Review

Inhalt:

Irgendwo in China, wohl so in den 20ern des letzten Jahrhunderts. In den Bergen lebt ein alter KungFu-Meister (Wang Tai-Lang), und trainiert täglich mit seinem Schüler Ah Fung (Philip So Yuen-Fung) und seiner überaus attraktiven Tochter Su Mei (Hilda Liu Hao-Yi). 
Beide beherrschen ein herausragendes KungFu, und Su Mei ist schon eine Meisterin im "Swallow Boxing"-Stil.

Nunmehr ist sie 18, und soll den Mann heiraten, dem sie versprochen ist: Tsai Yuen-Hai. 
Doch Su Mei, die pauschal vermutet, dass Tsai unansehnlich und unterbelichtet sein muss, hat ihren eigenen Kopf, und geht eigene Wege. Mit neuer Kurzhaarfrisur und Männerkleidung macht sie sich auf den Weg.

Chen Kang (Wang Kuan-Hsiung) ist ein getriebener junger Mann. Er will sein KungFu stets verbessern. Eine der Schulen erweist sich jedoch als Enttäuschung, aber er findet den richtigen Sifu im legendären "Drunken Master" (Simon Yuen). Der leitet einen Begleitschutz für Geld und wertvolle Güter, und Chen macht er zu seinem Kompagnon.
Chen erlernt die Technik der "Drunken Fist" vom Meister, doch auch diesen verlässt er alsbald, und findet einen anderen Meister (Hon Siu).

Schließlich arbeitet Chen Kang im angeschlossenen Restaurant des Tofu-Geschäfts der sehr attraktiven Eignerin (Wong Man-Chuen) dieses Ladens. Und im Innenhof dieses Geschäfts, bei der Soja-Mühle, da begegnet er Su Mei. Beide wissen nicht, dass sie es sind, die einander versprochen sind. Denn Chen Kang ist in Wirklichkeit Tsai Yuen Hai!

Eine alte Rechnung, eine alte Fehde..., lässt den skrupellosen Pai Ying (Lung Fei) auf der Bildfläche erscheinen. Er, ein absoluter Meister der "Horse Boxing"-Technik, macht Ärger im Tofu-Restaurant, sein KungFu ist derart stark, dass Chen Kang keine Chance hat. 
Er muss eine herbe Niederlage einstecken.
Und Pai Ying lässt nicht locker, bedrängt die Eignerin, und Chen muss wieder Lehrgeld zahlen.
Chen und Su Mei tun sich zusammen, und ein intensives Training beginnt, auch Ah Fung ist mit dabei.

Als Pai Ying den Vater von Su Mei nach hartem Kampf tötet, wird das Training noch einmal forciert.
Es kommt zum brutalen Show-Down zwischen Pai Ying und Chen Kang alias Tsai Yuen Hai..., in den auch die schöne Su Mei eingreifen muss. Ein blutiger Kampf auf Leben oder Tod......


Fazit:

Im Jahre 1979 drehte Regisseur Chester Wong diese KungFu-Komödie, die ganz unnötiger Weise nicht so ganz und gar gelungen ist.
Insgesamt ist "Cute Foster Sister" ("Horse boxing killer") ein unterhaltsamer Beitrag zum Eastern-Genre, mit kernigen KungFu-Fights, 2 bildschönen Darstellerinnen, gediegener Eastern-Atmosphäre und mit "Drunken Master" Simon Yuen als Gast-Star in einem leider viel zu kurzen Auftritt.

Doch es hakt hinsichtlich der Story, die sprunghaft und nicht ganz ausgegoren ist. Warum Lung Fei hier die Helden bekämpft, warum diese Helden 2 Rollen-Namen haben, wie diese Fehde, diese alte Rechnung zustande gekommen ist, und damit die Motivation des Villain, das bleibt irgendwie auf der Strecke, und erschließt sich dem Betrachter nicht so ganz. 
Der Held ist ein Getriebener, einem "Globe-Trotter" beinahe gleich, der sprunghaft die Sifus und Tätigkeiten wechselt, was auch die Storyline holprig macht.
Und das trübt den Genuss des an sich flotten, knackigen Streifens doch mehr als etwas.

