Review

Drei Freundinnen sind auf dem Weg in die Wälder. Der Wochenendtrip an einen See nimmt jedoch alsbald eine schlimme Wendung, als die Damen von zwei Kerlen verschleppt werden und im Beisein der sich darüber amüsierenden Erzeugerin gefoltert werden. Nur zwei Jahre zuvor bediente sich „I Spit on your Grave“ (1978) schon ähnlicher Themen. Rape, Revenge, Hinterwäldler. Charles Kaufmans „Mother's Day“ geht dennoch in eine etwas andere Richtung. Durch seinen anvisierten Humor (wenn man diesen als solchen mitnehmen will) wirkt das Ganze doch eine Spur kruder und unverortet. Und auch wenn hier „Troma“ draufsteht, so gibt es aus dem Hause wahrlich übleren Trash als das hier. Ohne kommt aber auch auch dieses Werk um die kaputte Mutti mit ihren zwei degenerierten Söhnen, die im Wald hausen und Leute verschleppen und quälen, nicht aus. Rollenspiele, Trainingsmontagen, es wird sich schon Mühe gegeben, das ganze Konstrukt skurril wirken zu lassen. Das dient alles nicht dem Spannungsaufbau, wobei der Streifen darauf aber auch nicht ausgelegt ist.

„Mother's Day“ fokussiert sich insbesondere auf die beknackten Figuren, die da in der Waldhütte hausen und deren Treiben. Er interessiert sich mehr für das debile Gekaspere der Hinterwäldlersippe als für deren Opfer. Und so werde ich öfters nicht schlau daraus, was der Streifen von mir will und welche Tonalität er denn nun vermitteln möchte. Weiß ich nicht, weiß er nicht. Dazu passen auch die hier und da eingestreuten gesellschaftskritischen Kommentare, die einfach nirgendwo anknüpfen. Sind eben da.
Das verhindert klassisches Horrorgefühl, soll aber zum Unterhaltungsfaktor beitragen. Das klappt mal mehr, mal weniger. Mutter Beatrice Pons spielt annehmbar drüber, die verdorbenen Herren sind in kleinen Dosen immerhin zweckdienlich. Die jungen Damen tun es ihnen gleich. Da gibt es Schlimmeres im Genre.
Viele Kills sind es nicht, dennoch hat der Film seine Härten und ist bisweilen unangenehm ob der gegen die Frauen ausgeübten Gewalt. Die Effekte schwanken von einem miesen Kopf zu Beginn im Auto bis zum doch ansehnlichen Einsatz roter Farbe (Stichwort Handrücken). Und im Wald scheint der Mond nachts von der Seite.

„Punk sucks! Disco's stupid!“

Der eingebrachte (tonal fremde) Humor und selbst ein paar satirische Elemente überdecken kaum den exploitativen Grundton, der sich mit Gewalt durch den Film zieht. Die beiden Deppen unter Muttis Fuchtel da stellenweise noch so trottelig darzustellen ist billig und verschiebt die Einordnung der Figuren szenenweise in die falsche Richtung. Dennoch ist „Mother's Day“ ein streckenweise interessanter Genrevertreter und hat seinen gewissen Ruf. Unspannend, nicht allzu blutig, aber mit einer ab und an skurrilen Atmosphäre und diversen Eigenheiten ausgestattet gehört er vielleicht zum Genreprogramm. Gibt aber Besseres.

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