Auf was für schreckliche Ideen doch manche Autoren in Bezug auf Krankenhäuser kommen, erstaunlich. Nun ist es aber auch ein Ort, mit dem die meisten Menschen Schmerz, Angst und Tod verbinden und nur selten Freude (im Falle einer Geburt).
Für viele beginnt und endet das Leben hier und, um jetzt ganz billig die Kurve zu kriegen, manchmal besteht die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits nur aus einem seidenen Faden, wie in „Room 6“.
Dass Krankenhäuser gar schwere Traumata verursachen, weiß Lehrerin Amy (Christine Taylor) nur allzu gut. Gerade hatte sie noch diesen immer wiederkehrenden Alptraum, mit vollem Bewusstsein wie gelähmt auf dem OP-Tisch zu liegen.
Kurz darauf verunglücken sie und ihr Freund Nick (Shane Brolly) mit dem Auto. Während Amy unverletzt bleibt, wird Nick mit Beinbruch von der Ambulanz abtransportiert, doch in keinem der nahe gelegenen Krankenhäuser ist er aufzufinden.
Ähnlich ergeht es dem Unfallteilnehmer Lucas (Jerry O`Connell), dessen Schwester seit dem Crash ebenfalls vom Unfallwagen scheinbar ins Nirgendwo abtransportiert wurde.
Sie machen sich gemeinsam auf die Suche.
Ja doch, es ist schon angenehm mysteriös, was hier so alles abläuft und streift an einigen Stellen durchaus die Alptraumwelt des Zuschauers.
Ob nun diese Situation, im Wachzustand die eigene OP erleben zu müssen, oder seinen abtransportierten Nächsten nicht auffinden zu können, - bedrückende Gedanken.
In Amys Fall kommt noch ein traumatisches Erlebnis aus der Kindheit hinzu und seitdem Nick nicht mehr auffindbar ist, verstärken sich ihre Visionen. Passanten haben plötzlich Dämonengesichter, eine kleine Schülerin hat mysteriöse Vorahnungen und in der Bibliothek findet man gar heraus, dass das gesuchte Hospital vor Jahrzehnten abbrannte.
Ab dem Autocrash mutet das Geschehen beinah surreal an. Herumstehende Menschen helfen nicht, starren nur, die Sanitäter lassen sich ewig Zeit mit dem Abtransportieren, keine Polizei am Unfallort, später auf dem Revier will man von vermissten Personen rein gar nichts wissen und kaum jemand in Amys Umfeld zeigt rationales Verhalten.
Derweil erfährt der Zuschauer von Nicks Schicksal, der sich tatsächlich in einem Krankenhaus befindet, aber hier scheint es alles andere als heilend zuzugehen.
Bis auf einen alten Drachen sehen alle Krankenschwestern wie Pornomiezen aus und später verhalten sie sich auch so in einer Lesbenszene mit Blutbesudeln. Es wird übermäßig häufig Blut abgenommen, die übrigen Patienten haben Angst zu reden, telefonieren geht nicht, Krankenbesuche sieht man auch nicht. Was haben die da mit dem gehandicapten Nick vor?
Das Miträtseln und Amys Suche in einem mysteriösen Umfeld machen größtenteils Laune, zwar sind die kurzen Schockeffekte recht einseitig, da nur kurz Dämonenfratzen (manchmal auch mit billiger CGI-Zunge) gezeigt werden, dafür kann die düstere Atmosphäre punkten, allen voran das gräulich kalte Krankenhaus.
Die Soundkulisse ist zwar recht simpel, aber die wenigen „Whooosh“-FX erfüllen immerhin ihren Zweck.
Die Auflösung der Geschichte ist zwar nicht neu, doch damit gerechnet habe ich an dieser Stelle nicht unbedingt.
Stärker wiegt jedoch die Stimmung, diese Szenen wie aus einem typischen Altraum, wenn unbekannte Passanten plötzlich deinen Namen kennen oder scheinbar wohlwollende Figuren zu Dämonen werden.
Da mögen einige Begebenheiten zunächst unlogisch erscheinen und auch das überzeichnete Klischee von Assi-Eltern eines verkannt begabten Kindes ein wenig fehl am Platz sein, doch ein halbwegs nachvollziehbarer Plot-Twist bügelt das Gesamtbild der Geschichte fast faltenfrei glatt.
Zudem mühen sich die meisten Darsteller mit Erfolg. Christine Taylor erledigt ihren Job nach anfänglicher Distanz sympathisch, auch wenn sie für eine Lehrerin noch ein wenig zu jung wirkt, Shane Brolly ist als zumeist hilfloser Nick sehr brauchbar, Jerry O`Connell als Lucas zumindest okay, nur die drei Krankenschwestern wirken tatsächlich wie Pornotrusen, was im Hinblick auf ihre bisherigen Filmauftritte wenig verwundert.
Ansonsten gibt es kaum Grund zur Klage, die Geschichte bietet ein paar angenehm unangenehme Szenarien, zuweilen kommt Spannung auf, auch wenn es an eindeutigen Höhepunkten mangelt und des Rätsels Lösung stellt alles in allem zufrieden.
Knapp
7 von 10