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Grandiose Fortsetzung zu "Für eine Handvoll Dollar". Regisseur und Drehbuchautor Sergio Leone konnte hier auch dank des wesentlich höheren Budgets, von stolzen 600.000 Dollar, einige kleine Schwächen des Erstlings ausmerzen. Mit "Für ein paar Dollar mehr" perfektionierte er den Western und hielt das hohe Niveau auch mit "Zwei glorreiche Halunken". Leider war dies auch die letzte Zusammenarbeit zwischen Leone und Hauptdarsteller Clint Eastwood, der durch diese Westerntrilogie zur Kultfigur avencierte.

Die beiden Kopfgeldjäger Monco (Clint Eastwood) und Col. Douglas Mortimer (Lee Van Cleef) haben beide das selbe Ziel. Sie wollen den Kopf von El Indio (Gian Maria Volonte), welcher eine stolze Summe von 10.000 Dollar bringt. Indio wurde vor kurzem von seiner Bande aus dem Knast befreit, dabei wurde fast die komplette Gefängnisbesetzung ermordet. Nun will Indio die Bank von El Paso ausrauben, dort soll über eine halbe Million Dollar ausbewahrt werden. Monco und Mortimer müssen also gemeinsame Sache machen, um Indio dingfest zu machen. Dafür wird Monco in die Bande eingeschleußt, während Mortimer von aussen operiert. Das Unterfangen fliegt aber sehr schnell auf.

Auch die Story macht hier etwas mehr her. Hauptsächlich gilt es zwar nur Indio samt seiner Bande zur Strecke zu bringen, doch Monco, sowie Mortimer verfolgen eigene Pläne. Monco ist nur hinter dem Geld her, während Mortimer eine persönliche Rechnung offen hat. Das Warum wird jedoch erst im Finale geklärt. Auch steht Eastwood hier nicht allein auf dem Felde, er bekommt Verstärkung von Lee Van Cleef (Sabata), dem entsprechend ist auch die Anzahl der Gegner wesentlich höher. Die Duelle sind hier noch spannender inszeniert, ganz besonders dank dem grandiosen Score von Ennio Morricone, der hier mit seinen Sounds alle Register zieht. Diese Momente, wenn Indio die Spieluhr aufklappt, die Musik immer leiser wird und schließlich ganz verstummt und dann wird geschossen. Leone schafft hier eine schon fast unerträgliche Spannung, vor allem im finalen Duell Mortimer vs. Indio. Ansonsten gibt es die gewöhnlichen Portionen an Schusswechseln und es darf auch ein wenig mehr gekloppt werden. Auch Eastwood darf am Anfang mal kurz Hand anlegen. Wie schon im Vorgänger kommt man größtenteils ohne blutige Einschüsse aus, bleibt aber genauso kompromisslos. Eine Frau samt Kind wird erschossen, geschieht aber nur im Off und auch die kaltblütigen Morde an der Gefängniscrew, oder als Indio seinen Zellenkumpanen ermordet, sind nicht zu verachten.

Das Ganze fällt hier aber nicht mehr so ins Gewicht, wie beim Erstling, denn man geht hier wesentlich humorvoller zu Felde. Man nehme nur mal die Szene als sich Mortimer und Monco gegenseitig die Hüte vom Kopf schießen, eine Art Probe des Könnens. Auch sonst gibt es ein paar trockene Sprüche, oder amüsante Sequenzen, zum Beispiel als Mortimer den Cowboy Wild reizt. Die Kulisse ist hier fast noch staubiger und schmuddeliger, das Geschehen spielt sich hier nicht nur an einem einzigen Ort ab, hier darf man sich in verschiedenen Wüstenkäffern beharken. Schöne Bilder gibt es natürlich nicht. Altmodisch, dreckig und eine grobkörnige Optik. Clint Eastwood ist hier ein weiteres Mal in fabelhafter Spiellaune, aber auch Lee Van Cleef ist die perfekte Wahl um das Duo zu kompletieren. Als Gegner darf erneut Gian Maria Volonte herhalten, der nicht nur einwandfrei agiert, sondern auch das Aussehen dazu hat. Klaus Kinski´s Auftritte sind herrlich witzig und auch sonst hat man Viele Darsteller, welche schon im Vorgänger mitwirkten, erneut verpflichtet.

Nicht umsonst einer der besten Western aller Zeiten. Selbst Gegner des Genres können hier einen Blick riskieren, das muss man mal gesehen haben.

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