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Bei „Die Säge des Todes“ handelt es sich um einen in sehr kurzer Zeit heruntergekurbelten Slasher, der auf der Erfolgswelle von „Freitag der 13.“ sowie „Halloween“ mitreiten wollte. Dafür wurde ein 08/15-Drehbuch geschrieben und einige damals recht bekannte deutsche Teenie-Sternchen verpflichtet. Niemand würde mehr über diesen Film sprechen, wenn da nicht zwei Dinge wären:
1. Der Film wurde (trotz Bravo-Fotoroman!) beschlagnahmt
2. Der Regisseur heißt Jess Franco

Gerade der zweite Punkt dürfte ausschlaggebend dafür sein, dass der Film nicht in Vergessenheit geraten ist. Da fangen allerdings auch die Probleme an, denn „Die Säge des Todes“ ist eine von den wirklich ganz seltenen Auftragsarbeiten des Jess Franco. Normalerweise hat er sich den Stoff, den es zu verfilmen galt, selbst ausgesucht, das Drehbuch geschrieben und die Darsteller ausgewählt. Hier wurde ihm alles fertig vorgesetzt. Die Wahl ist vermutlich deswegen auf Franco gefallen, weil er in der Vergangenheit mehr als einmal bewiesen hat, in rekordverdächtiger Zeit und mit Einhaltung des Budgets Filme drehen zu können. Jedenfalls ist dieser Film aus den o.g. Gründen kein „echter“ Franco. Es fehlen nahezu alle typischen Franco-Elemente (z.B. extreme Zooms auf die Augenpartien etc).
Was bleibt ist ein unfreiwillig komischer Film, der in der Inszenierung und der Darstellerqualität weder besser oder schlechter ist, als die anderen unzähligen Slasher dieser Zeit. Auffallend sind einige recht harte Effekte (auch hier wird deutlich, dass es kein echter Franco ist, denn Franco war nie ein Freund von blutigen Gore-Einlagen), die eigentlich schon für einen deutlich auf ein jüngeres Publikum zugeschnittenen Film klar zu hart sind.
Auch das Rätselraten ob der Identität des Mörders wurde hier weitgehend verschenkt.
„Die Säge des Todes“ ein absolut durchschnittlicher Film, der seine Popularität nur der Zugehörigkeit zu den bösen §131ern und dem Bekanntheitsgrad des Regisseurs zu verdanken hat.
Aufgrund der Franco-untypischen Inszenierung nicht mal Franco-Fans besonders zu empfehlen.
4/10

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