Review

Es gab „Schlock“, davor war „Trog“.
Troglodyt ist die Bezeichnung für einen Höhlenmenschen, noch eine Stufe vorm Neandertaler, mit dem wir es in diesem heiteren Monsterfilmchen zu tun bekommen.
Regisseur Freddie Francis, der immerhin kleine Perlen wie „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ und „Draculas Rückkehr“ für die Hammer Studios fabrizierte, hatte in diesem Fall nicht so sehr viel Budget zur Verfügung und leider auch nicht das Gespür für spannende Szenen, - dafür liefert er einen ordentlichen Beitrag für die Trash Ecke ab.

Denn selbst namhafte Mimen wie Joan Crawford und Michael Gough können nicht kaschieren, wie abgehalftert die Story um eine seltene Kreatur ist, denn annähernd denselben schematischen Ablauf gab es bereits beim „Schrecken vom Amazonas“.
Vieh wird entdeckt, Gefangen genommen, man experimentiert, die Einheimischen sind in Sorge und am Ende bricht das Vieh aus und kehrt zum ursprünglichen Domizil zurück.
Da kann eine Crawford in der Hauptrolle als Anthropologin auch noch so ernst und vehement bei der Sache sein, - was nützt es, wenn Trog verzückt mit einer Puppe spielt und ebenso angetan zu klassischer Musik schunkelt.

Zu solchen Aktionen passt natürlich auch der Rest. Drei junge Typen entdecken Trog in einer Höhle die komplett nach Kunststoff aussieht, einer wird erschlagen, der zweite erleidet einen Schock und der dritte darf gleich bei Frau Doktor assistieren. Derweil gibt sich Gough als streitsüchtiger Bürgerrechtler und stachelt den Inspektor an, während die Experimente mit dem Affenmenschen ins Hanebüchene abdriften, denn woher soll dieser Erinnerungsbilder von Dinosauriern haben, die lange vor ihm ausgestorben sind?

Ähnliche Schmunzelmomente könnte man zuhauf auflisten, wenn denn das Vieh auf Dauer etwas mehr Anlass zur Freude gäbe.
Denn die Affenmaske sieht verdammt billig aus, ein wenig mehr Flusen um den Kopf, etwas Latex vors Gesicht und ein etwas längerer Kiefer sind alles, was die schwache Verfremdung des Statisten ausmachen. Ab und an brüllt er, später formt er zaghaft Worte, ansonsten hampelt er rum und schaut verdutzt drein, was im Zusammenspiel mit den ganzen Ärzten, Professoren und anderen Spezialisten tatsächlich ein wenig Affentheater ergibt.

Dennoch kommt dabei ab und an gute Stimmung auf, sämtliche Darsteller sind mit Eifer bei der Sache und selbst ein David Warbeck in einer kleinen Nebenrolle überzeugt mit großer Spielfreude.
Leider wird die latent trashige Atmosphäre von teilweise etwas langwierigen Dialogpassagen unterbrochen, da man immer wieder mit philosophischen Ansätzen kommt, zwei unnötige Gerichtstermine dazwischen schiebt und die Schauplätze im Allgemeinen sehr karg ausgestattet sind, - die meiste Zeit spielt im Labor mit Käfig, raus darf der blöde Affe erst, als er keine mechanischen Spielzeuge mehr demoliert.

Etwas mehr Action hätte dem Verlauf gewiss gut getan, spannende Momente auch, doch wer sich über die billige Ausstattung und die völlig ernst agierenden Darsteller mit einem Typen im primitiven Affenkostüm amüsieren kann, sollte einen Blick – auf jeden Fall unter Gleichgesinnten - riskieren.
Naturwissenschaftlich betrachtet großer Quark, produktionstechnisch unter aller Kanone, inhaltlich größtenteils haltlos primitiv, ist genau diese Mischung etwas für jemanden, der auf diese ganz billigen Monsterfilmchen steht. Na ja, zumindest ein zaghafter Blick ist zu empfehlen.
6 von 10

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