Sieben junge Leute, eine einsam gelegene Blockhütte und ein Spiel, das dringend zu Ende gespielt werden muss, angetrieben von drei Hexengeistern.
Die Mischung aus „Cabin Fever“ und „Jumanji“ könnte eine Menge Spaß bringen, wenn man sie denn einigermaßen inszenieren würde.
Aber Grünschnabel Joe Knee weiß offenbar nur, wie man Farbfilter überstrapaziert, mit der Kamera wackelt und ein Spiel präsentiert, dass nach willkürlichen Regeln abläuft und den Zuschauer zu keiner Zeit anspricht.
Knee hat wirklich so ziemlich alles in den Sand gesetzt, was möglich ist.
Das fängt schon mit der viel zu langen Vorgeschichte an. In Flashbacks, die im Verlauf noch häufiger recht planlos eingestreut werden, sieht man drei stark geschminkte Hexen bei einem bevorstehenden Ritual, sie kriegen sich in die Wolle und es fließt Blut.
Die Szenen sind in einem furchtbaren Grünfilter eingebunden und auch noch mit Dropouts versehen worden. Also schwarzer Rand und in der Mitte ein Loch, in dem die Girlies sich an einer Beschwörung versuchen.
Wir schwenken in die Jetztzeit und begleiten zwei Pärchen bei ihrer Ankunft im Blockhüttenparadies am Pöter der Welt.
Kleines Kanurennen, Männer gegen Frauen, die Kerle verlieren natürlich, weil die Damen obenrum blank ziehen (was der Zuschauer nicht sieht) und allesamt im Wasser landen. Plitsch-di-Platsch, was für ein spritziger Spaß, fast eine halbe Stunde ist vorbei, der Film geht nur knapp 69 Minuten, jetzt aber Dampf.
Endlich haben sich alle sieben potentiellen Opfer in der Hütte eingefunden, eine Metallbox wird geöffnet, das Spiel, das nicht gespielt werden soll, ist eröffnet.
Und kurz darauf macht das Drehbuch schon wieder einen entscheidenden Fehler, denn genau die beiden Typen, die am stärksten charakterisiert wurden, (natürlich nur durch mehr Screentime mit unterirdischen Sexualprotzsprüchen), beißen als erstes ins Gras.
Der eine wird von der Geisterhexe erwürgt, der andere ins Wasser gezogen.
Da waren es nur noch fünf und die sind einem komplett egal.
Aber es gibt ja noch das Spiel, das dem Zuschauer natürlich nicht nahe gebracht wird, deswegen muss man den Ablauf (laut einer Karte) einfach so hinnehmen:
Ein Tier (egal, was für eins) muss getötet werden, auf einer Art Sonnenuhr läuft die Spielzeit ab, es wird in der Erde gebuddelt, ein Kreuz muss her, ein Ring auch und wenn am Ende nur noch zwei Spieler übrig sind, fangen diese tatsächlich an zu würfeln, weil die Ideen ausgehen.
Die Hexen mischen im Hintergrund immer ordentlich mit, doch was die wirklich wollen und warum die sich zerstritten haben, sagt einem auch keiner.
Hätte man an dieser Stelle wenigstens noch ein paar brachiale Morde gebracht, so als kleine Entschuldigung für das unausgegorene Drehbuch.
Aber die einzigen kreativen Einfälle zeigen ein paar Messerstiche und einen Stock im Hals, Blut fließt fast gar nicht, explizit ist das auch nicht und die Effekte sind schon mal gar nicht super.
Vielleicht hat Joe Knee auch ein paar komödiantische Aspekte eingebunden, mir sind sie aber entgangen.
Ich bekomme nun mal keinen Lachflash, wenn jemand von sich behauptet, drei Eier zu haben (es sei denn, ich kenne die Person persönlich) und es ist auch nicht erheiternd, wenn die Kerle ständig über Sex reden, die Damen herumzicken und noch nicht einmal unfreiwilliger Humor zu finden ist.
Die Darsteller sind als solche auch nicht witzig, sondern eher bemitleidenswert, weil sie noch nicht einmal so simple Charaktere überzeugend rüberbringen.
Die Damen bieten dem geneigten Herrn Zuschauer auch nichts fürs Auge und wenn, dann ist es eh zu unscharf, weil einerseits durchweg Nacht herrscht und andererseits die Qualität der Kamera bescheiden ist, sowohl im Anschaffungspreis, als auch, was damit gefilmt wird, denn Blair-Witch-Bilder brauchen wir jetzt nicht mehr.
Und diesen Film insgesamt auch nicht.
Die Story ist nicht konsequent durchdacht worden (obgleich die Kernidee nicht schlecht ist), Atmosphäre gleich null (obwohl die Kamera in einer einzigen Einstellung die eigentlich schöne Umgebung einfängt) und die vorherrschende Gewalt besteht allenfalls durch Flanger-Stimmen der Hexen und dem minimalen Crossover-Score.
Der Regisseur muss sich in allen Belangen noch verbessern, ansonsten heißt es:
„How up do high Knee!“
2,5 von 10