In einer Ferienanlage, in der ein Sprachkurs stattfindet, geht ein Killer um. Steckt etwa der entstellte Miguel dahinter, der bereits vor Jahren während einem seiner „Aussetzer“ ein Mädel über den Jordan befördert hat…?
Fließbandfilmer Jess Franco (VAMPYROS LESBOS, JUNGFRAU UNTER KANNIBALEN, KILLER BRABYS VS. DRACULA)– Gott hab ihn selig – mit einem seiner erträglicheren, wenngleich auch nicht unbedingt intelligenteren Werke. Da Anfang der 1980er der Slasher mit Filmen wie HALLOWEEN und FREITAG DER 13. seinen Triumphzug in die Kinos hielt, meinte wohl ein gewiefter Fuchs mit Dollarzeichen in den Augen, man müsse auf den rollenden Zug aufspringen und abkassieren. Gesagt, getan. Mit Produzent Otto Retzer (hauptsächlich bekannt für die SUPERNASEN-Filme und KLINIK UNTER PALMEN) und vielen deutschen Jungdarstellerinnen (Olivia Pascal, Corinna Drews [Ex-Frau von Jürgen]) im Gepäck stach die deutsch-spanische Koproduktion in See bzw. machte sich auf, um in dem Küstenparadies Alicante in Espana ein billiges Horrorfilmchen herunter zu kurbeln. Das Ergebnis ist SÄGE DES TODES bzw. BLOODY MOON. Der deutsche Titel spielt auf einen ganz konkreten Mord im Film an, bei dem ein junges Ding von einer riesigen Steinsäge, mit der normal Felsblöcke geschnitten werden, zersägt wird. Coole Szene und definitiv der beste Kill des Films. Ergo: Vollkommen gerechtfertigt, dass man gleich den ganzen Film danach benennt, auch wenn es im restlichen Film weder um eine Säge geht, noch der Killer mit einer mordet. Wurst!
Die Handlung dreht sich um besagte Ferienanlage. Wegen eines Sprachkurses reisen dutzende junge Hühner, allesamt hübsche, dralle Dinger, an, um eine nach der anderen im Fleischwolf zu landen. Des Weiteren tummeln sich in der Anlage ein nervtötende Rollstuhloma, Alvaro, der Leiter der Sprachschule, der entstellte Miguel, dem eine Art Schorf, der aussieht wie getrocknete Bolognese-Soße (ein maskenbildnerisches Rezept, das auch in diversen Zombiefilmen Einzug fand) im Gesicht klebt, und dessen Schwester Manuela, die mit Miguels psychischer Betreuung beschäftigt ist und ein sexuelles Verhältnis mit ihm pflegt. Was dann passiert, ist schnell erzählt: erst wird die Oma flambiert, dann beißen die jungen Hupfdohlen der Reihe nach ins Gras. Eine wird mit der Schere durchbohrt und eine andere mit der Kohlenzange erwürgt. Es folgt ein relativ cooler Mord mit dem Heckenschneider und ein Kind wird mit dem Auto überfahren. Die FX dabei sind richtig mies, machen aber trotzdem Laune, weil schön rot. Die Auflösung, wer denn nun hinter den Morden steckt, hält nicht wirklich auf Trab. Als Zuschauer hat man schon bald den leisen Verdacht, dass Bolognese-Gesicht Miguel nicht hinter den Morden steckt. Wer dann der Schattenmann hinter den Morden ist? Egal, Hauptsache es sterben in regelmäßigen Abständen flotte Teens in knappen Jeans. Eine Prise Schmuddelerotik darf bei Franco natürlich nie fehlen, geht hier über ein paar blanke Busen und Popos aber nicht hinaus.
Aus der Übergangsphase, als der Giallo zum Slasher wurde, erreichen uns viele derartige Erzeugnisse. SÄGE DES TODES besticht durch seinen schmuddeligen Scharm, seine Macken und seine brutalen Kills, die an italienische Werke wie ABSURD, TORSO oder RÜCKKEHR DER ZOMBIES erinnern. Also ein einigermaßen unterhaltsamer Slasher, obwohl Franco und die Deutschen ihre Finger im Spiel hatten.
Fazit:
Sleaztastisch!