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Unbeirrt gehen die Chefs von „Nu Image“ bzw. „Millennium Films“ ihren Weg weiter. Vorbei scheinen die Zeiten von kleinen 1-2 Millionen $ Produktionen. Inzwischen wird immer besser gecastet, immer mehr Geld investiert und langsam starten ihre Filme auch im Kino („16 Blocks“). Natürlich auch aus Gründen die sich in Besetzung und Regie wiederspiegeln.

Nach „Edison“ kommt mit „End Game“ nun ein weiterer Film, dessen Budget so um die 20 Millionen $ liegen dürfte, der aber trotz guter Besetzung auch nur als Videopremiere erschienen ist. Der aber immer stärker werdende DVD Markt erlaubt es, solche Filme auch direkt zu veröffentlichen. Denn alleine die Besetzung zieht und dadurch wird der Film schon durch die Weltweitenverkäufe fast sein Budget drin haben. Wozu noch die Kosten einer Kinoaufführung? Davon mal abgesehen dass auch „End Game“, wie auch „Edison“, besser auf DVD aufgehoben ist.

Das Regiedebüt des Hong Kong Stuntman Andy Cheng (und Ex-Mitglied im Jackie Chan Stuntteam), der bereits in „US Seals 2“ für Isaac Florentine saubere Arbeit als Fightchoreograph leistete und damit anscheinend die "Nu Image" Bosse Avi Lerner und Boaz Davidson beeindruckte, so das er hier die Nummer 1 werden durfte, erzählt wahrlich nichts neues. Die Geschichte um die Ermordung des Präsidenten und die Verschwörung dahinter hat man so, oder so ähnlich schon oftmals gesehen. Auch wenn die Hintergründe zwar mal etwas anders sind als erwartet; auch wenn dadurch die Glaubwürdigkeit arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Und auch die Recherchen die zu den Tätern führen, gehen etwas zu schnell und glatt voran. Die Reporterin findet ein Hinweis nach dem anderen und nie ist mal eine Sackgasse dabei. Alles wird sofort herausgefunden. So bleibt eine spannende Thrillerstory auf der Strecke. Trotzdem, und das ist der Unterschied zu anderen B-Titeln der letzten paar Tage, funktioniert der ganze Rest. Die Story wird flott vorangetrieben, bleibt stringent und verheddert sich nicht in diverse Nebenplots. Bleibt dabei aber frei von Überraschungen.

Das Motto des Filmes ist übrigens Oldschool. Nicht nur das Andy Cheng einen Ausgebleichten und körnigen Look gewählt hat, sondern auch die Handgemachte Action erinnert an die Actionthriller der 80er und 90er Jahre. Gelungene Explosionen, bodenständige Schusswechsel, Autoverfolgungsjagden und gute Stunts. Einen Hong Kong Einfluss kann man aber nicht erkennen.Dabei findet sich der Höhepunkt in der Mitte des Filmes, indem erst ein Lagerhaus gestürmt wird und es dann auch noch zu einer Verfolgungsjagd kommt, indem sich ein Auto wunderbar überschlägt. Vorher gibt es noch eine gute Idee, als ein Agent in Flammen steht, die Sprinkleranlage aber direkt daneben in ein verschlossenes und vergittertes Umfeld anspringt. Dort drinnen befindet sich Alex Thomas und wird nass, während der brennende Agent außen auf und ab läuft um hinter die Gitter zu kommen. Gut erdacht die Szene. Aber auch der Unfalltod eines Verdächtigen, oder der Schusswechsel nach einer Verfolgung zu Fuß, an einem Polizeiauto kann überzeugen. Es ist nicht viel Action vorhanden, aber wenn welche stattfindet, ist diese gut inszeniert.

Man merkt, das Budget war höher als der eine oder andere Actionfilm aus dem Hause „Millennium Films“(Neben den deutschen Geldgebern findet man übrigens auch „Skeleton Man“ Regisseur und Stuntman Johnny Martin, sowie "X-Men 3" Regisseur Brett Ratner unter den Produzenten). Ob die Szenen zu Beginn mit etlichen Statisten, oder auch das wirklich in Washington und Umgebung gedreht wurde, spricht sich positiv für den Film aus.

So auch die erstaunlich gute Besetzung. Wobei man gleich sagen muss das der Film, auch hier eine ähnliche Komponente zu „Edison“, aus seinen Stars wie James Woods („Vampires“, „John Q“), Burt Reynolds („Dungeon Siege“, „Boggie Nights“) oder Anne Archer („The Art Of War“, „Clear And Present Danger“) kaum nutzen zieht. Die Figuren veredeln so einen Streifen zwar unheimlich, aber richtig viel Screentime bleibt ihnen verwehrt. Gerade bei Woods sieht es nur nach einer schnellen Auftragsarbeit aus. Aber ein normaler James Woods ist immer noch besser als viele anderen Darsteller. Peter Greene („The Mask“, „Pulp Fiction“) ist auch nur in seiner Standard Rolle als Bösewicht zu sehen und erhält keinen besonderen Background. Angie Harmon („Law & Order“, „Baywatch Nights“), eher im TV zu finden, bleibt farblos und auswechselbar, während Cuba Gooding Jr. („Jerry Maguire“, „Chill Factor“) ziemlich verkniffen durch den Film läuft. Was natürlich an seiner Figur liegt, die sich die Schuld am tot des Präsidenten gibt. Für die B-Freunde sind noch Yuji Okumoto („Crow:Salvation“, „Brainsmasher“), „Nu Image“ Regular Todd Jensen („Never Say Die“, „Operation Delta Force“) und Jack Scalia („Dark Force“, „Dark Breed“) zu erwähnen.

Fazit:

Sowohl von der Story als auch von der Action her, ein Oldschooliger Actionthriller mit guter Besetzung, Handgemachten Explosionen und dosiert eingesetzten Actionszenen, sowie einer kompetenten Regie dessen weitere Arbeiten interessant werden könnten. Dafür ist die Geschichte überraschungsfrei und die Auflösung vielleicht etwas weit hergeholt. Als Actionfreund hätte ich mir nur gerne ein furioseres Ende gewünscht, aber sonst wird man vernünftig Unterhalten. Jedoch sollte man bedenken, dass Kinoqualität natürlich etwas anders aussieht und der Film als DTV Film bewertet wird.

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