Review

William Canfield Junior besucht seinen Vater, seinerseits Kapitän des in die Jahre gekommenen Flussdampfers „Stonewall Jackson“. Dieser steht in Konkurrenz mit dem Schiffseigner King, der gerade seinen neuen Dampfer präsentiert. Vom Junior ob seiner Art enttäuscht, zeigt sich Canfield Senior wenig begeistert vom Sohnemann, der sich überdies noch in die Tochter des Konkurrenten verguckt hat.

Inhaltlich nimmt mir die Fehde zwischen den beiden Seniors zu viel Raum ein. Mit diesen und der Konstellation der Familien und dadurch der komplizierten Romanze zwischen Bill Junior und Mary liegen die Parallelen zu Romeo und Julia auf der Hand. So erzählt der Film eine Variation des Themas und macht dies insgesamt durchaus ansprechend, vernachlässigt aber aufgrund der Betrachtung dieser Geschichte die von Keaton erwartbaren Einlagen. Und doch, es finden sich einige witzige Szenen im Verlauf, bevor der von Charles Reisner inszenierte Streifen im letzten Drittel so richtig aufdreht.

Der aufziehende Sturm, der mit allerlei Zerstörung der Stadt einhergeht, beschert einige spektakuläre Szenen. Nicht nur die Verwüstung der Bauten ist ein sehenswerter Effekt, auch Keaton selbst zeigt wieder einige toll ausgeführte Stunts. Gut getrickst ist das Ganze obendrein, die sechs eingesetzten Windmaschinen laufen auf Hochtouren und so verschlang diese Sequenz ein Drittel des Gesamtbudgets. Dafür kann sich das Ergebnis auch sehen lassen und entschädigt für manche Behäbigkeit im vorigen Verlauf. Denn so nett das Treiben zwischen Junior und Senior, mit Mary oder King ist, manche Szene wirkt hier etwas zu lang.

Trotzdem, „Steamboat Bill, jr.“ ist ein weiterer sehenswerter Langfilm mit Buster Keaton, schließlich sein letzter Film im Rahmen der Produktionen für United Artists. Insbesondere gegen Ende, wenn der Sturm losbricht, reihen sich teils beeindruckende Sequenzen aneinander, sodass eine Sichtung jedem Keaton-Fan ans Herz gelegt werden kann.

Details
Ähnliche Filme