Mandschu-General Che Kang hat den Tempel der Shaolin niedergebrannt und alle Mönche getötet. Nur ein Student konnte entkommen: der legendäre Hung Hsi-Kuan (Chen Kuan Tai). Der wird unterwegs jedoch als Räuber und Schläger gebrandmarkt, was auch der vorbeiziehende Shaolin-Held Fang Shih-Yu (Alexander Fu Sheng) mitbekommt. Ohne zu ahnen, wen er vor sich hat, bekämpft und besiegt er Hung. Damit kann er an General Che ausgeliefert werden. Erst nun wird Fang bewusst, was er für einen Fehler begangen hat. Er will ihn wieder gut machen, indem er Hung befreit.
Von den Filmen, die Chang Cheh gedreht hat, wird "Die Tölichen Fäuste der Shaolin" von Kung Fu-Fans jeweils wenig Respekt zuteil. Aber dieser sehr einfache und kurzweilige Reisser hat mich sehr gut unterhalten. Hauptgrund dafür sind die beiden charismatischen Stars. Ich mag Chen Kuan Tai nicht zuletzt seit “ Der Pirat von Shantung“ sehr gut. An seiner Seite spielt Alexander Fu Sheng mit viel Charisma. Dies war seine erste Hauptrolle und er hatte damit seinen Durchbruch zum Eastern Star. Er wäre einer der ganz Grossen geworden, wäre er nicht 1983 durch einen Autounfall tödlich verunglückt. Bis zu seinem Tod spielte er die Rolle des Fang Shih-Yu einige Male, Wie z.b. in “Tempel der Shaolin“. Die Handlung, in die beiden geraten, beginnt mit einem typischen Moment: dem Abfackeln eines Shaolin-Tempels. Mehrere der Shaolin-Filme von Chang begannen so z.b. “Die Gnadenlosen Fünf“. Danach folgte jeweils die Jagd auf die Überlebenden. Chen und Fu geben jedenfalls ein tolles Paar ab. Die Jungs prügeln den halben Film hindurch. Chang setze in "Die Tödlichen Fäuste der Shaolin" klar auf klassisches Kung-Fu. Mit der Zeit stellt sich das Gefühl ein, man habe das schon einmal gesehen, aber dank dem Talent der Jungs und der ausgeklügelten Choreografie, die auf langen Kameraeinstellungen basiert, machen auch die Kämpfe Spaß. Eines fällt aber dann doch auch: im Vergleich zu anderen Chang Filmen ist "Die Tödlichen Fäuste der Shaolin" relativ unblutig. Wenns zum Schluss doch zu recht harter brutalität kommt, sind diese abgemildert, indem das Bild schlagartig rot wird. Ein hübscher, 70er Jahre Effekt, der die Wirkung der eigentlich nicht so blutigen Szene verstärkt.
Der Film ist kein Geniestreich - aber ein Film, der vom kultigen Anfang bis hin zum Massen-Fight-Finale zu unterhalten weiß. Auch war "Die Tödlichen Fäuste der Shaolin " ein Meilenstein in der Filmgeschichte des Easterns, da dieser der erste Shaolin-Film war.