Review

Die Säge des Todes
Ein deutscher Slasher mit der berüchtigten „Kreissägen - Szene“, Top oder Flop?

Der Film beginnt auf dem pompösen Anwesen der Contessa „Maria Gonzales“ (María Rubio). „Miguel“ (Alexander Waechter) ist ein junger Mann ende 20, der psychisch nicht ganz gefestigt ist. Dadurch, dass seine eine Gesichtshälfte etwas entstellt ist, wird er oft von anderen ausgelacht und verspottet. Seine einzige Bezugsperson ist seine Stiefschwester „Manuela“ (Nadja Gerganoff), die aber ein falsches Spiel spielt, wie sich herausstellt und natürlich Contessa „Maria Gonzales“ (María Rubio) die wohlhabende Gräfin und Leiterin der spanischen Sprachschule in Costa Del Sol. „International Youth-Club Boarding School of Languages“ Eines Abends auf einem Kostümfest in der Sprachschule, überkommt es „Miguel“ und vergewaltigt unter List eine Teilnehmerin, die als sie sich wehrte mit dem Leben bezahlen musste, denn „Miguel“ brachte sie brutal mit einer Schere zum Schweigen. Nach diesem Vorfall wurde „Miguel“ in die Psychiatrie eingewiesen.

Allein durch die kurze Vorgeschichte zur Einleitung sieht man anhand des Szenenbildes deutlich, die typischen „Jesus Franco“ Eigenschaften. Da wundert es nicht, dass „Erotik“ auch in diesem Film, eine wichtige Rolle spielt.

Nach gut 5 Jahren beginnt die eigentliche Story. „Miguel“ wird unter Vorbehalt auf Wunsch seiner Stiefschwester „Manuela“ aus der Psychiatrie entlassen und kehrt zurück in das pompösen Anwesen der Contessa „Maria Gonzales“. Diese, ist gar nicht gut auf „Manuela“ zu sprechen, da sie in ihr das Böse sieht. So hat sie, sie enterbt und das gesamte Erbe „Miguel“ überschrieben.

„Alvaro“ (Christoph Moosbrugger) ist wohl der Sprachlehrer und Professor der Sprachschule. In seinem sportlichen 78er Chevrolet Camaro zeigt er sich einerseits als tüchtigen Geschäftsmann und andererseits als Mädchenschwarm. Doch sein Herz schlägt für „Manuela“ die Nichte der Contessa. In der Sprachschule treffen sich allmählich die zukünftigen Opfer ein. Was nun folgt, ist typisches Teenie Geschwätz im Sinne von „Liebe, Sex und Zärtlichkeit“ wer mit wem, wann und wo. Also nichts Bewegendes.

Während sich unsre Schüler im „Disco Club“ amüsieren, erfährt man das „Manuela“ und „Miguel“ in der Vergangenheit sich auch sexuell sehr nahe standen. Doch „Manuela“ wies „Miguel“ jetzt ab. Nun dauert es auch nicht lange und der erste Mord passierte. „Eva“ (Ann-Beate Engelke) eine der Sprachschülerinnen wurde von hinten, als sie sich einen Pullover überziehen wollte, mit einem Dolch erstochen, aber nicht einfach nur so, denn die Spitze durchbohrte doch glatt die Brustwarze.

„Angela“ (Olivia Pascal) bei der, der Mord stattgefunden hat, geht jetzt auf so eine Art Tätersuche, als sie vermutet, dass auch sie umgebracht werden soll. Sie hatte zuvor im Unterricht, eine Botschaft über Kopfhörer erhalten, die dies bestätigt. Doch so richtig glaubt ihr keiner, auch nicht der ihr nahestehender „Antonio“ (Peter Exacoustos). So und nun rückt „Inga“ (Jasmin Losensky) in den Vordergrund.

Ich weis nicht warum, aber „Inga“ (Jasmin Losensky) sticht mir durch ihr nicht können besonders ins Auge. Ob es die Rolle ist, die sie spielt oder ihr schauspielerisches Talent einfach nur grottenschlecht ist, ich weis es nicht. Fakt ist: Für mich ist es die nervigste Person in diesem Film. So war es ironisch gesehen schon fast eine Wohltat, als sie sich nach dieser spektakulären Sägenszene verabschieden musste.

