Gut 300.000 Kinobesucher für eine Komödie mit dieser Besetzung sind in Südkorea nicht gut, man könnte "Mr. Housewife" oder "Quiz King" wie er alternativ genannt wird auch als Flop bezeichnen. Grosse Namen alleine ziehen nicht immer und selbst Han Seok-kyu und Sin Eun-kyeong in einem Film zusammen schaffen noch keinen Erfolg. Beide haben Megaerfolge in Südkorea hinter sich und bei beiden glaubt man, sie wursteln sich sehr behäbig und fast schon ausruhend durch den angenehm unaufgeregten Film hindurch. Solide aber niemals wirklich grandios spulen sie ihre Rollen ab, an einigen wenigen Stellen blitzt ihr Können auf und diese kurzen Momente müssen reichen. Das tun sie nicht und es gibt ganz knappe 6 Punkte für einen mässig lustigen und vom Thema her wenig innovativen Film.
Ein typisch südkoreanisches Ehepaar sind Cho Jin-man ( gespielt von Han Seok-kyu ) und seine Frau Soo-hee ( gespielt von Sin Eun-kyeong ) nicht gerade. Er ist arbeitslos und kümmert sich als Hausman um die gemeinsame Tochter Da-na ( gespielt von Seo Sin-ae ). Daneben fungiert er im Wohnblock als eine Art Hausmeister und ist Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der diversen Nachbarinnen. Jin-man kann kochen und hält die Wohnung sauber, er wäscht und erledigt die Einkäufe während seine Frau bei einem Fernsehsender arbeitet.
Die Rollenverteilung ist ungewöhnlich aber sie funktioniert ; bis Jin-man 30 Millionen Won an eine betrügerische Nachbarin verliert und Soo-hee ihrer Fernsehshow beraubt wird. Sie kämpft ums Überleben und wird vom männlichen Kollegen Nam-kyu ( gespielt von Lee Joo-hyeon ) bedrängt und Jin-man kommt auf die Idee, bei einer Quizshow für Hausfrauen das verlorene Geld zurück zu gewinnen.
Die Rollenverteilung und damit die Ehe der beiden gerät ins Wanken, sie trennen sich und alles scheint in Frage gestellt ; doch Jin-man gewinnt Runde um Runde und kommt sogar als erster männlicher Teilnehmer der Show gefeiert ins Finale.
Mit dieser Art der alternativen Rollenverteilung in einer modernen Ehe könnte man in der westlichen Welt wohl keinen Blumentopf mehr gewinnen ; mehr als ein paar Blumentöpfe wurden es in Südkorea dann aber auch nicht. Wenn auch die Gesellschaft dort noch sehr an traditionellen Rollen festzuhalten scheint, der Film plätschert eher unauffällig vor sich hin, bekommt ein rührendes Ende und ist unspektakulär vorbei.
Die beiden Hauptdarsteller spielen mit angezogener Handbremse und lösen diese auch niemals wirklich im Verlauf des Films. Sie sind solide und zehren von ihren zweifelsfrei vorhandenen Fähigkeiten, mehr aber auch nicht. Schön anzusehen sind Filmmutter Kim Soo-mi und Filmtochter Seo Sin-ae. Letztere bekommt ein berührendes Finale und die Werte der Familie werden zum Ende hin deutlich unterstrichen.
Mit einer ebenfalls soliden Inszenierung ohne Ausschweifungen fährt Regisseur Yoo Seong-dong stets im sicheren Gewässer und legt zum Schluss bei ruhigem Wellengang an.
Leichte und zurückhaltende Unterhaltung über 107 Minuten lassen einen wohlig zufriedenen aber sicher nicht überzeugten Betrachter zurück. Knappe 6 Punkte heben "Mr.Housewife" nur so gerade eben über den Durchschnitt. Ein Film also für "zwischendurch" ; wohl auch für die beiden Hauptdarsteller.