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Und schon wieder ein Remake, das die Welt nicht gebraucht hat. "Shaggy Dog", aus dem Jahre 1959, gehört definitiv zu den fantasiereichsten und liebenswertesten Disneykomödien überhaupt und war damals, für seine Zeit, regelrecht revolutionär. Ein Mann, der sich bei Stress in einen Hund verwandelt, dass war damals witzig und aufgrund einiger ungewöhnlicher Tricks auch sicherlich seiner Zeit voraus. Tim Allen, ein großer Fan des Originals, dachte sich nun, fast 50 Jahre später, dass es an der Zeit wäre auch diesen Familienfilmklassiker, in einem Remake, zu verwursten. Leider hat er aber dabei nicht bedacht, dass der Inhalt um den Hund im Mann zwar in den 50ern durchaus zum Lachen anregen konnte, aber im aufgeklärten Jahre 2006 kaum noch einen dieser Gattung hinter dem Ofen hervorlockt. Und somit wirkt die, von ihm produzierte und mit sich selbst in der Hauptrolle besetze, Neuauflage vor allem eins: unheimlich albern.

Storymäßig hält sich das Ganze dabei recht nah an das Original und versetzt die fantasiereiche Geschichte in die Neuzeit. Es geht um den Rechtsanwalt Dave Douglas, der eines Tages von einem Hund gebissen wird, mit dem in einem Labor Tierversuche durchgeführt wurden. Fortan verwandelt sich Dave jedes Mal bei Stress in einen Hund und bei Ruhe zurück in einen Mann. Anfangs kann er das Problem nicht kontrollieren, doch als es heißt den Chef der unorthodoxen Versuche hinter Gittern zu bringen, reißt er sich am Riemen. Und auch seine Familie muss er noch von seinem Problem überzeugen... Tja, wie schon erwähnt, die Story hält sich ziemlich nah an das Original und bietet im Grunde fantasiereiche Disneyunterhaltung der typischsten Art. Es gibt keine wirklichen Bösewichte, alles ist fein auf "Friede-Freude-Eierkuchen" gebügelt und selbst die größten Probleme lösen sich irgendwann in Luft auf. Gut, bei einem Disneyfilm mag man nichts anderes erwarten, leider ist es nur so, dass eine Geschichte, von einem Mann der sich in einen Hund verwandelt, eben alles andere als modern oder zeitreif wirkt, sondern schon seit vielen Jahren recht angestaubt und kaum für eine Wiederbelebung geeignet ist. Und so setzen die 5(!) Drehbuchautoren auch größtenteils auf Klamauk, was das Ganze aber auch nicht rettet, eher im Gegenteil.

Denn so sehr sich Tim Allen auch bemüht, wenn er als Mann einen Hund mimen muss, dann ist das einfach nur überdimensional blödsinnig und selten mal wirklich witzig. Eher wirkt es einem fast schon peinlich, wenn man Allen dabei zusehen muss, wie er immer wieder auf allen Vieren durch die Gegend kriecht, wenn er sein Bein beim pinkeln auf der Herrentoilette hebt oder im Gerichtssaal aller paar Sekunden böse in der Gegend herumknurrt. Höhepunkt der Albernheit ist dann noch eine übermäßig lang geratene Verfolgungsjagd, in der Allen eine Katze durch die ganze Stadt jagt und dabei natürlich ein Chaos nach dem Anderen anrichtet. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, muss sich zum Ende hin auch noch Robert Downey Jr. zum Affen bzw. Hund machen und dabei eine noch blödere Performance abliefern als Allen. Kurzum, wenn die Beiden ein auf Hund machen, dann machen sich höchstens die Kleinsten vor Lachen in die Hose, die Erwachsenen schütteln eher den Kopf.

