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Türkei: Durch ein Erdbeben werden in einem Vulkan urzeitliche Pterodactylus-Eier freigelegt, aus denen dann nach Millionen von Jahren doch tatsächlich noch einige Flugsaurier schlüpfen, die schon bald darauf für Angst und Schrecken in dem abgelegenen Landstrich sorgen. Der Paläontologie-Professor Michael Lovecraft, der mit seinen Schülern gerade eine Exkursion in der besagten Gegend durchführt, staunt dann auch nicht schlecht, als er den fliegenden Biestern über den Weg läuft und diese ihm seine Schützlinge direkt vor der Nase wegfuttern. Und dann gibt es da noch eine Spezial-Einheit des US-Militärs unter der Führung von Captain Bergen, die den Auftrag hat, den Terroristen-Führer Yolen, der da irgendwo im Wald hockt, dingfest zu machen und die nun ebenfalls in den Pterodactylus-Kuddelmuddel verwickelt wird... Wie tief kann man sinken? 1985 hatte Mark L. Lester mit "Phantom Kommando" noch eines der quintessenziellen Arnold Schwarzenegger-Vehikel und einen echten Actiongülle-Evergreen gefertigt, der bis heute nichts an Glanz verloren hat, zwanzig Jahre später reicht es dann aber schon nur noch zu diesem unterproduzierten Monster-Filmchen, das wie so viele seiner Sorte schnell auf dem (damals noch) Sci-Fi-Channel verklappt wurde. "Pterodactyl - Urschrei der Gewalt" (guter Titel!) unterscheidet sich dann auch keinen Deut von dem Genre-Müll, den der Sender einem sonst so kredenzt, und profitiert auch nicht mal im Ansatz von der Hollywood-Erfahrung seines Machers, denn Lester dilettiert hier inszenatorisch genauso arg wie irgendein dahergelaufenes No-Name-Arschloch auf dem Regie-Stuhl und versucht dem Zuschauer mit seinem Schrott-Streifen zudem auch viel zu oft ein X für ein U vorzumachen: Da sollen ein paar auf die Schnelle hingerotzte Computer-Grafiken und ein wenig fader CGI-Splatter wohl als "VFX" durchgehen, was sich in etwa genauso überzeugend ansieht wie Coolio in der hartärschigen Soldaten-Rolle... also überhaupt nicht. Dann gibt es da auch noch echt zu viele Szenen, in denen die Darsteller am Set einfach mit ihren Knarren in die Luft geballert haben und später in der Post die ruckelig animierten Flugsaurier eingefügt wurden, was einen wohl über den eklatanten Mangel an "richtiger" Action und knalligen Set-Pieces hinwegtäuschen soll (No way José!). An Erbärmlichkeit ist das alles dann auch fast nicht zu überbieten, wozu dann wiederum der billige TV-Film-Look der Fotografie von Albert Pyuns Stamm-DP George Mooradian bestens passt. Okay, wenn dann später in einigen Inserts Gummi-Handpuppen satt im Gekröse wühlen und die üblen Body-Props aus der Kiste geholt werden, kommt zumindest noch ein wenig trashige Stimmung auf, aber der gesamte Rest hat da beinahe schon "Birdemic"-Niveau! Ach ja, übrigens... der nett gemeinte Gag, die Figuren im Film nach bekannten Science-Fiction-, Horror- und Fantasy-Autoren zu benennen zieht nicht, weil man die Namen im allgemeinen Durcheinander eh nicht mitkriegt...

2/10

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