Doch "Cute Foster Sister" hat eben zu viele Stärken, die den geneigten, eingefleischten Eastern-Fan doch noch überzeugen, und vielleicht auch nur den, mag sein.
Okay, also die Atmosphäre, in einem typischen "Wald-Wiesen"-Eastern ist gediegen, die Musik ist der Main-Score aus dem Eastwood-Western "Hängt ihn höher", ein echter Ohrwurm, der die Szenen gelungen untermalt..., vor allem die Anfangssequenz in den Bergen mit dem Training des alten Meisters mit Hilda Liu und Philip So.
Das Tempo ist hoch, die Story wird vorangetrieben, so wie Held Wang Kuan-Hsiung ("Der Todeshammer des Shaolin") eben immer ein Getriebener ist. 

Der Unterhaltungwert stimmt, keine Frage: Die KungFu-Action rockt, das sind kernige, dynamisch-intensive Fights, und die Protagonisten zelebrieren eine sagenhafte Körperbeherrschung. Vor allem die Duell-Fights Wang Kuan-Hsiung vs Lung Fei, das sind Schlag-Block-Duelle in Vollendung, intensive Choreographien, ein rassiges Tempo. 
Auch die schöne Hilda Liu steht dem kaum nach, und die Trainings-Sequenzen nehmen breiten Raum ein, sind innovativ und stark eingefangen.

Der Endfight ist das finale Highlight, ein Kampf voller Intensität, zunächst ein Pas de deux Lung Fei gegen Wang Kuan-Hsiung, dann greift auch das flotte Hildchen beherzt ein, macht diese Auseinandersetzung zum Pas de trois des KungFu. 

Wang Kuan-Hsiung ist ein charismatischer, gut aussehender Darsteller, doch ist seine Figur sehr sprunghaft, wie schon erwähnt, was auch der Story nicht so gut tut.
Lung Fei kommt nach über 50 Minuten zum Einsatz, er ist der skrupellos-kompromisslos-bärbeißige Bösewicht, dessen Motivation jedoch nebulös bleibt. Aber er fightet knallhart mit, seine Technik erscheint unüberwindlich.

Der "Drunken Master" Simon Yuen hat einen leider nur sehr kurzen Auftritt, wäre er der einzige Sifu des Helden gewesen, und hätte den Film dadurch viel länger mit begleitet, dann wäre womöglich ein noch besserer Eastern entstanden.
Hätte, hätte.
So ist sein Auftritt eher als Reminiszenz an alte "Drunken Master"-Streifen zu werten, mit der entsprechenden Musik, dem "Drunken Master"-Song, den jeder Eastern-Fan kennt.

Wang Tai-Lang agiert als Vater der Heldin, anfangs, kurz mittendrin, und zum Ende hin darf auch er sich mit Lung Fei messen, der gegen den Alten schon sein ganzes Können aufbieten muss. Wang macht seine Sache ganz tapfer.

Hilda Liu ist die Hauptdarstellerin, die Heldin dieses Films. Sie ist überaus attraktiv, eine der schönsten Darstellerinnen des Genres. Hilda ist hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität.., und meistert ihre Rolle überaus selbstbewusst und voller agiler Körperbeherrschung. 
Dass sie mitunter als Mann rüberkommen will, ist natürlich nicht überzeugend, zeigt aber auch, dass sie mit Kurzhaarfrisur genauso sexy ist, wie mit längerem Haar.
Hilda Liu beglückt ganz klar das Auge des männlichen Betrachters!

So wie Wong Man-Chuen, die Tofu-Ladenbesitzerin, die mit Lung Fei überraschend kooperiert, nachdem dieser sie bedrängte, und sogar ins Bett mit ihm steigt.
In einer Szene setzt sie ihren supersexy Po in selbige.., was Mann sieht, ist nicht schlecht, auch Wong´s Kehrseite ist ein Pluspunkt dieser Produktion.

"Cute Foster Sister" bringt seine nicht ganz ausgegorene Storyline mit einem knallharten Fight noch so ins Ziel.., die Atmosphäre ist stimmig, kernige, intensiv-dynamische KungFu-Action, innovative-flotte Trainingssequenzen, die geile Musik, die schöne Hilda Liu..., ´Wang Kuan-Hsiung vs. Lung Fei-Duelle´ auf hohem Niveau, und Wong Man-Chuen´s wohlgeformter Po hieven diesen Eastern noch knapp über den Durchschnitt.

Sehr, sehr knappe 7/10 Punkte kann sich "Cute Foster Sister" noch für den eingefleischten Eastern-Fan erfighten.

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