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Das die Neuverfilmung von John Carpenters "Nebel des Grauens" wohl kaum das Original sprengen wird, war ja wohl von vornherein klar. Carpenters Film bestach durch eine zittrige Atmosphäre und jede Menge Spannung, welche gekonnt von Anfang bis Ende durchgezogen wurde. Aber amn soll auch ein Remake nicht gleich verdammen, immerhin gibt es in der aktuellen Remake-Welle auch kleine Sternchen. So hat zum Beispiel Alexandre Aja mit "The Hills Have Eyes" bewiesen, dass auch ein Remake funktionieren kann. Rupert Wainwrights Film könnte ja auch zu den positiven Beiträgen gehören.

Die Story ist grob die selbe. Das Inselstädtchen Antonia Bay wird plötzlich von einer dichten Nebelbank eingehüllt und diverse Protagonisten versuchen sich gegen rachesuchende Geister zu wehren, während sie dabei dem Geheimnis der gesamten Gemeinde auf die Spur kommen. Eine Menge Feinheiten wurden allerdings geändert. Ob es auch zum Konzept gehört, Spannung und Atmosphäre vollständig zu subtrahieren, kann ich nicht sagen. Doch die Inszenierung ist grottig. Ein komplett austauschbarer Cast schiebt sich durch schlechten CGI-Nebel und eine vor sich hinplätschernde Geschichte, wie es inspirationsloser nicht sein könnte. Jede Schockszene ist so vorhersehbar, dass es schon an Frechheit grenzt. Als Zuschauer ist man absolut unverbunden zum Geschehen, da weder Tom Welling oder Maggie Grace noch Selma Blair ihren Figuren wirklich Leben einhauchen können. Außerdem ist das Verhalten der Charaktere manchmal hirnrissig blöd, was die Nähe zu ihnen nicht gerade wachsen lässt.
Von der Beklemmtheit des Carpenter-Originals ist nichts mehr übrig. Adrienne Barbeau war als Stevie Wayne damals in ihrem Radio-Leuchtturm eingesperrt und dem Bösen hilflos ausgeliefert, mit ihrer Angst wurde gespielt und der Zuschauer konnte mitfiebern. Selma Blair hingegen rennt durch die Stadt, um Sohnemann zu retten. Auch das Finale in der Kirche (im Remake jetzt die Stadthalle) war ein beklemmendes Ereignis, dass vor Spannung nur so triefte. Das Remake erreicht dieses Niveau nicht einmal annähernd.
Man kämpft sich also als Zuschauer durch 95 Minuten langweilige und unlogische Handlung, bis man zum noch langweiligeren Ende kommt, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet, wenn es denn überhaupt welche beantwortet. Nichts als Zeitverschwendung. Da hilft auch der recht gute Score von Graeme Revell nichts.

"The Fog" schafft gar nichts. Hier wird so ziemlich alles verkehrt gemacht, was man nur verkehrt machen kann. Aber auch das wird Hollywood nicht davon abhalten, solche Fehler in Zukunft nicht weiter zu machen, solange man noch etwas daran verdienen kann.

2 von 15 Punkten (=5)

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