"Jess Franco" dürfte vielen älteren Haudegen keine unbekannte Hausnummer sein. Der Name dieses spanischen Filmemachers steht vorallem für B-Filme, die sowohl pornographische als auch Horror-Elemente beinhalten. Sehr oft dienten primitive Geschichten lediglich als Aufhänger für Folterszenen oder sadistische Sexeinlagen - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, denn "Jesus Franco" (wie er hier auf der ofdb gelistet wird) hat in seiner Blütezeit von 1960 bis 1985 über 150 Filme abgedreht.
Heute geht es aber um seinen wohl blutrünstigsten Film "Bloody Moon" , der bei uns als "Die Säge des Todes" erschienen ist, und auch bis heute wohl der bekannteste sein dürfte, da er nun mal auf der §131er-Liste steht. Im Groben dürfte man "Bloody Moon" wohl dem Slasher-Genre zuordnen.
Da dieser Film aber auch von vielen Genre-Liebhabern als eines seiner besten Werke angepriesen wird, will ich erst gar nicht wissen, wie mies die anderen Streifen sein müssen. Sagen wir es mal so: "Die Säge des Todes" ist ein schlechter Film. Ein Totalausfall vielleicht nicht, aber definitiv schwer erträglich, da er untalentierte Schauspieler in einem völlig bekloppten und unlogischen Handlungsstrang rüberbringt, der zusätzlich noch unfreiwillige Lacher mit sich bringt.
Zu Beginn sieht man den im Gesicht entstellten Miguel (Alexander Waechter), dessen zaghafter Versuch zu poppen dermaßen in die Hose geht, dass er seine Bettpartnerin mit einer Schere zu Tode hackt.
An dieser Stelle dürfen wir schon zwei Erkenntisse mitnehmen: Erstens, dass für die damaligen Verhältnisse mächtig rote Suppe fließt und zweitens, dass wir es mit Trash zu tun bekommen, denn ganz ehrlich: Die Entstellung im Gesicht sieht aus, als hätte jemand Hundekacke auf der Straße aufgekratzt und dem armen Alexander Waechter ins Gesicht geschmiert.
Weiter geht es mit der Handlung:
Miguel darf für diese Tat erst einmal fünf Jahre in die Klapse, bis ihn seine Schwester Manuela (Nadja Gerganoff) abholen darf, da der verantwortliche Arzt ihn als geheilt erklärt, so lange man Miguel ein bischen hämelt, füttert und auch mal mit ihm in den Streichelzoo geht.
Manuela hat in der Zwischenzeit eine Sprachschule mit dem Lehrer Alvaro (Christoph Moosbrugger) in Spanien aufgebaut, in der bevorzugt deutsche Mädchen die spanische Sprache lernen können. Es dauert nicht lange, bis eine Schülerin bestialisch ermordet wird. Und natürlich wird es nicht bei diesem einen Mord bleiben...
Meine Fresse, DAS nenne ich mal echten Trash, aber eher einen, den man sich besser in einem Saufgelage ansieht und nicht wie ich, (nüchtern) kurz vor der anstehenden Nachtschicht.
Denn was sich als Story noch relativ harmlos anhört, sieht im Umgesetzten schrecklich aus. Sämtliche weibliche Charaktere erweisen sich als absolute Hohlbrote, die die Schulstunden nur absitzen, um in der Freizeit ständig neuen Sex-Abenteuer hinterherzufröhnen. Davon sehen wir grafisch (zum Glück) nichts, aber das Gezeigte grenzt an purem Schwachsinn. Man merkt förmlich, dass Franco beim Drehen permanent einen Ständer gehabt haben muss, anders kann ich mir dieses Drehbuch nicht erklären.
Selbst wenn man das Gehirn für diese unlogische Unterhaltung komplett abschaltet, wird einem schnell langweilig, denn Franco hat viel zu viel Leerlauf zwischen den einzelnen Morden und kann höchstens unfreiwillig mit peinlichen Dialogen punkten (wie gesagt, dafür muss man aber im Vollsuff sein).
Dennoch zieht der harmlose Film im Schlussspurt mächtig die Zügel an, wir erfahren in einer wirklich netten Gore-Einlage, warum dieser Film auf den Namen "Säge des Todes" getauft wurde (wie es jedoch zu dieser Szene kommt, sollte jeder selber mal sehen - da fällt mir die Kinnlade runter). Außerdem erhöht sich die Frequenz der splattrigen Szenen, für Tierschützer ist auch noch eine pöse, pöse Szene drin und Franco das alte Schlitzohr hat uns sogar noch (für seine Verhältnisse) einen phänomenalen Twist abgeliefert, der dann wieder die ganze Handlung auf den Kopf stellt.
Zu guter Letzt gibt es noch eine weitere denkwürdige "Sägen"-Szene, in Form einer Heckenschere Marke Aldi, die nicht in der Lage ist, drei Zentimeter dicke Zweige durchzuschneiden, hier aber locker ausreicht für einen menschlichen Torso zu zerhäckseln. Naja, passt eben zum Rest.
Alles zusammengerechnet gibt es in "Die Säge des Todes" soviel Schwachsinn zu sehen, dass es schon fast wieder gut ist.
4/10