Achselschweiss trifft Achselzucken
In dem Sci-Fi-Grusel-Beinahe-Kammerspiel wird es heiss auf einer britischen Insel. Und das im tiefsten Winter, während das Fest- wie Umland wie gewohnt mit Frost, Nieselregen und Schnee kämpft. Woran liegen die immer weiter steigenden Temperaturen? Einem Waffentest? Halluzinationen? Der Erderwärmung? Oder gar einer weitaus außerirdischeren Bedrohung? Eine übersichtliche Dorfgemeinde geht dieser Frage schwitzend und fluchend auf den Grund…
Nicht zu verwechseln mit „The Burning“ / „Brennende Rache“ kommt diese Art britische „Extended Twilight Zone Episode“ mit sehr geringen Mitteln aus. Und das in allerlei Beziehung. Die Settings begrenzen sich nahezu auf ein Landhaus, eine Landstraße und eine Kiesgrube. Die Schauspieler kannste an einer Hand abzählen, sind dafür dann aber fast alle Stars. Oder immerhin sehr attraktive Frauen. Und seine „Invasoren“ zeigt der Film erst in den allerletzten, wenigen Minuten. Davor ist’s ein cleveres Herumgeschiebe des schwarzen Peters. Und das ohne wirklich zum Punkt zu kommen - metaphorisch wie charakterlich wie gesellschaftlich wie spannungstechnisch. Trotz nur 90 Minuten auf dem Papier kann sich das dadurch durchaus ziehen. Als miesen Film kann und will ich „Night of the Big Heat“ aber nicht abtun. Dazu ist Jane Merrow zu reizend und slutty. Dazu gibt’s einfach diese legendären Charaktergesichter und Mimen. Dazu wummert die Frage nach der Auflösung und wahren Bedrohung einfach zu konsequent unterschwellig vor sich her. Außerdem wird viel geschwitzt (obwohl man die Hitze außer an den vielen und allgegenwärtigen Schweißtropfen selbst kaum sehen und spüren kann), geknutscht und bei lebendigem Leib verbrannt. Nur eben alles recht statisch und lahmarschig inszeniert, sodass man beim Namen Terence Fisher auf dem Regiestuhl durchaus erstmal große, ungläubige Augen macht. Da hat er definitiv schon ganz andere Sternstunden in seiner Karriere abgeliefert.
Fazit: Hitzewellen-Marsianer(?)-Mysterium mal mäandernd?! Kein Hammer, kein Hammer? „Night of the Big Heat“ ist alles andere als ein Klassiker des britischen Sci-Fi-Horrors - und dennoch für Fans solcher theatralischer Grusler eventuell eine milde Entdeckung wert. Unter Vorbehalt. Wenn man Geduld und niedrige Ansprüche mitbringt.