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Millenium Films, der Qualitäts-Ableger von Nu Image, präsentiert nach dem durchaus gelungenen „Edison“ mit dem Polit-Thriller „End Game“ den nächsten Film mit Top-Besetzung - und liefert erneut eine überzeugende DVD-Premiere ab. Erfolgsrezept ist neben einem brisanten Plot auch die dezente, aber packend inszenierte Action sowie eine passende Optik, die der aktueller Hightech-Thriller in Nichts nachsteht. So langsam verdient sich Millenium Films den Respekt des Zuschauers, der ein Kinorelease der nächsten Filme rechtfertigen würde.

Cuba Gooding jr. hat nach einigen peinlichen Auftritten (“Boat Trip”) wieder zurück zu den guten Rollen gefunden. Er spielt Alex Carter, den Secret-Service Agent, der für die Sicherheit des wichtigsten Mannes der Welt verantwortlich ist – des US-Präsidenten. Als dieser nach einem Attentat durch einen an Lungenkrebs erkrankten Bürger hingerichtet wird, versinkt er in Alkoholkonsum und Schuldvorwürfen. Doch mit Hilfe der engagierten Reporterin Kate Crawford (Angie Harmon) rafft er sich auf und entdeckt eine Verschwörung, die ein Motiv hinter dem eigentlich schon abgeschlossenen Fall vermuten lässt...

Zugegeben, der Plot klingt nicht wirklich innovativ. Allerdings hab ich am Ende des Films gedacht – „Scheiße, das war schlüssig, das ist gar nicht mal dumm“. Ein von vorne bis hinten gut durchdachter Handlungsverlauf, der zwar zum Teil auf Zufällen beruht (Stichwort Sauerstofftank), aber dennoch kontinuierlich die Spannung steigert und in einem überraschen Finale endet. Sicherlich kein Oscarreifes Drehbuch, aber dennoch eine Story, die über die volle Laufzeit zu unterhalten weiß und dank der Verstrickungen einen doch relativ hohen Spannungsaufbau vollbringt. Man hat schon wesentlich schlechtere Plots im Kino gesehen, sodass die Story, vor allem durch ihr überraschendes Ende, einige Pluspunkte einsackt. Der Film verzichtet auf überflüssige Einleitungen, startet direkt mit dem Attentat und nimmt im Laufe ein erhebliches Tempo bei der Wahrheitsfindung auf. Das dabei wenig Zeit für Charakterzeichnung bleibt, dürfte zumindest Insidern frühzeitig bekannt sein. Der Film konzentriert sich strikt auf Story und Action ohne dabei in unwichtige Nebensächlichkeiten abzugleiten. Erfreulich auch, dass „End Game“ den Patriotismus links liegen lässt und sich nur sehr kurz mit dem eigentlichen Attentat befasst.

Andy Cheng, der u.a. für die Stunts in „Collateral“ verantwortlich war, zeigt vor allem bei den Actionszenen seine Erfahrung und kann dank angemessenem Budget aus dem Vollen schöpfen. Zwar sind die Sequenzen leider immer relativ kurz, bieten dem Actionfan jedoch qualitativ gute bis sehr gute Unterhaltung ohne Kompromisse. Schicke Explosionen, eine hervorragend gefilmte Verfolgungsjagd mit einem sich nach vorne überschlagenen PickUp-Truck und schnörkellos inszenierte Schießereien lassen keine Wünsche offen. Zwar wirken die Szenen das ein oder andere Mal etwas aufgesetzt und erzwungen, doch tut dies dem Unterhaltungswert absolut keinen Abbruch.

Neben dem Oscar-Gewinner Gooding jr. („Rat Race“, „Pearl Harbour“) sind auch die Oscar-Nominierten James Woods und Burt Reynolds sowie Anne Harcher („The Art of War“, „Rules of Engagement“) als First Lady mit von der Partie und liefern allesamt solide Leistungen, ohne vor größere Aufgaben gestellt zu werden. Sicher ist die Rolle des Alex Thomas, der glaubt versagt zu haben, kein Pappenstiel. Aber so richtig brillant ist die Darstellung von Guba Gooding jr. nicht. Aber darüber kann man gerne hinwegsehen. Am überzeugensten spielt Anne Harcher, Burt Reynolds hingegen taucht nur sporadisch auf.
Auch in Punkto Optik ist die Produktion absolut auf der Höhe der Zeit und hat gar Ähnlichkeit mit so mancher Jerry-Bruckheimer-Produktion. Dank Blaufilter und schicken optischen Spielereien gefällt der Film nicht nur optisch, auch der Score ist gelungen. Die technische Ausstattung hingegen hinkt etwas hinterher und kann nicht wirklich mit aktuellen Hollywood-Produktionen mithalten.

Fazit:
Exzellenter Polit-Thriller mit einem hochinteressanten Thema und einer noch spannenderen Auflösung. Die Action ist zwar leider relativ kurz, lässt aber inszenatorisch absolut keine Wünsche offen. Regisseur Andy Cheng ist mit seinem Regiedebüt ein absolutes Highlight gelungen, dass dank angemessenem Budget und guten Darstellerleistungen ein Kinorelease verdient gehabt hätte. So gab es leider nur eine DVD-Auswertung, wodurch viele diesen spannenden Thriller wohl nicht beachten werden. Von meiner Seite ein absolut empfehlenswertes Regiedebüt, dass momentan das Non-Plus-Ultra im B-Bereich sein dürfte!

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