PRO 7 Eigenproduktionen im Actionbereich sind meist mäßig und aus großen Vorbildern zusammengeklaut – was auch für „Crazy Partners“ gilt, der aber immerhin nicht so bierernst wie anderer Schund aus gleichem Hause daherkommt.
Kozack (Steffen Groth) cruist im Aufreißer-BMW durch sein Revier, kennt sämtliche Prostituierte, verbietet Jugendlichen den Drogenkonsum und ist mit jedem Luden dicke. Doch nachdem man ihn schon als Zuhälter abgestempelt hat, erfährt man, dass Kozack in Wahrheit Polizist ist. Allerdings ist gerade diese sehr ungewöhnliche (und natürliche komplett unrealistische) Darbietung schon ein Grund für zusätzliche Belustigung bei „Crazy Partners“.
Als Gegenpart muss da natürlich eine komplett zugeknöpfte Gesetzeshüterin her, in diesem Falle die BKA-Beamin Mia von Weitersdorf (Mareike Fell). Wie es das Gesetz des Buddy Movies so will, laufen sich beide über den Weg als Kozack in einen Undercovereinsatz des BKA hineinplatzt. Zünftiger Stunk zwischen den Hauptpersonen ist natürlich die Folge, wie man es aus zig anderen Filmen kennt, denn eigene Ideen sind bei den PRO 7 Schreiberlingen nun mal rar gesät.
Wegen der Schießerei werden beide suspendiert, aber was ein echter Filmbulle ist lässt sich durch solche Kinkerlitzchen nicht von der Arbeit abhalten. Obwohl sie sich beide nicht mögen, merken sie, dass sie mit ihrem gemeinsamen Wissen den Vertreibern einer neuen, extrem gefährlichen Designerdroge auf die Schliche kommen können…
Wirklich originell ist auch dieser PRO 7 Ramsch nicht, denn die Handlung ist mal wieder aus zig Vorbildern zusammengestoppelt: Da entsprechen Mias Vermögensverhältnisse ungefähr denen von Mike Lowrey in „Bad Boys“ (wird in beiden Filmen durch die Wagenwahl klargemacht), wo wir gerade dabei sind ist das Finale aus „Bad Boys II“ zusammengeklaut, Folterknechte erledigt man in „Lethal Weapon“-Manier, ein Dialog zwischen Kozack und seiner Ex-Frau ist bloß die Abwandlung eines „Last Boy Scout“-Zitats usw. Da regt man sich schon gar nicht über die zahlreichen Klischees (am Boden zerstörte Bullen fangen natürlich immer an im Unterhemd zu saufen usw.) und die zahllosen Logiklücken auf, genauso wenig wie über die komplett überraschungsfreie Storyline.
Actionmäßig ist bis auf ein paar kurze Shoot-Outs sowie einige ordentliche Explosionen nichts los, aber immerhin ist die Action nicht so amateurhaft inszeniert wie z.B. bei „Die Todesfahrt des MS Seastar“. Über die billig eingefügten CGI-Mündungsblitze mag man lästern können, doch die Explosionen sind recht gut getrickst und der Einsatz von Zeitraffer usw. peppt die sehr wenigen Actionszenen dann optisch auf. Gering sind Gegnermenge und Bodycount, aber immerhin sind für TV-Verhältnisse ein paar halbwegs blutige Einschüsse drin.
Doch in begrenztem Umfang macht „Crazy Partners“ doch Spaß und das liegt an der bewussten Dummheit. Kozacks Prollogehabe und dauernde Machosprüche sind überzogen, dass es öfter mal zum Lachen reizt und auch der Trashfaktor ist bewusst hoch angesetzt. Da stecken neben Ex-NVA-Soldaten zwei Chemiestudenten hinter der Bedrohung und der BKA-Chef ist ein wandelndes Klischees. Derartige Abstrusitäten gibt’s am laufenden Band, sodass Crazy Partners“ trotz mangelnder Qualitäten in anderen Bereich halbwegs Spaß macht.
Die schauspielerischen Leistungen sind dann auch allesamt mäßig bis vergessenswert, doch irgendwie passt genau dieses laienhafte Gehabe wunderbar zum Trashcharakter des Films. Die Hauptdarsteller stellen sich noch am besten an, doch im Bereich Nebendarsteller (vor allem was Vorgesetzte und Fieslinge angeht) tummeln sich die Knallchargen.
Das Resultat des Ganzen ist passabler Actiontrash, der dank bewusster Doofheit Freude macht, wenngleich die Handlung komplett für die Füße ist und zu wenig geballert wird.