Am Anfang schuf Gott den Wald. Dann den Hinterwäldler und dann das Opfer.
MUTTERTAG ist buchstäblich die Mutter allen Hinterwäldlerhorrors! Viele Klischees und Charaktermerkmale haben hier ihren Ursprung. Die Hinterwäldler sind zurückgeblieben, hässlich und sexuell unterversorgt. Bei den Opfern handelt es sich um geile Ischen in Hotpants und bauchfrei. Der Film ist zweifelsfrei Kult und das, obwohl sich MUTTERTAG selbst bei diversen Vorbildern, wie FREITAG DER 13., TEXAS CHAINSAW MASSACRE, I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT, bedient zu haben scheint. Was MUTTERTAG dennoch in gewisser Weise besonders macht, sind seine überaus hohen Sleaze-Werte. Der Film ist schmutzig, versaut, pervers und er scheint sich seiner Abartigkeit in keinster Weise zu schämen, ja sie beinahe gar zu zelebrieren. Dass es sich beim Regisseur um den Bruder von „Troma“-Chef Lloyd Kaufman handelte, erklärt einiges. Darüber hinaus verquickt der Streifen aber auch Folter und Vergewaltigung mit so etwas ähnlichem wie humoristischen Elementen, was ihn zu etwas wirklich abgrundtief Niederträchtigem, Bösem und absolut ungeeignet für den nächsten Familienabend macht.
Der Anfang ist jedoch wirklich tricky eingefädelt. Ein altes Omchen nimmt zwei Hippies der Marke Manson Family mit dem Auto mit. Die Stimmung deutet an, dass die Hitchhiker der alten Dame den Garaus machen wollen. Schließlich sind es aber doch die Söhne des Muttchens, die dem Hippiepärchen ans Leder gehen, was die freundliche, alte Dame mit Lob und Applaus honoriert.
Der Anfang ist Comedy, was folgt ist debil, dreckig und brutal. Drei befreundete Frauen feiern eine Art privates Klassentreffen, indem sie zum Zelten aufs Land fahren. Dort werden sie von den zurückgebliebenen Söhnen der Alten aufgegriffen, entführt, verschleppt, vergewaltigt und auf diverse Arten erniedrigt. Der Dude würde sagen: „Die Jungs behandeln Objekte wie Frauen!“. Eine der Damen geht hops, die zwei anderen entkommen der Tortur, sinnen aber auf Rache und machen schließlich die ganze Redneck-Sippschaft alle. Einer der Brüder wird mit Abflussfrei gemästet und endet mit dem Kopf im Fernsehgerät. Die liebe Mutti wird mit einem Paar Plastiktitten erstickt. Am Ende treten die Parallelen zu Rape&Revenge-Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE und LAST HOUSE ON THE LEFT geradezu überdeutlich heraus, wenngleich der Vergewaltigungspart nicht gar so heftig ausfällt wie in den eben genannten Werken.
Gewalt spielt den ganzen Film über freilich eine große Rolle. Brutal ist jedoch nicht unbedingt, was gezeigt wird, sondern vielmehr wie es gezeigt wird. FX sind rar und wenn, dann sind sie echt mies. Höhepunkte sind eine Enthauptung mit der Machete und eine Axt in den Schritt, beides jedoch an Billigkeit kaum zu übertreffen. Auf welch abscheuliche Weise Frauen hier gedemütigt und misshandelt werden und das gestörte Verhältnis, das die herrschsüchtige Mutter zu ihren degenerierten Söhnen hat, verleihen dem Film definitiv das Prädikat „besonders abstoßend“.
Was dem Streifen an Spannung und Ideenreichtum fehlt, macht er definitiv mit Niederträchtigkeit wieder wett.
Gore: (+)(+)(+)(-)(-)
Thrill: (+)(+)(-)(-)(-)
Sleaze: (+)(+)(+)(+)(+)
“Mother, Tell Your Children Not To Walk My Way…” (Danzig – “Mother”)
Fazit:
I SPIT ON YOUR GRAVE goes Backwood-Slasher! Nicht gerade intelligent, geschweige denn moralisch einwandfrei, dafür aber bitterböse, abgrundtief dreckig und herrlich sadistisch!
Ein absoluter Klassiker seines Fachs!