"Für eine Handvoll Dollar", der Streifen, mit dem Sergio Leone das Zeitalter des Italo - Westerns eingeläutet hatte, lief ungemein erfolgreich, den Zuschauern gefiel das Konzept des zynischen, namenlosen Fremden und die schmutzige Seite des Wilden Westens ohne glattrasierte und perfekt frisierte Edelcowboys: Das Konzept verlangte praktisch vehement nach einer Fortführung.
Und Leone lieferte mit höherem Budget, einem ähnlichen Konzept, einer Story um einige Banditen, zwei Kopfgeldjäger ( = Bountyhunter" ) und einem privaten Rachemotiv, neuem Cast-Zuwachs ( zu Clint Eastwood und Gian Maria Volonté gesellte sich der nicht wirklich hübsche, aber unglaublich markante Lee van Cleef sowie Klaus Kinski in einer größeren Nebenrolle ), ausgefeilterer Regie bzw. Inszenierung und einem genialen Soundtrack aus der Feder von Ennio Morricone einen der bis dato wegweisendsten und besten Western, der seinen Vorgänger sogar noch um eine Klasse schlagen konnte.
An Ironie und Zynismus jenseits der bekannten Klassikwestern - Sphären hat das Konzept nichts verloren, auch gewinnt der Streifen unglaublich an dem Zusammenspiel von Van Cleef und Eastwood.
Wegweisend sind beispielsweise die subtilen, irreal wirkenden Flashback - Sequenzen, die Befreiung Indios, dessen erstes "Spieluhr -Duell" mit dem Verräter in der Kirche, sowie natürlich das epische und Maßstäbe-setzende Endduell, welches den Weg für die Showdowns der noch kommenden Leone - Werke "The Good, the Bad and the Ugly" und "Spiel mir das Lied vom Tod" ( dem besten Western und wohl besten cineastischen Werk überhaupt ) ebnete.
Als schlichtweg superb und bahnbrechend ist wiederum die musikalische Untermalung von Ennio Morricone zu bezeichnen ( die praktisch als elementarer Bestandteil dieses wie auch jedes weiteren Leone - Streifens gewertet werden muss, faktisch nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als fest in die Inszenierung integrierte Ebene mit gleichem Stellenwert wie Beispielsweise Schnitt und Kameraführung, wobei diese Komponenten hier, bei jeder Leone/Morricone - Zusammenarbeit, alle zusammenspielen ). Von der Titelmelodie bis hin zur den Rythmus der Spieluhr integrierenden Endduell - Sequenz ist die Musik schlichtweg genial. Dabei verwendet Morricone hier in einem Thema erstmals die von ihm etablierte und extensiv genutzte Musikvariante mit einer textlosen Frauenstimme zur Unterstützung der Melodie.
Alles in allem haben wir hier also einen starken, teils ironischen, nahezu genialen Western, der qualitativ nur durch das geschlagen werden sollte, was Leone, Eastwood und Morricone noch in petto hatten...