Wenn sich der britische „Hammer“-Regisseur Terence Fisher, der der Filmwelt einige wunderbare Gothic-Horror-Beiträge beschert hat, an herkömmlichen Sci-Fi-Horror versucht, wird’s trashig – beispielsweise im 1966 veröffentlichten „Island of Terror“, der aber dennoch ziemlich unterhaltsam ausfiel. Das kann man vom ein Jahr später erschienenen, ebenfalls auf einer Insel spielenden „Brennender Tod“ nicht unbedingt behaupten, denn das ziemlich beschränkte Drehbuch musste mit einer überflüssigen Beziehungskiste gestreckt werden, um überhaupt auf Spielfilmlänge zu kommen. Christopher Lee überzeugt zwar als gefühlskalt (vermutlich deshalb einer der wenigen, der kühlen Kopf bewahrt) anmutender Wissenschaftler in der kleineren der beiden Hauptrollen und ein Wiedersehen mit Peter Cushing in einer größeren Nebenrolle sorgt für Kurzweil, ansonsten passiert zunächst nicht viel – einmal abgesehen von einigen Dorfbewohnern, die in grellen Lichtblitzen ums Leben kommen. Die Außerirdischen bekommt man erst ganz am Schluss zu Gesicht, vorher wird einfach das Bild hellgedreht. Wahnsinn… Unterhaltsamer sind da schon eher Momente wie ein unmittelbar nach einem eigentlich relativ harmlos aussehenden Unfall explodierendes Automobil, ein Funkgerät, das auch sendet, ohne dass jemand den dicken Knopf drücken würde oder die Dorfbewohner, denen ob der starken Hitze schon die explodierenden Bierflaschen (auf jener Insel scheint generell alles ziemlich schnell zu explodieren) um die Ohren fliegen, die was die Wahl ihrer Kleidung betrifft bis auf vereinzelte Schweißflecken aber nicht sonderlich den Anschein erwecken, als würden sie sich fast zu Tode schwitzen. Erst im letzten Drittel, als die drögen Einwohner endlich beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen und etwas gegen die unerträgliche Hitze zu unternehmen, kommt der Film in Fahrt und wird tatsächlich spannend. Und einem echten Sci-Fi-Heuler darf es natürlich an herrlich pseudowissenschaftlichen Erklärungen nicht mangeln:
„Diese Wesen bestehen aus Hochfrequenzimpulsen in Form von Wärme. Sie bewegen sich von Ort zu Ort, wie es jede Form von Hochfrequenz tut. Eigentlich wurden sie auf unserem Planeten wie ein Fernsehbild vom Sender zum Empfänger übertragen.“ – „Sie benutzen unseren Sender als ihren Empfänger?“ – „Genau. Dann materialisieren sie sich in der Erdatmosphäre.“ – „Materialisieren?“ – „Ja, auf die selbe Weise wie die Satellitenbilder. Es entsteht im Weltraum als Signal und materialisiert sich dann.“ – „Ist ihnen klar, was sie da sagen?“
Das bezweifle ich. Im Booklet zur e-m-s-DVD wird behauptet, die Außerirdischen sähen aus wie Spiegeleier und als ich endlich diese pulsierenden Extraterristler zu sehen bekam, habe ich fest damit gerechnet, dass gleich jemand mit Salz- und Pfefferstreuer um die Ecke käme. Derartige Scherze bleiben natürlich aus und „Brennender Tod“ versucht, möglichst ernsthaft zu einem Ende zu kommen. Freunde klassischen Briten-Horrors greifen besser zu anderen Fisher-Streifen, fürs Kuriositätenkabinett ist „Brennender Tod“ aber durchaus geeignet. Nicht sonderlich gut gealtert, aber unfreiwillig komisch und auf altmodische Weise charmant. Und ins Gedächtnis rufend, dass nicht alles in der phantastischen Filmwelt Englands in den 60er-Jahren atmosphärisch, pathetisch und pompös war.