Review

Frank Regalbuto [ Robert Foster ] zieht zusammen mit den Gebrüdern Tony Fargo [ Frederic Forrest ] und Vince Fargo [ Al Lettieri ] einen Drogendeal durch, der allerdings nicht so aalglatt verläuft wie geplant. Ein Spitzel befindet sich in der Organisation; da macht es sich schlecht, dass zur Zeit eh die Verhältnisse hochkochen: Franks Vater stirbt an einem Herzinfarkt und hinterlässt einen für die Führung noch zu unerfahrenen Sohn, der sich aber bald bewähren muss...

Der Don ist ebenso tot wie der Film; nur dass der eine es hinter sich hat und der andere sich noch in den letzten Atemzügen quält. Wirkliche Impulse und Anzeichen von Spritzigkeit sieht man hier nämlich kaum; erst wenn es am Ende mal wenigstens bisschen in die Gänge kommt.
Dabei lässt die Besetzung ebenso wie der erfahrene Richard Fleischer als Regisseur doch auf etwas mehr schliessen als nur die Sparvarianten vom Paten.
Schlecht klingen tut es ja auch nicht: Ein B - Film mit A - Besetzung als Trittbrettfahrer; die epochale Überdramatik und Meta - Bedeutung des Epigonen durch mehr Rasanz und eine härtere Gangart ausbremsend. Das wäre es doch.
Dem ist aber nicht so.

Die Grundstory ist Standard; sicherlich nicht vom Autoren der gleichnamigen literarischen Vorlage und auch des Drehbuches Marvin H. Albert als Erstes ausgedacht. Die bedingte Berechenbarkeit der folgenden Vorgänge wird nur kurz durch den umständlichen Aufbau nivelliert, um mit Setzung der Fronten umso stärker wieder hervorzubrechen.
Erst mal ist alles sehr voll, besonders die Personen sind anfangs wieder einmal horrend üppig; man braucht ja auch jemand für den Bodycount.
Die Einführung der späteren Konstellationen wird über das obligate Familientreffen versucht; eine nationale Kommission, die über die folgende Machtverteilung berät. Drei Familien hatten das Sagen in Las Vegas; nun haben zwei darüber zu entscheiden, was wem gehört. Frank wird Don Angelo [ Anthony Quinn ] zugeteilt;, mit der so gut wie feststehenden Aussicht auf Nachfolge.
Orlando [ Charles Cioffi ] vertritt den im Knast sitzenden Don Bernardo [ John Duke Russo ] und beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit dessen Geliebten Marie [ Jo Anne Meredith ] und eigenem Kalkül.
Die Fargo – Brüder bleiben aussen vor, stehen aber auf Abruf für Frank bereit.
Dann gibts noch Mike Spada, Mitch, Don Talusso, Vito, Mariano Longobardo usw. usf.; um den Plot zu strecken. Sowie die Familie der Fargos, um die Tragik reinzubringen. Sowie die Bettmieze Ruby [ Angel Tompkins ] , die von Frank zur Angelo überläuft, ohne dem jeweils anderen was zu stecken; um die Emotionen Liebe, Wut und Hass als Auslöser des Kleinkrieges reinzubringen.

Alle Ansinnen bleiben in Ansätzen stecken und gehen letztlich schief; den Kurs des Filmes hat man dann aber schon auf freie fahrt in die Langeweile eingestellt. Man bekommt keinen Bezug zu den Figuren, weil der Film rein- und wieder rausspringt und die Füllung auch zu künstlich und gestellt wirkt. Und ausserdem einige Abschnitte einfach aussen vorlässt; da wird auch mal ein Zeitsprung gemacht, ohne die Konsequenzen logisch dazulegen. Die Personen agieren und reagieren nur nach Drehbuch; die Entscheidungssituation sind nicht emotional, sondern synthetisch. Da passt es ja, dass bis auf ganz wenige Aussenszenen sichtlich im Studio gedreht wurde. Da werden nacheinander sämtliche Hinterzimmer der Universal Pictures mal durchgefilmt, um sich dann vom gesparten Geld doch noch eine Villa sowie eine Autowerkstatt zu leisten.
Franks zweimalige Reise nach Italien wird durch die blanke Abhole vom Flughafen sowie stock footage von der Riviera vorgegauckelt. Das man sich ansonsten gerade in Las Vegas aufhält, weiss man auch nur aus Hörensagen; sehen davon tut man nämlich nichts.
Das Budget für den Score reicht auch nur für paar Takte sowie einen schnell abgestellten Song; Jerry Goldsmith hatte aber womöglich auch keine Ahnung, was er hier unterspielen soll.

Es dauert nämlich eine Weile, bis das Schlachtfeld soweit eröffnet ist, dass in einer raschen Reihenfolge von beiden Seiten aus die Hits erfolgen; nun kommt wenigstens mal etwas Flair hinein.
Nicht wirklich viel zwar, da man auch jetzt inszenatorisch nicht gerade für Aufregung sorgen kann und einem die erledigten Personen ja sowieso gleichgültig sind – falls man sie noch erkennt; aber etwas Radau schadet ja nicht: Frank wird auf offener Strasse von zwei Autos eingekeilt und beschossen. Die dortige Bildgestaltung selber ist dabei ganz gut, wird aber etwas ins Amüsante übergeleitet, da der getroffene Vince beim Todeskampf nacheinander in gleich drei Kistenstapel reinrennt und diese einreisst. [ Wenn einem so etwas auffällt, weiss man, dass da ein Haken ist ]
Eine Autombombe, verschiedene Erschiessungen sowie Attacken per Rasiermesser später erfolgt doch tatsächlich noch eine gezeigte Häuserexplosion; die vorher hat man nämlich auch nur im Off abgehandelt.

Mit rechter Überlegung ist es nicht ganz so schlecht, wie es vielleicht erscheinen mag; aber die negativen Kriterien sind zu auffällig, als dass man sie übersehen kann. Da gibt es doch weitaus besseres; auch wenn man kein Meisterwerk als direkten Vergleich heranzieht.

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