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Zhang Zyri spielt eine Geisha, die bereits im Alter von neun Jahren in einem Geisha-Haus aufgenommen wurde und dort von einer brutalen und eifersüchtigen Ausbilderin unter ihre Fittiche genommen wurde, bis sie schließlich von einer weiteren Geisha, gespielt von Michelle Yeoh weiter ausgebildet wird. Nach ihrer Ausbildung schafft sie schließlich den gesellschaftlichen Aufstieg und wird zu einer der besten Geishas.

Nach seinem spektakulären Debüt mit "Chicago" wurde Regisseur Rob Marshall mehr oder weniger über Nacht zum Star und als er dann unter der Produktion von Stephen Spielberg die Regie für das Historien-Drama "Die Geisha" übernahm, dachte man doch eigentlich, dass etwas Sehenswertes dabei herauskommen würde, doch in diesem Fall gilt leider eher: Tolle Bilder, nichts dahinter. Sicherlich gelingt es Marshall die dünne Story in tollen Bildern mit hohem Schauwert zu verpacken, aber das kann doch nun wirklich nicht alles sein. Die Kulisse ist hervorragend und malerisch, die Maske ist nahezu perfekt, die Darstellerinnen sind wirklich hübsch und jede einzelne Szene ist ästhetisch und optisch perfekt. Neben der guten Ausstattung und der berauschenden Optik ist auch der Ton sehr gut. Die asiatischen Klänge eigenen sich als Musik recht gut und auch ansonsten sind die Ton- und Musik-Effekte nahezu perfekt, aber nachdem Marshall zuvor das Musical "Chicago" so gekonnt auf die Leinwand brachte, war ja auch nichts anderes zu erwarten gewesen. Aber ansonsten lässt seine Arbeit sehr zu wünschen übrig. Das Erzähltempo hält Marshall sehr gering und die starke Optik mag eine halbe Stunde lang fesseln können, doch spätestens dann beginnt der Film zu langweilen. Spannung kann Marshall mit dieser langatmigen Inszenierung nicht einmal ansatzweise aufbauen und auch Dramatik will bei diesem rührseligen und nervigen Werk nicht so richtig aufkommen und die dünne Story nervt ebenfalls und was bringt eine tolle Optik bitte, wenn sie keinen Inhalt vermitteln kann?

Autor Arthur Golden, der selbst lang in Japan lebte, brauchte fast ein Jahrzehnt, um den Roman "Die Geisha" zu schreiben, doch das, was man im Film schließlich zu sehen bekommt, hätte genauso gut in 2 Stunden geschrieben sein können. Ich weiß nicht, ob es am Roman oder am Drehbuch liegt, aber zunächst einmal mangelt es an Verständnis für die japanische Kultur, so gibt es nicht einen vielschichtigen Blick auf das Leben und die Sitten in Japan. Was es bedeuten muss eine Geisha, also im Prinzip ein wandelndes Kunstwerk zu sein, wird in diesem Film leider auch kaum behandelt und auch die immer wieder eingespielten Grundsätze einer Geisha machen den Einblick nicht anschaulicher und vielschichtiger. Die Charakterkonstruktion ist nicht weit über Rosamunde-Pilcher-Niveau und auch die Handlung ist nicht sonderlich überzeugend. Auch wenn "Die Geisha" nicht vorhersehbar ist, gibt es einfach zu wenige Wendungen, um die Laufzeit einigermaßen unterhaltsam zu füllen und damit ist die Story im Endeffekt ein Totalausfall, zumal sie den Zuschauer nicht einmal ansatzweise für das Thema begeistern kann und kein bisschen Interesse weckt.

Mit ihrem zierlichen zerbrechlichen, aber dennoch hübschen Äußeren ist Zhang Ziyi in der Hauptrolle sehr gut besetzt und trägt zum hohen Schauwert des Films bei. In den Szenen, in denen sie die kalte, aber attraktive Geisha mimen soll, leistet sie hervorragende Arbeit und überzeugt voll und ganz. Auch in den emotionalen Momenten ist Ziyi überzeugend und alles in allem hätte ihre Darstellung ein besseres Drehbuch verdient gehabt und somit kann sie nach "Hero" erneut in einer wirklich großen Produktion überaus positiv in Erscheinung treten. Nach seiner Oscar-Nominierung für "Last Samurai" war Ken Watanabe einer der gefragtesten Asiaten in Hollywood und auch in "Die Geisha" leistet er mit seiner ruhigen und liebenswerten Art sehr gute Arbeit und überzeugt auf ganzer Linie, genauso wie der restliche Cast.

Fazit:
Mit einem hohen optischen Schauwert und einer guten Besetzung lassen sich die flache Story und die gähnend langweilige Inszenierung leider nicht überdecken und hübsche Kostüme, eine sehenswerte Kulisse und nette Hintergrundmusik kann doch wirklich nicht alles sein. Eigentlich nur für ganz geduldige Fans von Melodramen empfehlenswert.

35%

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