Review

Das waren noch witzige Filme!


Parodien gab es schon seit den 70er Jahren in dem Umfang wie wir es kennen und zogen sich bis in die Neuzeit durch. So reichten die Qualitäten von Gut bis mau. Bekanntesten Vertreter des Subgenres waren unter anderem "Die nackte Kanone", "Hot Shots" sowie "Scary Movie". 1993 entstand unter der Regie von Gene Quintano (Sudden Death) die weitaus für das moderne Publikum unbekannte Verhohnepipelung "Loaded Weapon 1". Produziert wurde das ganze von dem amerikanischen Satiremagazin "National Lampoon's", das sich vor allem durch Filmprojekte wie "Hilfe, die Amis kommen" auszeichnete. An den Kinokassen weitgehend erfolgreich, konnte er seine Produktionskosten locker einspielen.

Sgt Billy York wird Opfer eines Verbrechens, wurde in ihrem Haus erschossen von den Schergen General Mortars, da sie im Besitz eines Mikrofilmes ist, der ein Rezept enthält, wie man Kokain in Kekse verarbeitet. Die beiden zusammengewürfelten Cops Colt und Luger werden mit dem Fall betraut, um Mortas auf die Schliche zu kommen und geraten dabei unwissentlich in Turbulenzen und andere unangenehme Situationen, die ihre Polizeiarbeit erschweren.

Eines vorneweg, "Loaded Weapon" gehört zu einen der besseren Vertreter in Sachen Parodien, der letzten drei Dekaden. Dabei werden Filmhits und Klassiker des Action- und Thrillerkinos veralbert ohne jeglichen Gewissensbisse, aber dafür mit stilprägender Substanz, nie unter der Gürtellinie, aber allemal bissig. Persifliert werden unter anderem vorrangig "Lethal Weapon", "Das Schweigen der Lämmer" und nicht zuletzt "Basic Instinct", die guten Wiedererkennungswert aufzeigen und einwandfrei in die plausibel konstruierte Handlung mit rotem Faden integriert werden, ohne dabei aus der Balance zu rotieren.Dabei werden Running Gags am laufenden Band gesetzt. Ein Gagfeuerwerk, bei dem jede Witzkanone zündet,selbst bei den Gagaklamauk und den comichaften Hintergrundmätzchen werden kaum Rohrkrepierer vermerkt, was nicht selbstverständlich ist. Quintano verstand es, ein Albernheiten-Eintopf zu zaubern und das mit einem tollen Cast, der sich sehen lassen kann. So wurden für die Hauptrolle Samuel Jackson, der sich hier mal von der witzigsten Seite zeigen durfte, Emilio Estevez als depressiver Pistolencop und Tim Curry als durchgeknallter Mr. Jigsaw gewonnen werden. Zudem wurde bis zu den Haarspitzen Cameos gecastet, unter anderem Richard Moll, Charlie Sheen, Corey Feldman und Whoopie Goldberg. Anspielungen auf "Stirb langsam" und "Chips" mit dazugehörigen Hauptpersonal finden auch ihren Platz. Dabei sollte erwähnt bleiben, das die Action auch nicht zu kurz kommt, bei all dem kindischen Nonsensfeuerwerk; da wird geballert, erschossen und in die Luft gejagt. Davon hätte man ruhig eine Fortsetzung nachdrehen können, was sich aus dem Titel vielversprechend herauslesen lässt. Leider wurde dies nie realisiert.

Klamaukige Spasskanone voller Albernheiten und Filmzitaten, top besetzt, anarchisch und gut gesetzten Pointen eingebettet in einer durchgängigen Story. Zündet und krepiert nicht, macht Fun und unterhält bestens. Parodiekino wie man es liebt. In bester Hot Shots Manier!


Ist die FSK:16 Freigabe gerechtfertigt? Nach heutigen Massstäben recht harmlos. Einschusslöcher und Tote ohne Blut, harmlose Gags, nie fäkal. Bedenkt man, das er im Kino mit ab 12 Freigabe lief und erst auf Medium die höhere Freigabe erfuhr. Ab 12 wäre auch angemessen gewesen.

Details
Ähnliche Filme