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Weil ihn eine junge Frau ob seines entstellten Gesichts abweist, bringt der mental leicht derangierte Miguel sie kurzerhand um und wandert dafür für fünf Jahre in die Klapse. Nach seiner Entlassung holt ihn seine Schwester Manuela zurück in sein Heimat-Nest an der spanischen Costa del Sol, wo er gemeinsam mit ihr in dem Anwesen ihrer Tante, der an den Rollstuhl gefesselten Comtessa Maria Gonzales, leben soll. Natürlich dauert es nicht lange, bis es an der Schule, die von der Comtessa geleitet wird und an der hübsche Schülerinnen ihre Sprachkenntnisse aufpolieren, zu einer Reihe von merkwürdigen Morden kommt. Dreht Miguel, der ein Auge auf die deutsche Studentin Angela geworfen zu haben scheint, etwa schon wieder am Rad...? Die Eingangs-Sequenz von "Die Säge des Todes" kommt rüber wie Jess Francos Version des Anfangs von "Halloween - Die Nacht des Grauens" inklusive subjektivem Blick durch eine Maske... nur sehr viel expliziter, was den Mord an sich anbelangt, und inszenatorisch natürlich weitaus weniger virtuos als bei John Carpenter. Im Anschluss daran ist man dann auch immer wieder erstaunt, wie haarklein der Spanier da die entsprechenden Vorbilder der damaligen amerikanischen Teenager-in-Angst-Welle abkopiert, ohne seine eigene Handschrift einzubringen oder wirkliches Euro-Horror-Flair aufkommen zu lassen, denn Giallo-esk ist hier wirklich nix! Alles in allem betrachtet macht Franco, dessen Regie dieses Mal zumindest kompetent ist, dann auch gar keinen so üblen Job, wenn man bedenkt, in welchen Trash- und Schmuddel-Gefilden der Spanier sich sonst zuvor schon so gesuhlt hat... und obwohl das Drehbuch da wirklich keinen Blumentopf gewinnt, so wirkt es im Vergleich zu so manchem seiner vorhergehenden, gänzlich sinn- und plotbefreiten Sex-Streifen direkt schon wieder kohärent. So liefert das Ganze ergo in einer - für Genre-Verhältnisse - relativ akzeptablen Handlung ein ausreichendes Maß an publikumswirksamen Schauwerten, wobei der Streifen den deutschen Titel übrigens durchaus zu Recht trägt, denn die Enthauptung per Kreissäge ist da wirklich der Showstopper-Kill schlechthin, auch wenn die F/X da qualitativ keinesfalls mit der Arbeit eines Tom Savini mithalten können. Okay, die Spannung hält sich da in Grenzen und die Darstellerinnen wurden durch die Bank auch nicht wegen ihres schauspielerischen Talents verpflichtet (wobei Olivia Pascal hier aber doch etwas besser ist als noch in ihren frühen Erotikfilmchen), aber insgesamt hätte hier doch wesentlich Schlimmeres bei herumkommen können als ein zumindest mittelmäßiger Vertreter seiner Gattung, der trotz allem aber noch ein bis zwei Etagen unter solchen "Klassikern" wie "Blutiger Valentinstag" oder "Ab in die Ewigkeit" rangiert. Wie ein paar deutsche Produzenten damals jedoch ernsthaft auf die Idee kommen konnten, sich einen Jess Franco ins Boot holen, um dem US-Slasher-Kino Konkurrenz zu machen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben...

5/10

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