Die politisch äußerst explosiv geladenen Anfangsjahre der "Weimarer Republik" waren bekanntlich geprägt von überaus hart und militant geführten Auseinandersetzungen zwischen den politischen Lagern, sowie einer politisch voreingenommenen Polizei, die oft ziemlich intrigant agierte.
Die in der alten deutschen Bundesrepublik weitgehend unbekannte Defa-Produktion "Das Lied vom Trompeter" erzählt nun in Anlehnung an einen Roman von Otto Gotsche die höchst dramatisch verlaufende Biografie des Arbeitersohnes Fritz Weineck, der mit seiner Signaltrompete als eine Art Maskottchen der marschierenden Rotfront dargestellt wird. Denn Weineck ist gleichzeitig die kompromisslose Leibwache des Hamburger Kommunistenführers Ernst Thälmann...
"Das Lied vom Trompeter" glänzt in all seiner politischen Rotfärbung mit der anspruchsvollen Kameraarbeit von Günter Haubold und einem oft herausragenden Szenenbild in ausdrucksvollem Schwarz-Weiß. Schade, dass am Ende doch die politischen Parolen die Oberhand über die recht charismatisch gespielten Charaktere gewinnen. Dennoch handelt es sich beim "Lied vom Trompeter" gerade wegen seiner speziellen Sichtweise um eine praktisch konkurrenzlose Produktion, die man aus Gründen der politischen Bildung unbedingt einmal gesehen haben sollte.