Hier ist er, einer der wohl bekanntesten und meist diskutiertesten Filme aller Zeiten. Trotz seiner Indizierung und auch Beschlagnahmung ist "Muttertag" wohl jedem angehenden Filmfan ein Begriff. Aber leider nur wegen seiner gezeigten Gewalt...
Die drei ehemaligen Schulfreundinnen Jackie, Abbey und Tina machen wie jedes Jahr ein Wochenend-Camping im Wald. Zu Beginn sieht man, wie sich die drei Freundinnen, die in verschiedenen Städten Amerikas wohnen, auf das Camping vorbereiten. Bald sind sie dann im Wald und fallen 2 geisterkranken Brüdern zum Opfer, die die 3 Freundinnen entführen und zu ihrer gemeinsamen Mutter und ihrem Haus bringen. Dort wird Jackie brutalst vergewaltigt, gefoltert und gequält. Kurz darauf erliegt sie ihren Verletzungen. Tina und Abbey schaffen die Flucht aus dem Haus und schwören blutige und brutale Rache...
Ich denke, jeder, der sich unter "Muttertag" eine Splatterorgie wie "Braindead" oder "Premutos" erwartet, wird nach dem Ansehen sehr enttäuscht sein. Trotz seiner doch vorhandenen, intensiven Gewaltdarstellungen, legt "Muttertag" mehr Wert auf Atmosphäre und Spannung. So kommt es mir zumindest vor. Das gelingt ihm auch, selten hat man einen kränkeren und irreren (wenn es das Wort gibt) Film gesehen wie "Muttertag". Überall, an jedem Ort, taucht da ein Verrückter auf. Sei es am Anfang auf der Pool-Party, später in der Stadt oder der Mann in dem kleinen Tante-Emma-Laden. Überhaupt nichts Positives wird in dem Film geschildert, was ihn sehr krank und deprimierend macht. Gescholten wird der Film sicher dadurch, weil es erstens absolut nicht im Geringsten ein Motiv für die Mutter und ihre beiden Söhne gibt und zweitens weil der Film demnach keine Aussage hat. Und genau das ist es, was "Muttertag" die grässliche Atmosphäre verlieht. Die Frage nach dem "Warum?" bleibt den ganzen Film über ungeklärt, dadurch verspürt man noch mehr Ratlosigkeit, noch mehr Verzweiflung und noch mehr Hass gegenüber den verrückten Brüdern und ihrer Mutter. Die Gewaltdarstellungen, durch die der Film beschlagnahmt wurde, sind zwar ordentlich, aber nicht übermäßig brutal. Da kommt die Vergewatigung an Jackie bei weitem schlimmer rüber. Aber wie bei fast jedem Film ist die Beschlagnahmung etwas übertrieben, eine Indizierung ist natürlich gerechtfertigt, doch dabei hätte es man auch belassen können.
Die Schwäche an "Muttertag" ist wie bei den meisten damaligen "Gewaltschockern" gleich, es gibt einfach zu viele Längen. Wenn man mal genau aufpasst, merkt man, dass nicht ein richtiger Dialog gesprochen wird. In der zweiten Hälfte muss das natürlich auch nicht sein, aber Dialoge sind zur Charakterisierung sehr geeignet, die bleibt aber durch fehlende Dialoge aus. Klar fühlt man mit den 3 Freundinnen mit, man hätte es aber noch tragischer machen können, hätte man auch mehr Wert aufs Alltägliche gelegt, nicht nur auf Spannungsaufbau und Gewaltdarstellungen.
"Muttertag" als Film zu sehen, ist schwer. Im Gegensatz zu "Heat" oder sonstigen Größen müsste er dann nämlich 1 Punkt bekommen. Nicht weil er so abnormal schlecht ist, sondern weil man "Muttertag" mit Hollywoodfilmen nicht vergleichen kann. Deswegen muss man "Muttertag" mit anderen Filmen wie "Sado", "Eaten Alive", "New York Ripper" und wie das ganze Zeug heißt irgendwo anders einstufen. Und da die Atmosphäre sehr gut gelungen ist und an dem Film irgendwie alles verrückt und sinnlos ist, gibts 7/10 Punkte. Schon ein schockierender Film!