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Ich war doch ziemlich überrascht. Der Trailer versprach ja nicht wirklich viel, aber die Darstellerriege um Bruce Willis (Die Hard 1-4), Sharon Stone (Basic Instinct), Ben Foster (11:14, Hostage) bis hin zu dem bisher leicht belächelten Justin Timberlake (Edison) lies einiges erwarten. Aber auch diese "Stars" können "Alpha Dog" nicht ganz vor dem absaufen retten. Das schafft nur die wirklich interessante und schockierende Story. Jene basiert auf Tatsachen, und das reißt es wieder raus.

Wer unbefangen in den Film geht, und nichts weiß, der wird ab einem gewissen grad des Films wirklich schlucken müssen. Ich möchte nichts verraten, weil gerade das der Höhepunkt des Filmes ist. Demnach spare ich mir größere Angaben zur Story, die sicher Spoiler enthalten würden. Ich fokusiere mich mehr auf die einzelnen Darsteller.

Emile Hirsch spielt den jungen Johnny Truelove der seinem Vater, einem Drogendealer nacheifern will. Mit aufgesetzter Härte schafft er sich ein kleines Drogenimperium in der Teenagerszene Kaliforniens. Emile Hirsch schafft es dabei aber nicht, den wirklich bösen Boss zu verkörpern. Er wirkt einfach zu brav.

Bruce Willis ist als Alt-Krimineller Sonny Truelove absolut unterfordert. Man merkt ihm leider jede Sekunde an, das er von dem Skript anscheinend alles andere als überzeugt war. Schade eigentlich, denn Bruce Willis ist normalerweise perfekt besetzt.

Anton Yelchin spielt Zach, der neben Ben Foster und (ja, das ist mein Ernst!) Justin Timberlake die einzigen schauspielerischen Lichtblicke des Films sind. Er wandelt sich von kleinen Jungen, zum präpubertären Party-King bis hin zu einem Häuflein Elend das um sein Leben winselt. Klasse! Bis dato hatte ich nie was von ihm gesehen/gehört. Vielleicht ja bald wieder.

Ben Foster spielt Zachs rechtsradikalen Bruder. Wie immer schafft Foster es, den leicht verletzlichen aber jähzornigen gescheiterten Jugendlichen darzustellen. Ich weiß einige werden mich evtl. lynchen wollen, aber er erinnert mich häufig an den jungen Edward Norten. Nicht allein durch seine Darstellung in "Alpha Dog" die doch sehr an "American History X" erinnert. Ich find den Bengel klasse, und hoff, das er mehr Rollen bekommt.

Justin Timberlake verkörpert Johnnys besten Freund. Als ich ihn so das erste mal im Film sah, musste ich doch sehr schmunzeln. Wenn man ihn dort sitzen sieht, mit ner 50kg Hantel, voll tätowiert muss man unwillkürlich daran denken, wie er dabei mit Fistelstimme "Cry Me A River" singt! Schiebt man das aber bei Seite, dann kommt ein ausbaufähiger Newcomer heraus, der mit Sicherheit noch öfter auf der Leinwand auftreten wird. Schon allein wegen seiner Popularität. Warten wirs ab...

Bei Sharon Stone sei nur der Mut zur Hässlichkeit am Ende des Films zu loben, auch wenn die Maske nicht so besonders ist. Erinnert irgendwie an den "Fat Bastard" aus Austin Powers. Ansonsten blass wie in letzter Zeit immer. Sie sollte sich mehr für UNICEF einsetzen, und vorerst die Schauspielschuhe an den Nagel hängen. Kommt momentan eh nur Murks bei raus.

Die andern sind allesamt recht passabel, aber nicht wirklich hervorzuheben.

Fazit:
Der Film steht und fällt rein schauspielerisch mit dem Bruderpaar Ben Foster/Anton Yelchin. Die Story ist real, vermag aber nie wirklich Spannung aufzubauen. Alles in allem ein durchschnittlicher Film, mit Botschaft, die die meisten aber leider mit dem verlassen des Kinosaals vergessen haben dürften..

4,5/10

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