Schon früh mussten die Hammerstudios versuchen, ihrem eigenen Vampirmythos neue Impulse zu verleihen, vor allem dann, wenn Christopher Lee nicht mit an Bord war. Diese knallbunte Variante ist sicher nicht die Schlechteste, aber auch nicht die Gruseligste, eher so dazwischen.
Typisch für Hammer-Produktionen dieser Zeit sind sehr gelungene, kurze "Außen"-Aufnahmen und eine mehr als gediegene Kameraführung. Dagegen schwächelt die Musik hier etwas und von Maskeneffekten ist so gut wie nix zu sehen.
Die Darsteller sind gut, wobei es sehr gebräuchlich war, sich nicht auf den mittelmäßig besetzten Dracula-Charakter (hier mehr eine Art Sektenführer) zu versteifen, sondern die Bedrohung geht zunächst von einer ganzen Familie, und dann von der Sekte aus. Masse ersetzt also Klasse.Gleich der Anfang ist der Hammer, oder besser gesagt: der Spaten, den versenkt ein übellauniger alter Männe nämlich noch während der Bestattung vor allen Leuten in den Holzsarg, so auf Herzhöhe - und schon quillt das Blut raus. Naja, sei jedem gestattet, sich auf seine Weise von den Verblichenen zu verabschieden.
Und gleich geht es mit einer Superszene weiter: es ist wohl kurz nach oder um 1900, denn da tuckert uns irgendwo in den Alpen eines der antiken Autos entgegen - ihr wisst schon, die offenen, die noch wie eine Kutsche aussahen. Und es geht das Benzin aus! Das war wohl schon immer das Problem. Kerle geht auf Treibstoffjagd (die nächste Aral ist bestimmt nur ein-, zwei Weltmeere entfernt...) und lässt Tussi im Wagen und jetzt kommt's: sie soll im Auto bleiben, weil sie dort sicherer wäre! Dabei hockt sie da, ohne Dach, wie auf dem Serviertablett! Kein Wunder, dass das Stielauge des Sektenführer auf sie fällt. Und schon ist die Bruderschaft zum heiligen Fangzahn auf leisen Sohlen hinter ihrem seidenen Nacken her.Und wo die Sauger sind, da gibt es auch einen Kämpfer für das Gute: der alte Bartseppel von der Anfangsszene - Prof. Zimmer. Der Obermufti der Vampire heißt übrigens Herr Dr. Ravna! Der Zimmermann wird jedoch schon bald von einer Schicksa mit langen Zähnen gebissen - da hilft nur eines: den Arm abfackeln, dass es nur so eine Freud ist.
Nach einigem Hin-und-Her-Gedönse mit vereinzelten spannenden Szenen kommt es dann zu einem echt lustigen Maskenball, zu welchem die Sekte unsere beiden Helden nicht so ganz selbstlos eingeladen hat. Obwohl das an sich eine gute Idee war, macht Sharp nicht besonders viel aus dieser Situation. Das Ganze endet mit der geilen Idee, im wahrsten Sinne des Wortes den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Wenn heidnische Rituale regieren, dann sind die dunklen Flattermänner nicht weit entfernt. Am Ende wird der komplette Clan mittels Fledermausinvasion in die Hölle geschickt. Dies ist übrigens eine der wenigen nicht-lächerlichen Gummi-Fledermausszenen!Fazit: Einer der weniger gelungenen frühen Filme der Hammer-Produktion, eher solide, und die neuen Ideen zünden nicht so ganz. So endet der Film eher halbherzig und ist nur den Hammer-Komplettisten zu empfehlen