"Akis Traum" - so nennt sich ein Kurzfilm auf der zweiten Scheibe der Special Edition von "Final Fantasy - Die Mächte in Dir". Im Hauptfilm hat die Protagonistin nämlich ständig einen düsteren Traum; dieser wird in "Akis Traum" in einem Stück gezeigt:
Aki, die Protagonistin, findet sich in einer kargen Landschaft wieder. Sie trampelt aus Versehen auf ein Tier. Der Boden fängt an zu beben und schon bald läuft eine Armee seltsam anmutender Gestalten auf Aki zu. Hinter ihr bricht ein Raumschiff aus dem Boden und auch diesmal kommen urige Gestalten hervor. Aki ist nun im Mittelpunkt einer waffengewaltigen Auseinandersetzung. Doch auf wundersame Weise geschieht ihr rein gar nichts. Noch ein Blick in die Fresse einer dieser Gestalten und das nächste Traumsegment beginnt. Nun wiederholt sich das Ganze mehr oder weniger mit dem feinen Unterschied, dass diesmal Akis Freund Gray teilnimmt. Nach dem erneuten Durchlauf der Passage explodiert der Planet; nun muss sich Aki einem Lebewesen in Spektralform, einem Phantom, stellen. Mit seinen Tentakeln durchbohrt der Bösewicht unsere Heldin, scheidet jedoch an Akis tollem Abwehrmechanismus (den Spirits) dahin. Der Planet blüht somit wieder auf. Aki wacht nun aus ihrem Traum auf und der Film wird ausgefadet.
Trotz dezent anders gearteter Erwartungen an diesen Kurzfilm (vielleicht irgendeine Technikdemo, die lediglich die Protaginistin mit dem Hauptfilm gemein hat), zeigte ich mich keineswegs enttäuscht, als ich durchschaute, dass es sich hier lediglich um einen Zusammenschnitt der Traumsequenzen handelt. Denn so dialoglos kam die visuelle Pracht auf ihre eigene Art tiefsinnig rüber. Das ganze Brimborium des Hauptfilms fehlte ja und als Unkundiger hätte ich mir vorstellen können, zig bescheuerte Details in das Gesehene hineinzuinterpretieren. Gar kein schlechter Ansatz und die Optik überragt in dieser Sequenz ja nicht nur mit ihren technischen Ambitionen, sondern auch mit ihren künstlerischen. Die Landschaft und die Gestalten sind schon fast surreal designed und können zumindest für ein einmaliges Ansehen erstaunen.
Dann kommt jedoch mit dem Auftreten von Akis Freund Gray die steile Wende, zerstört dieses doch jegliche Ambitionen mit seinem Dialog. War der Film für Nichtkenner bis zu diesem Zeitpunkt noch reich an Potential, muss man sich doch jetzt fragen: "Häh, wer ist dieser Typ? Hab ich in der Minute, die der Film jetzt läuft etwa schon was wichtiges verpasst?". Wer den Hauptfilm gesehen hat, stellt sich derartige Fragen selbstredend nicht, doch spätestens jetzt muss man einsehen, dass dieser Kurzfilm tatsächlich nur ein oberflächlicher Zusammenschnitt ist; alleine kaum existenzfähig und daher unendlich überflüssig.
Anschließend kehrt der Film nochmal auf seine Potentialschiene zurück und gibt sich wieder ausschließlich mit Aki ab, doch der Eindruck ist schon verdorben. Und der größte Knaller kommt sowieso am Schluss, als Aki aufwacht und der Film lediglich ausfadet - ohne Abspann und richtigen Abschluss. Damit hat doch der Cutter selbst bewiesen (oder wer auch immer die Schnittanweisungen gab), dass sich hinter dem Filmchen nichts, aber auch wirklich nichts verbirgt.
Weniger wäre hier wie so oft mehr gewesen: "Akis Traum" ist bei all seiner optischen Brillanz nur Füllmaterial für eine Bonus-DVD. Wäre ich ein Kurzfilm, würde mich so eine Bezeichnung im tiefsten Innern zerschmettern. Aber es ist nunmal leider so. Am besten man öffnet seine Augen ausschließlich für die positiven Aspekte wie Interpretationsspielraum und eben die Optik.