Nachdem ein entstellter Mann von seiner Schwester aus der Psychiatrie, in die er vor fünf Jahren wegen eines Kapitalverbrechens eingeliefert wurde, herausgeholt wird, geschehen rund um eine spanische Sprachschule Morde, die vor allem den jungen Schülerinnen die Laune verhageln, da die Opfer vermehrt unter diesen auszumachen sind.
Ein paar findige deutsche Produzenten erkannten den Erfolg von amerikanischen Slasherfilmen und so ließen sie es sich nicht nehmen, es diesen gleichzumachen und es wurde ein günstiges Filmchen unter dem Namen "Die Säge des Todes" mit dem für seine günstige Umsetzung bekannten Jess Franco im Regiestuhl inszeniert.
Leider merkt man diesem Werk an allen Ecken und Enden an, dass es lediglich ein Schnellschuss ist, der auf den damaligen Slasherzug aufhüpfen will. So ist allein schon das Drehbuch alles andere als gut durchdacht und es wimmelt von Logiklöchern und langatmigen Nichtigkeiten. Daher kommt garnicht erst die Lust auf, sich am heiteren Mörderentlarven zu beteiligen, zumal die Figuren ebenfalls nicht tiefgründig ausgearbeitet wurden und sich unterteilen lassen in sexhungrige Mädels, sexhungrige Kerle, entstellter Ex-Psychiatrieeinsitzer und somit Verdächtiger Nummer 1 und Schwesterchen, wobei Täter und Motiv schon nach wenigen Minuten klar sein dürften.
Zu allem Überfluss sind die darstellerischen Leistungen sehr beschränkt und böse sein oder Angst haben sind hierbei die höchsten zu beobachtenden Mienenspielereien. Die Hauptrolle wurde Olivia Pascal zu Teil, die optisch durchaus zu überzeugen weiß, wobei sie hier auffallend unfreizügig auftritt, doch halt darstellerisch der Identifikationsfigur und ständig bedrohten Frau nicht gewachsen ist.
Hinsichtlich der Atmosphäre liegt ebenfalls einiges im Argen, wobei die Musik stellenweise gut plaziert ist und auch die Kameraführung für einen Jess Franco Film erstaunlich unverschwommen daherkommt (man beachte die klaren Zooms und Nahaufnahmen), doch ständig dunkle Aufnahmen und billige Schockeffekte (besonders schwach der Junge vor dem Lichtkegel an der Tür oder die Puppe) erzeugen nun mal keine dichte Horrorstimmung, zumal gute Ansätze durch die erwähnten schwachen Darsteller und die Handlung zu Nichte gemacht werden.
Die für einen Slasher wichtigen Bluteffekte, wenn schon die Atmo nicht aufkommt, sind dann ebenfalls viel zu züchtig ausgefallen und nicht besonders zahlreich vertreten. Auf dieser Seite weiß eigentlich nur eine Szene zu überzeugen und zwar die recht stimmige Enthauptung mittels einer Riesenkreissäge mit anschließender Zeugenbeseitigung durch Übern-Haufen-Fahren eines kleinen Jungen. Das sieht zwar auch nicht sehr realistisch aus, verfehlt seine Wirkung aber nicht. Bei der Tötung einer Schlange hat man dagegen anscheinend leider nicht zu einem Trick gegriffen und wohl eine echte Natter mit einem Schnipp zerschnappt. Sowas muss nun wirklich nicht sein, wir haben es hier schließlich nicht mit einem Kannibalenfilm zu tun.
Insgesamt ist "Die Säge des Todes" ein günstig inszenierter Schnellschuss, dem man dies auch ansieht und der weder auf der Handlungsebene noch hinsichtlich der Stimmung überzeugen kann und eher für ungewollte Heiterkeit als für Horrorfeeling beim Zuschauer sorgt.