“I was still under contract to Republic at the time. The Long Voyage Home was right after Stagecoach, but I was still doing six-day westerns. I’d finished one western at twelve o’clock at night and the next morning I had to start a picture where I was a Swedish sailor, presumably with an accent, with no chance for any coaching. I had to play a straight part as a Swede, and my accent couldn’t clash with John Qualen’s, who was playing a comic Swede. I want to tell you, that was quite a switch from the night before, knocking people around and jumping on a horse.”
“I took about two hours a day and went over the things that I was going to have to do. . . . [Ford] never heard it or anything until the day we were going to shoot and he said, ‘Well, sit down here and read the lines.’ I read the lines. He said, ‘All right, put the camera here.’ And he shot the scene. But that was the only really truly hard scene to do.”
~ John Wayne
Getragen, Tragisch und dramatisch von Beginn an, mit Metaphern gehalten, mit Sehnsucht in der Einleitung, mit träumerischen Bildern, wie ein Rausch und eine Halluzinationen, ein Versprechen und ein Vortäuschen dessen, ein besseres Leben wird vor den Augen der Männern angedeutet, die Nachrichten sagen etwas anderes, der Krieg existiert. Feindeinwirkungen, Explosionen, Tote und Verletzte, im Radio die Meldungen, an Bord herrschen raue Sitten, es wird Landurlaub verboten, arme Gestalten an Bord, von Rum und Frauen wird geträumt, “The Moon of the Caribees“, ein Verbot des Lebens hier:
Ein britischer Trampdampfer namens SS Glencairn befindet sich auf der langen Heimreise von den Westindischen Inseln nach Baltimore und dann nach England während des Zweiten Weltkriegs. Die Crew ist ein bunt zusammengewürfeltes, lebenslustiges und trinkfreudiges Volk. Unter ihnen ist ihr Konsensführer, ein mittelalter Ire namens Driscoll [ Thomas Mitchell ]; ein junger schwedischer Ex-Landwirt, Ole Olsen [ John Wayne ]; ein boshafter Verwalter mit dem Spitznamen Cocky [ Barry Fitzgerald ]; ein grüblerischer, Lord Jim-ähnlicher Engländer, Smitty [ Ian Hunter ]; und ein kräftiger, durchweg verlässlicher Kämpfer, Davis [ Joseph Swayer ]. Als die Besatzung entdeckt, dass die Ladung Sprengstoff ist, rebellieren sie.
“A forward section of the main deck of the British tramp steamer Glencairn, at anchor off an island in the West Indies. The full moon, half-way up the sky, throws a clear light on the deck. The sea is calm and the ship motionless. On the left two of the derrick booms of the foremast jut out at an angle of forty-five degrees, black against the sky. In the rear the dark outline of the port bulwark is sharply defined against a distant strip of coral beach, white in the moonlight, fringed with coco palms whose tops rise clear of the horizon. On the right is the forecastle with an open doorway in the center leading to the seamen’s and firemen’s compartments. On either side of the doorway are two closed doors opening on the quarters of the Bo’sun, the ship’s carpenter, the messroom steward, and the donkeyman — what might be called the petty officers of the ship. Near each bulwark there is also a short stairway, like a section of fire escape, leading up to the forecastle head (the top of the forecastle) — the edge of which can be seen on the right. In the center of the deck, and occupying most of the space, is the large, raised square of the number one hatch, covered with canvas, battened down for the night. A melancholy negro chant, faint and far-off, drifts, crooning, over the water. Most of the seamen and firemen are reclining or sitting on the hatch. PAUL is leaning against the port bulwark, the upper part of his stocky figure outlined against the sky. SMITTY and COCKY are sitting on the edge of the forecastle head with their legs dangling over. Nearly all are smoking pipes or cigarettes. The majority are dressed in patched suits of dungaree. Quite a few are in their bare feet and some of them, especially the firemen, have nothing on but a pair of pants and an undershirt. A good many wear caps. There is the low murmur of different conversations going on in the separate groups as the curtain rises. This is followed by a sudden silence in which the singing from the land can be plainly heard.“
Eine seltene Großzügigkeit wird von Offiziersseite aus geboten und gegönnt, er kennt und weiß bereits von der anstehenden Mission, der tödlichen Operation, er erlaubt seinen Untergebenen noch einen schönen Moment, einen letzten Singsang, das “Wehklagen der armen Menschen“, geplagt von der Vergangenheit, ein schwimmender Seelenverkäufer, Wayne anfangs kaum auffällig, trotz Erstnennung zusammen mit Mitchell. Psychologisch wird das hier angegangen, es gibt ernste Gespräche, es wird nachgehorcht und nachgeforscht, die Hintergründe erfragt, die Beweggründe, Alkohol als die Hausapotheke, Trübsal wird geblasen, dann die erste Schlägerei, unter Kameraden.
