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Als Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred MacMurray), gelangweilt von seinem Job, vor dem Haus der Dietrichsons (Barbara Stanwyck und Tom Powers) anhält, um eine abgelaufene Autoversicherung zu erneuern, ahnt er nicht, dass dies der Beginn einer Mordgeschichte ist, in die er sich hoffnungslos verstricken wird.

Wie in "Sunset Blvd.", der sieben Jahre später folgte, beginnt Billy Wilder diesen Film mit dem Ende der Geschichte; der Protagonist, der uns von den Ereignissen erzählt, ist zwar noch nicht tot, aber nicht weit davon entfernt. Wir wissen also von Beginn weg, dass die Geschichte böse enden wird - noch bevor wir überhaupt wissen, was da eigentlich kommt.
Wilder war ein Meister des Geschichtenerzählens. "Double Indemnity" packt von der ersten Minute an.

Da Mr. Dietrichson abwesend ist, sitzt Neff seiner faszinierenden Frau gegenüber. Sie fragt ihn nach Lebensversicherungen und ob sie ohne sein Wissen eine für ihren Mann abschließen könne. Neff, der den Braten riecht, lässt sie angewidert zurück.
Leider hat er sich in die Frau verliebt. Er kann ihr nicht mehr entkommen, und als sie sich das nächste Mal treffen - wieder in Abwesenheit ihres Mannes - überzeugt sie ihn von ihrem Plan, ihrem ungeliebten Mann etwas - Tödliches - zustoßen zu lassen und dann mit dem Versicherungsgeld abzuhauen.

Neff arbeitet einen wasserdichten Mordplan aus, indem er die Denkweise seines Mitarbeiters, des cleveren Versicherungsermittlers Keyes (Edward G. Robinson), übernimmt und sicherstellt, dass dieser keinen Verdacht schöpft, wenn der Fall später auf seinem Schreibtisch landet.
Und so vollziehen Walter und Phyllis den wohl perfektesten Mord der Filmgeschichte - und doch spürt Keyes, als er den Fall genauer unter die Lupe nimmt, dass da etwas nicht stimmen kann...

Wilder war ein begnadeter Drehbuchautor, und dieser Film zeigt das in aller Deutlichkeit. Er braucht ein paar kurze Sätze, während andere oft lange Erklärungen verwenden, um mit der Handlung fortzufahren.
In "Double Indemnity" gibt es keinen Satz zu viel, das Gesagte ist prägnant und sehr oft geistreich, ein Witz, der an Trockenheit kaum zu übertreffen ist. In anderen Szenen werden überhaupt keine Worte verwendet, z.B. wenn die Beziehung zwischen Neff und Keyes nur durch das Anzünden eines Streichholzes umrissen wird. Das ist Filmkunst vom Feinsten!

Kein Geringerer als der große Krimiautor Raymond Chandler war Wilders Co-Autor bei diesem Film - die Zusammenarbeit war jedoch alles andere als glücklich. Ob Chandler - der bis dahin keine Drehbucherfahrung hatte - viel zum künstlerischen Erfolg des Films beigetragen hat, und wie viel davon Wilders Bemühungen zu verdanken ist, lässt sich nur schwer feststellen. Fakt ist, dass Billy Wilder auch mit anderen, weniger prominenten Co-Autoren Meisterwerke schuf.

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