Eine Hexe und ihr missratener Sohn machen zwischen Wald, Wiese und Hexenhaus ein paar Teens nieder, - und das alles selbstverständlich passend zu Halloween.
Natürlich ließe sich mit so einer abgenudelten Story noch etwas Brauchbares fabrizieren, wenn man denn nicht ein kompletter Regiestümper wäre und alles in den Sand setzt, was möglich ist.
Das preiswert gedrehte Desaster soll irgendwo in einem Kaff nahe Texas spielen, in dem jedes Jahr zu Halloween die Hexe „Fanglady“ auftaucht und Teens um die Ecke bringt. Tata, so auch in diesem Jahr, denn eine Gruppe von Deppen will Halloween in der freien Natur genießen und schon tauchen Hexe und Sohn Chubb auf und das muntere Abschlachten kann losgehen.
Tut es aber die komplette Zeit über nicht.
Die Wackelkamera und die groben Schnitte wären noch nicht einmal so schlimm, aber das komplette Editing ist mieser als beim letzten Urlaubsvideo des Arbeitskollegen. Blut fließt weniger als in einer beliebigen Ausgabe der Sesamstraße, aus Mangel an überzeugender Gewaltdarstellung sieht man rein gar nichts.
Zu Beginn befinden sich zwei Sexuelle im Auto, ein Kratzgeräusch, eine Krallenhand, Schreie und Schnitt. Später wird das nicht besser, wenn die Hexe komplett im Bild erscheint. Erstmal ist das ein Kerl, dann sehen die Tüddelhaare lächerlich aus und die per Computer getricksten Leuchtklüsen noch unerträglicher. Sie entzieht ihren Opfern dann irgendwie Energie und danach liegen die bewegungslos im Halbdunkeln.
Im Verlauf taucht die Hexe fast vollkommen unter und überlässt Sohnemann das Feld, der zunächst nichts Besseres zu tun hat, als blöde in die Kamera zu glotzen (aus der Kamerasicht eines Monsters in einer Kiste, welches man aber nie sieht) und tatenlos durch die Gegend zu streunen. Indes hocken die potentiellen Opfer (Darsteller, die man zu Recht nie zuvor gesehen hat) in der Gegend herum. Neben dem Heldenpaar gibt es da noch den Angsthasen, den Lustmolch und eine Unauffällige. Die sind dann der Reihe nach dran, was man sich als Zuschauer jedoch eher denken muss, denn mehr als die Andeutung einer Tat ist nie zu sehen.
Erwartungsgemäß findet der Showdown im Hexenhaus statt, später finden ein alter Farmer und der Dorfsheriff noch ein paar wegweisende Worte, - glücklicherweise hat man das cineastische Drama nach weniger als 80 Minuten überstanden.
Kurzum, es gibt keine Atmosphäre, kein Tempo, keine Spannung, nur miese CGI und überhaupt kein Blutvergießen, selbst das vergleichsweise harmlose Verprügeln eines Opfers ist nur in Form von Armbewegungen als Schatten an der Wand zu sehen.
Alles in allem ergibt sich ein Niveau auf der Tiefe eines Amateurfilmers, der ein paar Bekannte zusammen getrommelt hat und meint, mit dieser lausig umgesetzten Story irgendwen begeistern zu können.
Schlussendlich fällt nur ein kleines Detail positiv aus dem Rahmen und das ist die Musik. Die klingt recht angenehm und überraschend orchestral, so dass die Vermutung nahe liegt, sie könnte aus einer etwas besseren Produktion geklaut worden sein, - ansonsten hat der Komponist an dieser Stelle sein Potential verschwendet.
Bleibt also nur ein Fazit übrig: Kompletter Schrott.
1,5 von 10