Sägenszene? Ja richtig, die wohl berüchtigte „Kreissägen“ Szene, ja die ist schon recht ordentlich umgesetzt. Wie das riesige Sägenblatt einfährt, das Blut die Bachsteine runter fließt und aus dem kopflosen Hals das Blut spritzt, wirkt schon sehr schaurig. Hier gab es sogar so was wie Spannung. Das Horror Niveau liegt schon in oberen Bereichen und lässt den Horrorfilmfan breit grinsen. Denn das kann man jetzt schon sagen, was die „Splatter-Szenen“ angeht, da kann sich „Die Säge des Todes“ durchaus sehen lassen, wenn man das Alter des Films mit berücksichtigt.

So, nach dem nun unsere nervige „Inga“ durch eine Kreissäge im Steinsägewerk enthauptet wurde und ein „kleiner“ nichts ahnender Zeuge vom Killer mit einem Benz überrollt wurde, hat unsere Hauptprotagonistin „Angela“ (Olivia Pascal) die Nase voll und dreht leicht durch. Da kann selbst die befreundete „Laura“ (Corinna Drews) nicht mehr helfen, da diese mit einer Schmiedezange erdrosselt wurde. (Corinna Drews ist übrigens die Ex von Jürgen Drews und auch zu sehen im Film „Die Einsteiger“)

Jetzt gibt es noch anständiges Gekreische, als plötzlich die Leichen im Bungalow von „Angela“ auftauchten und schließlich der Killer sich nun endlich zeigte und „Angela“ abmurksen wollte. Doch was nun, „Miguel“ kommt zur Hilfe und rettet erstaunlicherweise „Angela“. Dieser bekommt vom „unbekannten“ Killer einen Porzellan Aschenbecher an die Stirn gedonnert und flieht. Ja, wer ist der Mörder? Der glatzköpfige Gärtner der Contessa, „Miguel“ oder der noch unbekannte schwarze Mann? Der aufmerksame Zuschauer, der aufgepasst hat, wird anhand eines Filmfehlers am Anfang, vermutlich wissen, wer der wahre Täter ist. (Kleiner Tipp: Unterrichtsstunde)

Tataaa… Überraschung, der wahre Mörder zeigt sich. Von einer auf die andere Minute, wendet sich die Geschichte und bekommt ein völlig neues Bild. „Person X“ (ich will den Namen nicht verraten um, Zuschauer die den Film noch nicht gesehen haben, die Spannung nicht zu rauben) ist ein ganz gerissener Halunke. So langsam nähern wir uns auch dem Showdown und bekommen außer der ganzen Auflösung auch noch nen netten Splattereffekt mit einer elektronischen Heckenschere zusehen.

Das war er nun. - Die Säge des Todes ist ein Film, der gewiss kein filmisches Highlight ist, was man unbedingt gesehen haben muss. Natürlich hat er durch die 1986er Beschlagnahmung einen gewissen Kultstatus in der Szene bekommen, aber wirklich überzeugen kann er nicht so recht, wenn man ihn mit anderen Genre Vertretern vergleicht. Das heißt aber nicht, dass er schlecht ist, denn das ist er keineswegs. Ne mini Perle ist er schon.

Der Streifen hat Atmosphäre, etwas Spannung und schafft es den Zuschauer zu unterhalten, trotz einiger verpatzer im Film, die etwas schräg wirken. Die Story ist durchdacht und die Umsetzung bis auf kleine Mängel gelungen. Wer Tiefsinn und Logik erwartet so wie Überdurchschnittliches, Schauspielerisches können, der wird enttäuscht sein. Denn hier und da wirkt das Ganze etwas „ungeschliffen“. Für einen unverbesserlichen Nostalgiker wie mich, stört das aber nicht und so konnte natürlich der Film bei mir besonders in der Atmosphäre und der Story punkten. Die Mordszenen können sich natürlich auch sehen lassen. Darauf kommt es ja auch an bei dem Genre.

Fazit:
Für Liebhaber der modernen Filmkunst aus der Neuzeit ist dieser Film definitiv ungeeignet und verschwendete Zeit. Für den durchschnittlichen Horror Fan, könnte das Ganze interessant sein, nicht zuletzt wegen dem Kultstatus und der berüchtigten Kreissägenszene. Und für Liebhaber und Nostalgiker wird „Die Säge des Todes“ wohl absolutes Pflichtprogramm sein und ein muss, denn eine Zeitreise in die Anfänge der 80er ist er auf jeden Fall. - Mich hat der Streifen überzeugt (wie sollte es auch bei mir anders sein *g*) und bewerte ihn mit 7/10.

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