Review

Absolut belangloses 08/15 Kino, daß eigentlich weder eine Kinopremiere noch weitere Erwähnung verdient.
Positiv zu Erwähnendes: relativ saubere Umsetzung, erträglicher Justin Timberlake.
Negativ zu Erwähnendes: alles andere...

Im Prinzip ist der Film eine auf Celluloid gebannte Pubertätsfantasie eines jeden 14jährigen MTV-Konsumenten. Es geht um "bitches", "homies", " Fiesta-People" und sonstigen Anglizismen-Scheiß und deren Gangsta- Lebensaufgabe, sich mit ihrer infantilen, pseudoaggressiven Arschlochhaftigkeit cool vorzukommen. Zwar handelt es sich hier um neureiche "Weiß-Nigger", allerdings zeigt einem jedes Musikvideo von Nelly, 50 Cent oder wie die derzeit aktuellen Spasten auch heißen mögen, genau das gleiche, nur in komprimierter Form. Allein deshalb ist der Film schon mal raus. Ironischer Weise mußte der Film aber irgendwie ja ein MPAA Rating bekommen, schließlich wollen Bruce Willis, Sharon Stone und Mr. Timberlake bezahlt werden. Also passiert Folgendes:
Der Sex wird gestrichen, der Drogenkonsum passiert ebensowenig wie der Drogenhandel und die Gewalt ist drastisch reduziert und unterbricht die generelle Nichthandlung des Films zu den unpassendsden Momenten. Es ist wohl davon auszugehen (meiner meinung nach) daß das den Jungs und Mädels der FSK bzw. der Kinobetreiber auch nicht verborgen blieb und der eigentliche Grund für die (nüchtern betrachtet komplett lächerliche) "ab 18" Freigabe der Sneak Preview vielmehr in der fragwürdigen Weltanschauung der Szenerie lieg. Wie die finale FSK-Freigabe aussieht: Keine Ahnung.

Apropos Szenerie: Der Film nimmt sich in seiner Pseudocoolness durchaus ernst und propagiert munter dieses ach so geile Leben, das die Burschen da führen. Um das zu entkräften wird eine vermeintlich kritische Alibihandlung grob umrissen, die allerdings ziemlich locker im Raum steht und den Film weder aufwertet, noch die Aussage, so sie denn vorhanden ist, wenigstens etwas relativiert.

O.k. Befürworter des Films mögen das ja alles als realistisch betrachten.Von mir aus. Das ändert aber nichts daran, daß der Film als solcher auch einfach nur ziel- und hilflos wirkt. Die erste Stunde besteht ausschließlich aus kiffenden und sich anpöbelnden Vollidioten. Sie kiffen und pöbeln auf Party's, sie kiffen und pöbeln zu hause, sie kiffen und pöbeln im Freien usw. usw. Es passiert nichts! Die Charaktere werden weder eingeführt noch vertieft, sie sind einfach da! Könnte man als Stilmittel werten, wird man aber nicht. Nicht in diesem Film. Es wirkt einfach nur...scheiße. Im zweiten Teil ändert sich das zwar (die Handlung nimmt endlich etwas Fahrt auf), nur wirken die Darsteller und die, in dieser Form, auch komplett unglaubwürdige Umgebung wie Fremdkörper. Es will einfach nicht passen.
Die Story um ein paar neureiche Drogendealerkids, die aufgrund von nichterfolgtem Geldeingang eines Kumpels dessen Bruder entführen und anschließend keine Ahnung haben, was sie mit ihm tun sollen, wäre ja gar nicht mal soooo dumm. Nicht zuletzt, da dieser die Situation durchaus genießt und nicht im entferntesten Probleme machen würde. Nur dummerweise kann ich nicht unkommentiert irgendwelche Klischeemännchen ohne Sinn und Verstand in der Gegend rumspringen lassen und dann voluminös in den Raum stellen, daß das auf einer wahren Begebenheit beruht. Wird den Machern des Films auch irgendwann aufgefallen sein und deshalb wird einfach ein Edward Norton Verschnitt eingeführt und wir haben plötzlich eine (erbärmliche) Reminiszenz an "American History X". Auf der einen Seite permanenter, stumpfsinniger Prollhumor, auf der anderen Seite der peinliche Versuch eines Familiendramas. Wie gut das funktioniert, kann man sich denken. Bessere Beispiele für "Alibihandlungen" wird man wohl nur bei Italo-Splatterfilmen der 70iger und 80iger finden.

Ein bis zwei nette Kameraspielereien darf man dann aber doch noch bewundern und die Idee mit dem "Zeugenzähler" hat sogar wirklich etwas. Zur Erklärung: da die Jungs ihr Opfer vollkommen gleichgültig mit zu Freunden, Familie und auf Party's nehmen, steigt die Anzahl potentieller Zeugen natürlich rapide an. Bei jedem neuen wird der "Zeugenzähler" mit dem entsprechenden Namen am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Durchaus nette Idee.

Kuzum: Nichtiges Etwas, daß seine nicht vorhandene Aussage und Storyfinesse in belangloser, steriler Standartoptik auf den Zuschauer losläßt. Lieber noch mal "Jackass 1+2". Die meinen's wenigstens nicht ernst.....

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