Allerdings hat der Film auch seine sympathischen Seiten und zwar immer dann, wenn sich Allen, bzw. seine Figur Dave Douglas, endlich wirklich in einen Hund verwandelt und es dann somit nicht mehr allzu albern wirkt, wenn die Hauptfigur nach dem Stöckchen flitzt. Eher im Gegenteil. Das Wautzi im Film ist wirklich spürbar gut trainiert worden und agiert in jedem Moment glaubwürdig und ist zudem auch noch zum dahinschmelzen niedlich ausgefallen. Es gibt einige Kunststückchen zu betrachten und da man als Zuschauer die Gedanken des Hundes versteht, kann man dann auch ab und an mal wirklich richtig loslachen. Hinzu kommen dann noch die recht schräg geratene Flucht aus dem Tierversuchslabor, sowie einige gar merkwürdige Kreaturen, die man so wohl noch nie gesehen hat. Und wenn Allen ab und an mal nicht auf Hund macht, dann kann man auch über den Heimwerkerking noch mal lachen, denn so blöd seine Rolle hier auch ist, er ist dennoch ein begnadeter Komiker.

In Sachen Inszenierung ist das Drumherum soweit O.k. und ebenfalls auf typisch glattgebügelte Mainstreamware fokussiert. Die technischen Seiten gehen allesamt soweit in Ordnung, auch wenn man bei einer Komödie natürlich nicht allzu viel erwarten kann. Die Verwandlungsszenen sind recht rar gesät, weil die diese meist im Off geschehen. Erst zum Ende hin darf man dann bei einigen dieser Verwandlungen zuschauen und diese dann ebenfalls als soweit gelungen bezeichnen. Computereffekte gibt es zudem noch bei den Tieren aus den Versuchslaboren zu sehen und wenn Allen seine überlange Zunge plötzlich nicht mehr unter Kontrolle hat. Allerdings sehen diese Effekte dann leider doch etwas billig aus. Dafür funktioniert aber die akustische Basis wieder einwandfrei und kann vor allem mit einer prächtigen Musikauswahl unterhalten. Gut so.

Zu den Darstellern sei noch einmal gesagt, dass sich Tim Allen (übrigens wieder einmal grausig und mit völlig falscher Stimme synchronisiert) wirklich die allergrößte Mühe gibt, seine schizophrene Rolle glaubwürdig herüber zu bringen, aber dabei leider scheitert, da es halt einfach nur unglaublich dämlich aussieht, wenn er. z. Bsp. auf allen Vieren durch die Stadt jagt. Ich denke mal selbst als grandioser Komiker, welcher Tim Allen schlicht und einfach ist, hätte er so einen Blödsinn nie und nimmer mitmachen dürfen, geschweige denn diesen sogar selbst zu produzieren. Allen ist wirklich immer dann gut, wenn er uns nicht den Hund gibt und das ist hier halt eher selten. Da hat es Robert Downey Jr. schon wesentlich besser, da er nur kurz zum Schluss einen auf Hund macht, ansonsten aber den verrückten Wissenschaftler gekonnt, wie immer, und wirklich herrlich schräg zur Schau stellt. "Sex and the City"-Star Kristin Davis wirkt dagegen etwas blass und auch die Kiddies, unter ihnen u.a. Spencer Breslin, wirken unbeholfen. Alles in allem somit kein allzu exzellenter Cast, trotz großer Namen.

Fazit: Unglaublich albern ausgefallenes Remake des Disney-Klassikers aus dem Jahre 1954, dass nicht nur daran scheitert, aus der angestaubten Geschichte etwas modernes und zeitgemäßes zu machen, sondern auch mit Gags aufwartet, über die sich maximal Kinder bis 8 Jahren wirklich amüsieren können. Ansonsten nervt Allens hundisches Gehampel doch zunehmendst und wird nur ab und an mal von einigen sympathischen Broken unterbrochen, in denen sich die Hauptfigur dann wirklich in einen Hund verwandelt. Somit wieder mal ein Disneyfilm, bei dem man die Kinder lieber allein vor der Glotze sitzen lassen soll oder doch gleich zum Original greift, das zwar angestaubt wirkt, aber immerhin noch einen gewissen nostalgischen Charme besitzt. Ein Kinobesuch lohnt sich jedenfalls nicht, außer man tut sich wirklich alles für die lieben Kleinen an.;)

Wertung: 4,5/10 Punkte

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