Filmische Umsetzungen von Stephen King Kurzgeschichten sind immer so eine Sache. Zumeist reicht eine gute Kurzgeschichte eben nicht aus, um einen kompletten 90 Minuten Film ansprechend auszufüllen, so das sich die Drehbuchautoren genötigt sehen, das Geschehen in die Länge zu ziehen oder durch unnötige Nebenhandlungen auf eine angemessene Länge zu bringen. Das dabei die Grundstimmung der Geschichte zumeist auf der Strecke bleibt dürfte klar sein.
Um so erstaunlicher, das es bei „Night Flier“ einer der wenigen Fälle ist, in denen die Transformation einer Kurzgeschichte hin zu einem eigenständigen Spielfilm ordentlich funktioniert. Zwar wurde auch hier nicht auf etwas Füllmaterial verzichtet, aber zumindest bleibt die Geschichte recht konstant auf ihrem eingeschlagenen Pfad und zum Anderen will trotz der ein oder anderen eher langatmigen Sequenz die Spannung nie ganz abreißen.
Die Geschichte ist dabei so seltsam wie unausgegoren. Ein Vampir fliegt mit seinem Flugzeug von kleinem Flugplatz zu kleinem Flugplatz und mordet dort vor sich hin. Ihm auf den Fersen ist der Reporter eines Schmierenblattes, der hier seine letzte Chance wittert noch mal groß raus zu kommen.
So folgt der Zuschauer dann dem Reporter von einer Location zur nächsten und jedes Mal gibt es ein paar Infos mehr über den Flieger und jedes Mal auch ein paar Leichen mehr. Das Ganze läuft zwar immer gleich ab, wird aber doch recht spannend von Regie Neuling Mark Pavia umgesetzt. Leider lässt er aber am Ende dann doch zu viele Fragen offen und zu vieles im Unklaren um den Zuschauer befriedigt zu entlassen. Irgendwie erwartet man sich einfach mehr als die zwar recht originelle aber eben doch auch wenig erklärende Wendung am Schluß.
Bis es aber soweit ist, gibt es düstere Sets, ordentlich Kunstblut und ansehnliche Effekte, ein wahrlich gut gefilmtes Massaker in einer Flugzeughalle und einzig mit dem Vampir einen optischen Totalausfall, denn was uns hier präsentiert wird wirkt doch eher lächerlich als furchteinflößend.
Schön zu sehen, dass man dem gefragten Nebendarsteller und Serienschauspieler Miguel Ferrer hier einmal mehr die Hauptrolle anvertraut hat, dass er ohne weiteres das Charisma und die Fähigkeiten besitzt einen Film zu tragen hat er schon des öfteren bewiesen. Hier passt er wirklich perfekt in die Rolle des zynischen und ungläubigen Reporters.
„The Night Flier“ ist sicherlich kein Meilenstein unter den King Verfilmungen, aber der Film ist durchaus für einen gepflegten Gruselabend vor dem Fernseher zu empfehlen. Es gibt eine ordentliche Story (bis zum eher enttäuschenden Ende), gute Darsteller, etwas Gore und etwas Atmosphäre. Das ist sicher nicht wirklich viel, reicht aber für einen ordentlichen Horrorstreifen, der durchaus als gelungen bezeichnet werden kann. 5 von 10 Punkten.