So kennt man Regisseurin Dorris Dörrie: Immer wieder analysiert sie die Schwierigkeiten in der Verbindung zwischen Mann und Frau. So ist auch mit "Der Fischer und seine Frau" nicht viel Neues entstanden, obwohl sie sich hier bemühte, Grimms Märchen einfließen zu lassen.
Zur Story: Ein verwunschenes Ehepaar in Fischgestalt kann erst dann wieder menschlich werden, wenn sich ein Ehepaar auch nach 3 Jahren noch liebt. Bei Otto (Christian Ulmen, "Herr Lehmann") und Ida (Alexandra Maria Lara, "Der Untergang") scheint dies der Fall zu sein. Nachdem sie sich in Japan kennen und lieben gelernt haben, kehren sie zurück nach Deutschland und bekommen ein Kind. Doch dann droht die Beziehung an Ottos Phlegma - er will nicht mehr als Kois züchten - und Idas Streben nach Selbstverwirklichung als Modedesignerin zu zerbrechen...
Meist lustig, mal frustig wird die farbenfrohe aber dennoch zu konventionelle Geschichte eines Ehepaars mit Macken erzählt. Ulmen ist wieder einmal herrlich kratzbürstig und auch die Lara holt aus ihrer Rolle alles heraus. Schade nur, dass sich der Film zu oft mit Alltags-Banalitäten - die zugegebenermaßen meist heiter komisch serviert werden - herumschlägt und die Nebenfiguren etwas klischeehaft gezeichnet sind. Den besten (Gast-)Auftritt hat hier "Stromberg" Klaus Maria Herbst, der als Eheberater den besten Witz des Film erzählen darf (Stichwort: Marmelade). Das Grimmsche Märchen wird dabei nur als poetischer Aufhänger vergeudet.
Fazit: Sehr unterhaltsam und ausgesprochen witzig. Schade nur, dass man Ähnliches schon oft gesehen hat. Die Schauspieler mühen sich aber redlich.