Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.04.2013

"Quo Vadis" wird immer in einem Atemzug mit Kalibern wie "Ben Hur" genannt; dabei ist es eigentlich nur Peter Ustinov, der diesen Monumentalschinken rückblickend denkwürdig erscheinen lässt. Wenn eine Texttafel zu Beginn des Films großspurig tönt, dass der nun folgende Film sinnbildlich von einem Monster handle, so wird das zumindest in Sachen Intensität der Sache gerecht: Ustinov verkörpert Nero als egomanisches, tuckiges, tückisches Spielkind mit zu viel Macht. Als er bei einer Festivität vor dem Volk mit seiner Gesangsstimme prahlt und diese gönnerhaft trotz einer leichten Erkältung einsetzt, so bleibt diese Szene stärker in Erinnerung als die spektakulären Aufnahmen tausender Statisten auf den Rängen der Arena, den blutigen Kämpfen mit Löwen und Stieren auf dem Sandboden oder des brennenden Roms, wenngleich all diese Sequenzen Erweiterungen des Handelns des Kaisers sind und fast schon wie Manifestationen seiner Gedankengänge anmuten. Was Nero auch nur andeutet, wird Wirklichkeit; dieses erschreckende Ausmaß an Macht verleiht dem Film seine ganze Faszination. Die vermeintlichen Hauptakteure Robert Taylor und Deborah Kerr gehen angesichts der einnehmenden Präsenz Ustinovs in der Bedeutungslosigkeit unter.

*weitere Informationen: siehe Profil

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