Die Heizer und Matrosen sind aufeinander losgegangen, der feuchtfröhliche Abend eskaliert, es geht von Indien über Amerika nach England, “Bound East for Cardiff“, das ist der Plan, darum dreht sich alles, meist wird auf dem Ozean verbracht, zwischendurch ein Hafen angemacht. Viele der Männer haben kein Zuhause mehr, eine Fahrt durch die Kampfzone geplant, eine Handelsflotte eigentlich, “unbesungene Helden“, mit einer speziellen Ladung im Lager, das stand so nicht im Vertrag. Ein Aufgeld gibt es, eine Gefahrenzulage, eine kurze offizielle Ansage. Eingepfercht auf einem engen, verwinkelten Frachter, keine Rückzugsmöglichkeit, keine Privatsphäre, keine Intimität, es erinnert ein wenig an den späteren Kennwort: Morituri (1965) hier, die s/w-Fotografie, das Spiel mit Licht und Schatten, der Unterschied im Rang und Motivation, im Ansinnen und der Hierarchie.
Ein Mensch nutzt die letzte Chance zur Flucht; ausgerechnet der, der vorher vor Kummer und Verzweiflung an der Flasche hang, der dem Land abgeschworen hatte und der mit der Gegenwart oder gar der Zukunft abgeschlossen, ein Rennen aus dem Dunklen und Schwarzen der Nacht in das Licht, mitten in die Bewachung, die Hafenpolizei hinein. Ein kurzer Schimmer der Hoffnung, wird aus letzten Antrieb das Heil im Entkommen, im Weglaufen gesucht, eine Verhinderung durch fremde Personen, durch Daheimgebliebene, durch nicht Involvierte; die Nerven liegen blank, von Anfang an. Gefangen im Schiff, gefangen auf hoher See, den Gefahren der Natur zusätzlich ausgesetzt, einem Sturm, Flutwellen, einem Unwetter höchsten Ausmaßes, Wassermassen spülen über die wehrlosen Männer hinweg. Ein Todessschiff, kein richtiger Arzt vorhanden, einem ist die Rippe in die Lunge gedrungen, er spuckt schon Blut, er weiß um sein Schicksal, er war der Natur und ihren Urgewalten ausgesetzt.
Ein Kriegsdrama, vom Ersten Weltkrieg (die Veröffentlichung des ursprünglichen Vierakters von Eugene O'Neill war 1917; O'Neill selber sprach Ford sein Wohlwollen und Wohlgefallen aus, obwohl der Film selber ein Verlustgeschäft war) in den Zweiten Weltkrieg verlegt, beides nichts mit glorreich, nichts mit heldenhaft hier, einfach der Kampf um das Überleben, Wayne hier meist als Neutraler, er wird immer zum Aufhören und nach Hause reisen aufgefordert, er ist der Einzige noch mit einem Trauten Heim und einer Familie. Ein langes Sterben statt einem Leben hier, ein Todeskampf, The Long Voyage Home, eine Seebestattung, eine Übergabe vom Meer an das Meer. Die Mannschaft unter Deck vom “Hungerdampfer“ wird meist im Unklaren gelassen, wer wann wo und wie, ansonsten herrscht Routine, man tut seinen Dienst, man hält Wache, man spioniert, viel im Schimmer gehalten, Verstecke und Lügen überall, die Figuren so (un)durchschaubar wie der Nebel, den man umfährt, man traut sich selber nicht, eine stete Unsicherheit, immer in Unruhe und Bewegung.
Von U-Booten und Seeminen wird gesprochen, darum geht es aber nicht, es ist (trotz einem Fliegerangriff) kein Spektakelfilm, ein Drängen auf wenigen Quadratmetern, ein Pulverfass, “Was wird hier eigentlich gespielt?“, ein Gedankenkreisen, ein durch die Unendlichkeit und die Endlichkeit reisen. Meist spielt es in der Schlafstatt, dem Aufenthaltsort der Figuren, ein Außenseiter noch weiter nach außen getrieben, ein Tribunal veranstaltet, Diktatur gegen Demokratie, Zweifel gesät und ausgelebt, eine Bloßstellung passiert, die Gefahren erst dann, wenn man nicht damit rechnet.