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Es hat lange gedauert, bis ich endlich einen kostensparenden Weg gefunden habe, die beiden für sich stehenden Dr.Who-Abenteuer, die anno 1965/66 in die Kinos kamen, endlich mal zu sehen, eine der wenigen Leistungen für die ich Dachbodensender wie Tele5 mal sehr dankbar bin.

Blicken wir zurück nach good old Britannia anno 1965: Dr. Who ist seit gut zwei Jahren der absolute Quotenhit und wird inzwischen nicht nur von Kindern, sondern von Millionen gesehen. Die Historienabenteuer sind klasse, aber was die Fans wirklich wollen, sind außerirdische Bedrohungen und die von Terry Nation entwickelten Daleks, wie Pfefferstreuer aussehende Hüllen, die die eigentlichen Aliens beherbergen, werden der Hit auf dem Vermarktungssektor, alle lieben Daleks, jedes Serial mit ihnen ist ein Quotenhit.

Warum also den guten Doktor nicht auch einen Blick ins Kino werfen zu lassen, weswegen Filmmogul Milton Subotsky die Rechte an drei Who-Filmen für eine überschaubare Summe erwarb und so einen eigenen Dr. Who entwarf, der nicht zum Kanon der Serie zählt, aber zur Franchise.

Also wurden auch hier prominent der Doktor mitsamt seiner Police-Box-Zeitreise-Devise „TARDIS“ gegen die Daleks gestellt und die Popularität war so hoch, dass sich sogar der universell versierte Horrormime Peter Cushing nicht zu schade war, die Hauptrolle zu übernehmen, wenn auch mit Perücke.

Für den Kinorelease wurden allerdings einige Details zur Serie verändert, so ist z.B. der Doktor in den Filmen kein Außerirdischer wie in der Serie, sondern eine Art kurioser Erfinder, der die Tardis, seine Zeit-Reise-Einheit in Form einer Police-Box selbst gebaut hat. In die innen natürlich wesentlich größere Telefonzelle verirren sich bei einem Versuch nicht nur der Doktor und seine Enkelinnen Susan und Barbara, sondern auch Barbaras Freund Ian – und schwupps reist man versehentlich auf einen anderen Planeten.

Wer sich mit Who auskennt, weiß, dass der sich nun auf dem Planeten Skaro ausbreitende Konflikt zwischen den alles zerstörenden Daleks und den menschenähnlichen einheimischen Thals, auf dem TV-Serial „The Daleks“ beruht, welches 1963/64 als zweites Serial überhaupt produziert wurde.

Die Daleks haben hier den Planeten verheert, überall herrscht Radioaktivität, nur die überlebenden Thals haben ein Medikament gegen die Strahlungsverseuchung, die natürlich auch die Daleks als Chance sehen, ihre metallenen Körper zu überwinden und noch mehr Tod und Verderben zu bringen.

Im Kern dreht sich der Film dann – bei hübschen Studiosets eines versteinerten Walds und einer futuristischen Stadt – quasi im Kreis, wenn alle Parteien bemüht sind, die Formel für sich zu reklamieren, gefangen unter Daleks am Leben zu bleiben und die Thal davon zu überzeugen, dass sie mit pazifistischer Verweigerung hier nicht wirklich weiter kommen. Irgendwann kommt auch noch eine Neutronenbombe ins Spiel, doch selbst bei 82 Minuten Lauflänge ist das Ergebnis bestenfalls hübsch für Jüngere, aber nicht wirklich mitreißend. Cushing selbst steht dabei tatsächlich hinter der unvermeidlichen Kinderrolle seiner Enkelin Susan (Roberta Tovey spielte die Rolle in beiden Filmen) zurück, während Ian Chesterton, Barbaras Freund für die physischeren Szenen zuständig war und comic relief bot.

Doch damit soll keine kindliche Produktion umschrieben werden, es geht schon manchmal eher grimmig zu Sache, wenn die unterschiedlichen Vorhaben, etwa das Vordringen in die Stadt diverse Todesopfer fordert. Die Bemühungen gehen offenbar dahin, dass immer etwas los sein musste und das ist es auch, wenn aus heutiger Sicht der Endloskreis aus Gefangennahmen und Befreiungen weniger kreativ wirkt.

Dennoch war der Film ein Erfolg, vor allem an den britischen Kinokassen, wo die Dalek-mania eh alles in Flammen stehen ließ, aber effektiv war er kostengünstig, aber gekonnt in Studiodekorationen produziert worden.

Für Fans der Serie ist der Film ein knallbuntes Extra im Kinoformat, ohne die längeren Dialogstrecken der Serials, aber auch mit weniger Tiefe und Exotik, doch die Übertragung des Cliffhanger-Erzählens in eine Kinohandlung wirkt heute ein wenig ermüdend. (5/10)











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