Review

In den Bergen von Tai Hang wehrt zwischen 1937 und 1940 die Achte Rote Armee unterstützt durch das Volk in erbitterten Kämpfen japanische Invasoren ab.
Stoff für ein hochemotionales, patriotisch angehauchtes, monumentales Kriegsepos, möchte man meinen, doch “On the Mountain of Tai Hang” löst dieses Versprechen nicht ein. Vielmehr entpuppt der Film sich als reines Propagandawerk, gegen das der Patriotismus diverser Hollywoodproduktionen mehr als subtil erscheint.
Das fängt bereits damit an, dass der Film im Grunde gar keine echten Hauptfiguren bietet, anhand derer er seine Geschichte erzählt. Vielmehr konzentriert das Werk sich in den Kampfpausen auf das Planungsspiel der Führungsebene, degradiert das Schicksal des gewöhnlichen Soldaten gemäß politischer Ideologie zur Bedeutungslosigkeit. Generäle, die ihre Männer - an der Spitze stehend - mit in den sicheren Tod reißen, sind die einzigen, die hervorgehoben und zu Helden stilisiert werden. Ansonsten bleiben die Soldaten gesichtslos, ihnen wird nur in ihrer Gesamtheit ein Denkmal gesetzt - ebenso wie dem aufopferungsbereiten Volk. Ein besonders übles Beispiel: auf die Frage, ob ihr Mann sich freiwillig gemeldet hat oder eingezogen worden ist, antwortet seine Frau stolz: Ich habe ihn selbst geschickt.
Solche und ähnliche Szenen und Sichtweisen, die an lange zurückliegende Kriegspropaganda erinnern, finden sich in dem Film immer wieder, Trauer und der (emotionale) Schrecken des Krieges werden dagegen auf ein Minimum reduziert bzw. völlig ausgespart – und das, obwohl der Film nicht mit drastischen Bildern spart.
Natürlich führt diese Herangehensweise in filmischer Hinsicht zu schwerwiegenden Defiziten, da sich so letztendlich weder eine ordentliche Dramaturgie noch Spannung aufbauen lässt. Dementsprechend fehlt nicht nur dem Film ein „echtes“ Finale, sondern auch dem Zuschauer die Möglichkeit, in den Film einzutauchen zu können. Man fühlt sich eher wie in einem Dokumentarfilm, der das Werk natürlich in keiner Weise ist. Einzig die streckenweise durchaus eindrucksvollen Massenszenen lassen ab und an mal den Atem stocken - sei es auf Grund ihrer beeindruckenden Dimensionen oder wegen mancher Brutalitäten. Handwerklich sind diese „Action“-Szenen dann allerdings auch nicht auf dem neusten Stand der Technik, sondern muten eher an Monumentalproduktionen aus vergangenen Jahrzehnten an.
Am Ende ist „On the Mountain of Tai Hang“ so ein Film, der ideologisch abstößt und handwerklich als Spielfilm viele Mängel aufweist. Trotzdem ist er nicht uninteressantes Zeitzeugnis – nur eben nicht eines jener Zeit, die im Film dargestellt wird.

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