Inhalt:
China, in einer hochmittelalterlichen -nach christlicher Zeitrechnung- Epoche. Die Clans kämpfen verbissen um die Vorherrschaft.
Leng Tian Lei (Lung Tien-Hsiang), das Oberhaupt des "Thunder Gang"-Clans, der das Zweite von 2 äußerst wertvollen KungFu-Manuals in seinen Besitz bringen, seine einst verschleppte Tochter wieder finden und die Herrschaft an sich reißen will, hat in diesem Kampf bereits seine Frau (Lily Li) verloren.
An seiner Seite sind die Fighter der "Thunder Gang" und dessen Anführer Han (Kwan Fung aka Kuan Feng).
Leng Tian Lei´s erbittertster Gegner ist der "Dragon Sec"-Clan mit dessem Chief Qiu (Teng Wei-Hao), dem Kämpfer Ling Han (Chen Kuan Tai) und der blutjungen Mu Wan Er (Rosamund Kwan), sowie die für sich agierende Li Sai Nan (Kara Hui Ying-Hung) und deren Onkel (Jason Pai Piao).
Der Kampf um das zweite KungFu-Manual, die Vorherrschaft in der Welt der Clans und um Mu Wan Er, die womöglich die gesuchte Tochter Leng Tian Lei´s ist, nimmt an Dramatik immer mehr zu.
Du Meng Fei (Kenny Ho), ein so gewitzt-agiler wie herausragender KungFu-Fighter, dessen Sifu (Kong Chuen) ihn nach jahrelanger Ausbildung in die Welt hinausschickt, um Gutes zu tun, wird in diesem Kampf hineingezogen.
Und er stellt sich gegen Leng Tian Lei, die "Thunder Gang", und auf die Seite der "Dragon Sec" sowie Li Sai Nan´s und deren Onkel.
Wird Du Meng Fei in diesem sich zuspitzenden Kampf den Sieg davon tragen, oder wird es Leng Tian Lei gelingen, die Vorherrschaft unter den Clan-Führern zu erlangen?
Kritik:
Im Jahre 1984, in der Endphase der Shaw Brothers, wollte Regisseur Tang Tak-Cheung (aka Teng Te-Hsiang) die alte Herrlichkeit der Shaw-Studios wieder aufleben lassen.
Mit dem temporeichen und actiongeladenen Abenteuer-Eastern "Long Road to Gallantry" ist dies Tang Tak-Cheung (Teng Te-Hsiang) denn auch mehr als solide-passabel gelungen.
Wieder in den edel-atmosphärisch-surrealen Klasse-Sets der Shaw Brothers, wird eine sich immer mehr verdichtende, durchdacht-spannende Story um den Kampf zweier Clans und dem jungen, agil-quirligen Helden der sich einmischt, mit hohem Tempo in Szene gesetzt.
Da kommt keine Langeweile auf, die Intensität in der Entwicklung der Geschichte stimmt, einige Wendungen würzen das Ganze, und alles mündet in den Show-Down mit reichlich dynamisch-kerniger KungFu-Fightaction.
Indes bleiben die Figuren -wohl angesichts des rasanten Tempos und der Erzähldichte- oberflächlich gezeichnet, das bleibt als Manko festzuhalten, so wie die einmal mehr irrealen Flugeinlagen, die in einem Clan- und WuXia-Eastern aber unvermeidlich zu sein scheinen, und ein vielleicht etwas zu schnell-turbulentes Finale.
Dennoch, durch eben dieses rasante Tempo in einer durchdacht-wendungsreichen Storyline, die Atmosphäre der bunt-surrealen Shaw-Kulisse, den agil-quirligen Helden -zudem ein zu dem Zeitpunkt neues, attraktives Gesicht im Kosmos der Shaw Brothers- und dynamische KungFu-Fightaction, wird der Eastern-Fan und Shaw Brothers-Anhänger überraschend -nimmt man das Baujahr aus der Endphase der Shaw Brothers- gut unterhalten.
Zumal die Darstellungen des spielfreudigen Ensembles hier zusätzliche Pluspunkte einbringen.
Kenny Ho ist hier der quirlig-agile Held in seinem Film-Debut, ein neues Gesicht, ein echter Hero-Typ, jung, dynamisch und erfolgreich startend hier. Er trägt das Ganze mit Natürlichkeit und gewitztem Charme. Und er beherrscht ein facettenreiches, starkes KungFu, schnell und athletisch, auch darstellerisch überzeugt Kenny Ho.
Und dass er irgendwie zwischen zwei Frauen steht, ist fast ein kleiner Subplot, aber zumindest eine feine Nuance in der Handlung.
Da ist zum einen Rosamund Kwan, deren Figur Zweifel an deren Hintergrund und Identität aufkommen lässt, und zum anderen Kara Hui Ying-Hung, die hier eine starke darstellerische Performance abliefert.
So wie Lung Tien-Hsiang, als White-Hair-Villain zieht er alle Register, böse, machtgierig, ehrgeizzerfressen, so ist sein von ihm intensiv dargestellter Charakter. Lung Tien-Hsiang hat die meiste Screen-Time und nutzt sie zur Verkörperung des Bösen.
Im Show-Down und überhaupt, ist er zudem ein harter Gegner und KungFu-Fighter.
Zwei -schon zu diesem Zeitpunkt dieser Produktion- ´Oldie but Goldie´-Haudegen der Shaw Brothers, Chen Kuan Tai -einer der absoluten Mega-Stars der Shaw Brothers- und Jason Pai Piao, machen den Cast für Shaw-Fans natürlich überaus interessant. Chen Kuan Tai hat leider wenig Screen-Time, da hätte man sich mehr erhofft und gewünscht. Aber seine Stardom-Aura bringt er locker mit ein hier.
Mehr Zeit -ein intensiv-verbissenes Spiel bietend und sich in seine Rolle reinknieend- hat Jason Pai Piao. Sein Charakter, eine nicht ganz unwichtige Nebenfigur im Akteur*Innen-Spektrum dieses Streifens.
Kwan Fung (aka Kuan Feng), Wang Han-Chen und Lily Li haben kurze Gastauftritte, und Yuen Qiu ("Kung Fu Hustle") ist -ganz klein- noch zu entdecken.
Die dynamisch-intensive KungFu-Action rundet mit vielen Fights diesen Film dann noch ab. Weitestgehend setzt man auf klassisches KungFu, technisch stark und Kenny Ho ist da als agil-quirliger Kämpfer genau der richtige Mann für.
Irreale Flugeinlagen -unvermeidlich im WuXia- schmälern indes den Eindruck etwas, und einiges an Turbulenz zum Ende hin, da hätte die Regie durchaus einen Gang runterschalten können/sollen.
"Long Road to Gallantry" kann aber als Shaw-Spätwerk den Eastern-Fan und Anhänger des legendären Studios an der Clearwater Bay in Hongkong überzeugen. Insgesamt solide-passable Unterhaltung und einen Blick wert.
7/10.