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100 Jahre ist es her, dass die Einwohner eines kleinen kalifornischen Küstenortes ein Schiff mit Leprakranken in den dichten Nebel und damit in den Tod navigierten. Nun kehren die Toten in Nebelbänken zurück, um sich an den Nachfahren derer zu rächen, die sie einst ins Verderben lotsten.

Einmal mehr stellt sich die zentrale Frage: Hätten wir dieses Remake wirklich gebraucht? Und einmal mehr lautet die Antwort: Nein! In diesem Fall ist John Carpenters "The Fog" der betreffende Film, bei dem es nicht einmal drei Jahrzehnte gedauert hat, bis ein, vor allem im Horror-Genre sehr gern realisiertes Remake folgte und einmal mehr sind es altbekannte Fehler, an denen dieses Remake scheitert, nämlich, an der lieblosen Inszenierung und mangelnder Innovation.

So werden die wesentlichen Grundideen des Vorgängers, um die Geister der toten Seeleute, die auf Rache aus sind und den plötzlich aufziehenden Nebel komplett übernommen. Zwar wird der Versuch unternommen, hier und da noch neue Ideen und Subplots einzufügen, um nicht ausschließlich ein 1:1-Remake abzuliefern, aber alles, was neu ist, ist leider gänzlich unlogisch und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Kalkulierbar und klischeehaft ist der Film damit leider auch, überhaupt wirkt das ganze Projekt sehr unbeseelt, uninspiriert und von Innovationen ist bei diesem Remake schon mal gar keine Spur zu finden.

Regie führte Rupert Wainwright, der nach "Stigmata" und "Wolf Lake" eigentlich ausreichend Erfahrungen im Genre hätte sammeln sollen, aber von sonderlich großer Routine des Regisseurs zeugt die Inszenierung leider kaum. So setzt Wainwright ausschließlich auf CGI-Effekte, die zwar für einen Horrorfilm dieser Größenordnung durchaus passabel aussehen und zumindest phasenweise einen Hauch von Atmosphäre aufkommen lassen, statt die Stärken des Originals auszuspielen. Darüber hinaus lassen Musik- und Ton-Effekte leider sehr zu wünschen übrige, die Nebelbänke ziehen im Grunde zu keinem Zeitpunkt wirklich überraschend auf und stellenweise wird mit den Effekten derart dick aufgetragen, dass endgültig jeder Ansatz von subtilen Horror verloren geht und damit kommt im Grunde keine allzu dichte Atmosphäre zustande und auch Wainwrights Gespür für Schockmomente ist derart dürftig, dass der Horrorfilm kaum erschrecken und fesseln kann. Die Optik auf Hochglanz poliert, die Geister ordentlich animiert und das Finale mit einigen Action-Sequenzen stark aufgebauscht, unterhält "The Fog" nur temporär und lässt den B-Movie-Flair des Vorgängers komplett vermissen. Stellenweise ist es sogar direkt lächerlich, wenn die beteiligten Personen panisch vor dem unnatürlich dichten Nebel flüchten, oder mit Taschenlampe in der Suppe Orientierung suchen, obwohl sie keine zwei Meter weit sehen können.

Maggie Grace, die zuvor im Grunde nur durch "Lost" bekannt war, reicht nicht an Jamie Lee Curtis aus dem Original heran, zumal ihr als Scream-Queen in ihrem vollkommen schablonenhaften Charakter im Grunde auch nicht so recht die Chance dazu gegeben wird, so bleibt sie unauffällig, genauso, wie Tom Welling, der ebenfalls in einer Hauptrolle zu sehen ist, wobei die beiden auch nicht die nötige Ausstrahlung aufbringen, um wirklich Eindruck zu machen. Selma Blair, die in einer Nebenrolle zu sehen ist, macht als Radio-Moderatorin, die ebenfalls mit den Geistern und dem Nebel zu kämpfen hat, noch den besten Eindruck und trägt ein bisschen dazu bei, dass gelegentlich Spannung aufkommt, aber auch sie hat man beispielsweise in "Hellboy" und "Eiskalte Engel" schon besser gesehen.

Fazit:
"The Fog" ist ein vollkommen belangloses Remake, das jenseits der CGI-Effekte und Action-Szenen, die den Film zumindest temporär unterhaltsam gestalten, leider überhaupt nicht überzeugen kann, so ist der Cast allenfalls solide, die dichte Atmosphäre, das dreckige B-Movie-Flair des Originals fehlen nahezu gänzlich und auch die Logiklücken in der Handlung sind sowohl überflüssig, als auch ärgerlich.

38%

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