kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 17.08.2014
Ein absolut prototypischer Film Noir ganz ohne verwässernde Elemente. Der zeitgenössische Zuschauer hatte sich mit zwei Protagonisten abzufinden, die aus niederen Beweggründen kriminelle Ziele verfolgten – die eine mit Vorsatz, dem anderen durch den Schleier der Liebe das Hirn vernebelt. Letzterer Umstand wird im wunderbar trockenen Off-Kommentar klargemacht, der die ganze Story als Vergangenes einordnet, und so ist es wahrscheinlich eine Mischung aus der Sympathie für den unseligen Tollpatsch und der Faszination für die Frau, die ihm den Kopf verdrehte, sowie das daraus entstehende Verständnis für die Situation, die den Film dennoch funktionieren lässt, aus heutiger Perspektive dann ja sogar zeitlos gemacht hat (da es heute normal ist, auch Kriminellen im Film die Daumen zu drücken). Der Plot ist simpel und die Beweggründe schnell durchschaut, von der Raffinesse und Doppelbödigkeit eines „Dritten Manns“ weit entfernt, aber aus den Ermittlungen der Versicherungsgesellschaft und der Unsicherheit, wer hier wem trauen kann, holt Billy Wilder unheimlich viel Suspense heraus, den insbesondere Barbara Stanwyck als klassische Femme Fatale effizient für sich zu nutzen weiß. Muss man in seinem Leben mal gesehen haben.
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