Review

Bei dem Film ist es mal wieder schwer, er ist nicht schlecht sondern scheint sehr routiniert abgedreht worden zu sein und kommt extrem solide daher. Dabei ist es das Regiedebut von Son Hee-chang und ein weiteres Beispiel für die erschreckende Leistungsdichte im koreanischen Kino.
Der Film und die Story bringen nichts Neues und dennoch verpacken sie das Vorhersehbare auf erstaunlich gute Weise. Diese Polizeithriller mit melodramatischem Einschlag bürgen bei den Südkoreanern für Qualität und erschweren den Genuss für den westlichen Zuschauer höchstens durch die omnipresente Überlänge und die Überzeichnungen bei Melodramatik oder Komik. Bei der Komik hält der Film sich bescheiden zurück, bei der Melodramatik überzieht er in einigen Situationen bedenklich. Dennoch vermag die Mischung zu unterhalten, der Film ist nicht nachhaltig doch bei massentauglichem Entertainment ist dies auch nicht erforderlich. Knappe zwei Stunden Cops und Gangster am Limit, für koreanische Verhältnisse recht ansprechende Action und Stunts, völliges Ausblenden einer Lovestory schon in ihren Ansätzen ; das alles soll die rauhe und harte Wirklichkeit der Cops im Alltag zeigen und die Zuschauer in ihren Kinosesseln fesseln.
Bei knapp 1.000.000 Besuchern hat das funktioniert ; also auch hier knapp überdurchschnittlich.

Der Cop Kim Hong-joo ( gespielt von Kim Min-joon ) ist der Draufgänger seiner Einheit. Er riecht förmlich das Verbrechen und hat einen auch für seine Kollegen beängstigenden Instinkt. Damit liefert er die meisten Punkte für seine Einheit und diese schafft dadurch immer wieder die erforderliche Erfolgsquote.
Bei einem Discobesuch mit seiner Freundin verhaftet er einen ihrer Bekannten wegen Drogenbesitzes und beendet damit förmlich sein Privatleben. Die Freundin ist weg doch der Typ erweist sich als Glücksgriff. Er bringt die Einheit auf die Spur eines gigantischen Drogenringes und vor noch nie dagewesene Aufgaben.
Zusammen mit seinem erfahrenen Partner Moo Bong-soo ( gespielt von Heo Joon-ho ) und der sich selbst übertreffenden Verkehrspolizistin Lee ( gespielt von Nam Sang-mi ) beginnt nun die Einheit damit, den Drogenring um den skrupellosen Geschäftsmann Seo Tae-du ( gespielt von Yoon Tae-yeong ) langsam aber sicher auffliegen zu lassen.

Die Story also ist altbekannt und auch die Zusammensetzung der unterschiedlichen Charaktere ist schon oft erfolgreich durchgespielt worden. Der junge aber noch nicht erfahrene Cop mit dem alten und gebrochenen Partner ; beide ohne Privatleben aber mit Idealen für ein Dutzend Filme mehr. Daneben ein Chef im Format des leicht übergewichtigen Papatyps, er hält die Einheit zusammen und stellt sich wenn nötig auch hinter seine Männer. Diese Rolle des Captain Yuk spielt Veteran Jang Hang-seon solide und ohne Makel.
Die einzige Frau im Team bleibt erschreckend asexuell und stört die Männerwelt nun wirklich überhaupt nicht ; Nam Sang-mi ist als unscheinbares niedliches Mädchen neben überlegenen Männern perfekt besetzt und fällt nur zum Ende ein wenig mehr auf.
Der Bösewicht dagegen ist ein Glücksgriff. Ein Schönling ohne Gewissen, selbstverliebt und überheblich, arrogant und skrupellos und zum Finale hin unbeugsam bis zum letzten Schlag ins Gesicht. Die Gegensätze sind so extrem, dass es keine Überlegungen braucht wie der Zuschauer sich ausrichtet ; diese Ausrichtung übernimmt das schnörkellose und dichte Script des Films fast alleine und Darsteller Yoon Tae-yeong spielt dermassen wiederwärtig, dass man ihn hassen muss.
Schnelle Schnitte und gute Musikuntermalung runden einen Film mit viel Tempo ab, die Überlänge wird als solche kaum empfunden und hält sich in Grenzen.
Einziges Manko ist die überzeichnete Melodramatik in Form einer regelrechten Brandrede des Hauptdarstellers. Natürlich formt der erfahrene Cop seinen jungen Kollegen zum vollständigen Polizisten und gibt ihm sein Wissen und seine Werte weiter. Natürlich endet die Zusammenarbeit der beiden Männer tragisch und es kommt ein Racheaspekt dazu. Gegängelte Polizisten die ihr Leben einbringen gegen feige Verbrecher die aus dem Vollen schöpfen können ; diese Bedingungen hätte man auch zurückhaltender und subtiler darstellen können als in Form dieser extrem dramatischen Ansprache im Film geschehen.
Aber egal, "Never to lose" leidet nur sehr bedingt darunter und findet schnell in seine Spur zurück und rollt unaufhaltsam dem grossen Showdown entgegen. Der ist wenig innovativ aber solide und nicht schlecht.
Es ist halt schwierig mit diesen Südkoreanern ; wenig innovativ aber verdammt nicht schlecht gibt es knappe aber überdurchschnittliche 7 Punkte.

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