Dieser Film entstand noch ganz im Zeichen des Kalten Krieges, basierend auf dem Roman von Craig Thomas. Thomas brachte auch noch eine Fortsetzung auf den Büchermarkt, doch die wurde bis heute noch nicht verfilmt, obwohl es damals geplant war. Clint Eastwood fungierte nicht nur als Regisseur, sondern auch als ausführender Produzent. Mit dieser Rolle wollte er ein bisschen Abstand zu seinem Dirty Harry Image gewinnen, doch dies wurde er seine ganze Karriere nicht mehr los, was aus meiner persönlichen Ansicht heraus auch gut so ist.
Der ehemalige amerikanische Pilot Mitchell Gant (Clint Eastwood) wird von seiner Regierung für eine heikle Operation zurückgeholt. Die Russen haben mit der MIG-32 eine neuartige Superwaffe gebaut, ausgestattet mit modernster Technik und Waffensystemen gilt der Jet als unbesiegbar. Gant soll ihn nun von einem russischen Stützpunkt stehlen. Durch eine falsche Identität begibt er sich nach Russland und schafft es ständig vom KGB verfolgt sogar bis zum Stützpunkt. Aber die Russen haben Gant schon im Auge und bald seine wahre Identität aufgedeckt. Nur durch eine Ablenkung kann er mit dem " Firefox " fliehen, aber sein größter Kampf steht ihm noch bevor.
Da ich das Buch selbst gelesen habe, kann ich bestätigen, dass Drehbuchautor Alex Lasker fast den ganzen Roman in zwei Stunden Film untergebracht hat. Nur das Ende ist im Film ganz anders, als im Buch. Auch auf Gant´s Vietnamtrauma wird etwas zu wenig eingegangen, bzw. die Einblendungen werden immer kurz gehalten. Das Grundschema der Handlung ist jedoch völlig identisch. Eastwood´s Umsetzung ist zwar träge geworden, glänzt dafür mit hoher Spannung. Nur durch den kleinsten Fehler kann Gant sein Schicksal besiegeln und es passiert öfters, dass er fast enttarnt wird und einmal sogar von einem russischen Agenten reingelegt wird und Diesen dann um die Ecke bringen muss. Wir befinden uns hier in einem typischen Agentenfilm, den man wahrlich noch als Relikt des Kalten Krieges bezeichnen kann. Die Story an sich ist einfach, aber mit viel Drum herum umgesetzt, zudem hochspannend. Es dauert aber seine Zeit bis " Firefox " mal richtig in die Gänge kommt, da kann sich schon mal eine Durststrecke auftun.
Man sollte hier auch nicht mit viel Action rechnen. Ein paar Morde, eine Prügelei in der Toilette und kleinere Verfolgungsjagden mit kurzen Schusswechseln machen den Großteil der Actionszenen aus. Höhepunkt ist natürlich die letzte halbe Stunde, mit einigen gigantischen Flugsequenzen. Diese wurden von Tricktechniker John Dykstra (gewann zwei Oscars, inszenierte auch die Flugszenen von Krieg der Sterne und die Effekte bei Spiderman) in Szene gesetzt. Heute würde man das alles mit dem PC machen, doch damals war noch Handarbeit angesagt. Manch eine Einstellung mag etwas veraltet wirken, trotzdem ist das Duell in hohen Lüften mehr als spektakulär, zudem kommen einige große Explosionen.
Atmosphäretechnisch ist der Film sehr trist geworden. Wir bewegen uns hier im kalten und verarmten Russland. Über all gibt es Polizeikontrollen, der KGB ist sehr aktiv, hier wollte man nicht mal im Traum hausen. Und es geschehen doch noch Wunder, denn die Russen (Lieblingsfeind der Amis) werden hier mal nicht als völlige Trottel hingestellt. Zwar wird Gant nicht erwischt, aber die Ermittlungen kommen gut voran und Verräter werden sofort entlarvt. Auch leitet man einige Maßnahmen ein, die Gant oft fast das Leben kosten. Beim Score hätte man sich mehr Mühe geben können. Einige Sounds sind zwar spannungsfördernd, dafür passen Andere wiederum nicht sonderlich gut zum Geschehen.
Clint Eastwood verkörpert hier einen für sich ungewöhnlichen Charakter. Seine Machoallüren, die sonst für viele Lacher sorgen, ist hier gar nicht präsent. Hier lässt er es wesentlich ernster angehen. Auch für diese Rolle war er die perfekte Wahl. Aus deutschen Landen ist Klaus Löwitsch als General Vladimirov zu sehen. Der Rest des Feldes weiss auch gut zu überzeugen.
Es geht zwar etwas schleppend voran, aber die Umsetzung des Romans hätte man nicht viel besser machen können.