor der Kamera lässt darauf schließen, dass sie wohl schon im Vorfeld nicht allzu überzeugt von dem Drehbuch war. Aber auch Tom Welling und Maggie Grace enttäuschen stark. Somit müssen leider auch die Darsteller, für das schlechte Abschneiden des Films, verantwortlich gemacht werden.

Fazit: Langweiliges und vollkommen überflüssiges Remake, zu einem der gruseligsten Filme aller Zeiten. Egal ob man sich das schwache Skript nimmt oder die gähnend langweilige, viel zu sehr auf Teenie-Niveau getrimmte und in jeder Hinsicht vorhersehbare Umsetzung des Ganzen nimmt, "The Fog" kann eigentlich, nach den akzeptablen ersten 20 Minuten, zu kaum einen Zeitpunkt wirklich überzeugen. Nicht einmal die müden Darsteller können da was retten, maximal die schier geniale Sounduntermahlung mag den Film, vor einer noch tieferen Note, bewahren. Für Horror-Anfänger und Leute die das Original nicht kennen, lohnt sich der Kinobesuch zwar sicher trotzdem, alle anderen sollten sich aber lieber zum 100 Mal vom Original erschrecken lassen. Denn das schafft das Remake leider, so gut wie, überhaupt nicht!

Wertung: 4/10 Punkte

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