In den 60ern und 70ern war Hongkong das Aushängeschild der asiatischen Klopper, allen voran die Produktionsschmiede der Shaw Brothers mit ihren Superstars David Chiang und Ti Lung. Der eher weniger populäre und lange Zeit nur geschnitten erhältliche Beitrag „Four Riders“ zählt zu den guten, jedoch nicht übermäßig spektakulären Werken des erfahrenen Regisseurs Chang Cheh.
Juli 1953, Ende des Koreakrieges: Kriegsheimkehrer Feng (Ti Lung) soll einen amerikanischen Soldaten erschlagen haben und wird verhaftet. Seine drei Kameraden versuchen dessen Unschuld zu beweisen und legen sich mit einer Drogengang an…
Wenn hier etwas komplett unglaubwürdig ausfällt, ist es die zeitliche Zuordnung des Geschehens, welches mit Discokugeln, lasziven Nutten und viel Bling Bling definitiv die frühen Siebziger widerspiegelt. Auch Kleidung, Requisiten und Sprache bestätigen dies in jeder Szene, weshalb die Gesellschaftskritik in Sachen Kriegsheimkehrer ein wenig aufgesetzt wirkt.
Cheh fackelt indes nicht lange und lässt früh austeilen. Im Verlauf werden die Fights ein wenig ausladender, bis es zum Finale in eine Turnhalle geht, wo sich vier Freunde einer schieren Übermacht ausgesetzt sehen, jedoch Hanteln, Seile und Trampolin zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen. Die Choreo geht voll in Ordnung, zumal es final gegen rund zwei Dutzend Gegner geht. Zwar kommt man kaum über durchschnittliches Kung Fu hinaus, doch zuweilen geht es ordentlich blutig zu, wenn Knochen gebrochen werden, Dartpfeile ihr Ziel finden und Einschüsse zu erspähen sind.
Storytechnisch handelt es sich um schlichte Kost ohne Überraschungen, emotionale Unterthemen oder sonstigen Tiefgang. Das schlichte Spiel zwischen Gut und Böse reicht jedoch aus, um mithilfe einiger Action über die Laufzeit von 109 Minuten solide zu unterhalten. Abstriche sind bei einigen unbeholfen agierenden Mimen zu machen, deren Unsicherheit speziell in ruhigeren Momenten durchschimmert.
Ansonsten ein passabler Klopper mit gut verteilten Kampfszenen, einer ordentlichen Synchro und einer manchmal etwas unfreiwillig komischen Sounduntermalung, denn der Geräuschemacher muss einen Fetisch für laute Schritte gehabt haben.
Für Fans nostalgisch anmutender Martial Arts absolut okay.
6,5 von 10